Bastei Lübbe: Stühle-Rücken bei deutschem Traditions-Verlag

Bislang hatten die Anleger wenig Freude an der Aktie des traditionsreichen deutschen Verlags Bastei Lübbe.

Seit dem Börsengang im Herbst 2013 haben die Papiere gut 1/4 ihres Werts verloren – und das völlig zu Recht.

Denn die Börsen-Turbulenzen kamen nicht von ungefähr:

Nachdem der komplette Aufsichtsrat ausgetauscht und die Hauptversammlung 2x verschoben wurde, musste das Unternehmen seine Bilanzen korrigieren.

Immerhin die Hälfte der vermeintlichen Gewinne wurde mit einem Schlag ausradiert.

Jetzt scheinen die Anleger genug zu haben: Auf der gerade abgehaltenen Hauptversammlung haben sich lediglich 60% zu den beiden Vorständen bekannt.

Großaktionärin Birgit Lübbe (33,1% aller Aktien) enthielt sich und fachte den Zorn der Aktionäre so weiter an.

Bastei Lübbe im Porträt

Bastei Lübbe ist ein deutscher Traditions-Verlag, der bereits im Jahr 1953 gegründet wurde.

Neben dem klassischen Verlags-Geschäft (Bücher) expandiert der Konzern auch in weitere Unternehmens-Bereiche.

Hierzu zählen v. a. Hörbücher (Audio) und Entertainment (digitale Medien). Abgerundet wird das Geschäft durch Roman- und Rätselhefte sowie Geschenk-Artikel.

Hohe Abhängigkeit von einzelnen Autoren

Mit Autoren wie Ken Follett oder Dan Brown zählen 2 der wichtigsten Namen der Branche zum Portfolio des Unternehmens.

Die Wachstumsfelder Audio und Entertainment (digitale Medien) erschließt der Konzern mit innovativen Konzepten.

Zum einen versucht man in den Markt für Computerspiele vorzudringen: Mit Daedalic soll im 3. Quartal 2017 das Spiel des Weltbestsellers „Säulen der Erde“ für Computer, Smartphones und Konsolen erhältlich sein.

Zudem versucht Bastei Lübbe mit oolipo eine Streaming-Platform für Bücher aufzubauen.

Das Geschäft mit Roman- und Rätselheften ist durch eine sehr treue Stammleserschaft geprägt.

Mit einer verkauften Auflage von mehr als 15 Mio. Heften jährlich gehört Bastei Lübbe zu Deutschlands führenden Anbietern von Romanheften und Rätsel-Magazinen.

Umsätze zogen im 2. Quartal deutlich an

Ungeachtet der Turbulenzen kletterten die Erlöse im ersten Halbjahr deutlich um 43% auf 68 Mio. € nach oben. Dies lag v. a. an der Konsolidierung des Buchgroßhändlers Buchpartner.

Aber auch das Digital-Segment entwickelte sich gut und hat gegenüber dem Vorjahr seinen Umsatz um knapp 12% gesteigert.

Die EBITDA-Marge (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen im Verhältnis zum Umsatz) verbesserte sich von 2,5% auf 6% (4,1 Mio. €).

Weihnachts-Geschäft soll es richten

Für das Weihnachts-Geschäft ist die Konzernführung dank verschiedener Bestseller optimistisch.

Auch das stark vom Weihnachtsfest abhängige Segment mit Geschenk- und Deko-Artikeln liegt laut Firmen-Angaben deutlich über Plan.

Für das gesamte Geschäftsjahr, das Ende März nächsten Jahres ausläuft, rechnet der Vorstand mit einem kräftigen Anstieg des Umsatzes auf rund 150 Mio. € (Vorjahr: 104,9 Mio. €).

Das EBITDA soll auf 13 – 15 Mio. € ansteigen – doppelt so viel wie im Vorjahr.

Damit könnte sich das Ergebnis der Aktie auf 0,36 – 0,39 € verbessern, wodurch das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) auf rund 14 absinkt.

Ob dies allerdings ausreicht, den Aktienkurs trotz der schwelenden Querelen deutlich nach oben zu befördern, darf allerdings bezweifelt werden.

7. Dezember 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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