Bastei Lübbe: Wie es nach der massiven Gewinn-Warnung weitergeht

Die Anleger schicken die Aktie der Medienfirma Bastei Lübbe nach enttäuschenden Zahlen in den Keller. Wie geht es jetzt weiter? (Foto: Vadim Georgiev / Shutterstock.com)

Das war ein herber Schlag für die leidgeprüften Anleger:

Mit der jüngsten Gewinn-Warnung des börsennotierten Buchverlags markierten die Papiere bei 5,15 € ihr vorläufiges Allzeit-Tief, bevor eine leichte Gegenbewegung einsetzte.

Das Trauerspiel der Aktie setzt sich damit ungebremst fort: Seit dem Börsengang vor mehr als 3,5 Jahren ging es unterm Strich nur abwärts.

Von dem Ausgabekurs von 7,50 € haben sich die Papiere mittlerweile deutlich entfernt (aktueller Kurs: 5,65 €). Damit wurde 1/4 des Börsenwerts ausradiert.

Für Sie zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum zeigten sich die Aktienindizes mit deutschen Aktien ausgesprochen stark:

  • DAX: +47%,
  • MDAX: +62%,
  • TECDAX: +102%.

Was waren die Gründe für die deutliche Gewinn-Warnung? Ist eine Besserung in Sicht? Wie beurteilen die Analysten die zukünftige Entwicklung?

Bastei Lübbe im Porträt

Bastei Lübbe ist ein richtiges Traditions-Unternehmen:

Zusammen mit seiner Ehefrau Ursula Lübbe begann der gelernte Zeitungsredakteur Gustav Lübbe 1949 mit dem Vertrieb von Romanheften v. a. an Bahnhofs-Buchhändler.

Lübbe hatte bereits 1950 in den kleinen Verlag investiert. Später rettete er den von Ilse Tormin 1949 gegründeten Kölner Bastei-Verlag vor dem Konkurs und übernahm diesen als Verleger.

Seither hat der Konzern auch über das Verlagsgeschäft in weitere Bereiche expandiert.

Hierzu zählen insbesondere Hörbücher und digitale Medien. Abgerundet wird das Geschäft durch Roman- und Rätselhefte sowie Geschenkartikel.

Ziele wurden deutlich verfehlt

Aber erst einmal zu dem Status Quo und dem Grund für den jüngsten Kursrutsch; die gerade vorgelegten Geschäftszahlen waren nämlich alles andere als berauschend:

Während der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 146 Mio. € deutlich höher ausfiel als im Vorjahr (+39%), verfehlte Bastei Lübbe unterm Strich die Erwartungen um Längen.

Beim Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen blieben gerade einmal 5 Mio. € hängen. Die bisherige Firmen-Prognose lag mit 15 Mio. € hingegen deutlich höher.

Auf Basis des Netto-Ergebnisses dürfte sogar ein deutlicher Verlust erzielt worden sein. Dieser hängt jedoch noch von der steuerlichen Behandlung der Sondereffekte ab.

Ergebnis durch zahlreiche Einmal-Effekte verzerrt

Als Gründe für den heftigen Ergebnis-Rückgang führt Bastei Lübbe ein schwächelndes Buchgeschäft aber auch diverse Einmal-Effekte an.

Neben einem schwächeren 4. Quartal (Januar – März 2017) habe sich die endgültige Kaufpreis-Allokation für die im Frühjahr 2016 erworbene Mehrheit an Buchpartner höher als erwartet negativ ausgewirkt.

Zugleich müssen durch den Wechsel der Prüfungs-Gesellschaft die die Werthaltigkeit von aktivierten Autoren-Honoraren neu eingeschätzt werden.

Dies führte zu einem außerordentlichen Wertminderungs-Bedarf in Höhe von immerhin 4,1 Mio. €.

4. Quartal zeigt deutliche Schwäche

Besonders das wichtige 4. Quartal (Weihnachts-Geschäft) verlief alles andere als erfreulich.

Besonders die Segmente „Buch“ und „Retail“ enttäuschten und lieferten einen um rund 3 Mio. € geringeren Ergebnis-Beitrag.

Besonders der stationäre Buchhandel litt unter einer geringeren Kunden-Frequenz.

Konzernführung zeigt sich optimistisch

Nach dem desaströsen Jahr zeigt sich die Konzernführung dennoch optimistisch. Das Jahres-Startquartal zeigte offenbar von der Tendenz wieder nach oben und lag im Plan.

Besondere Hoffnungsträger sind die in den nächsten Monaten erscheinenden Titel „Das Fundament der Ewigkeit“ von Ken Follett sowie „Origin“ von Dan Brown.

Auch der neue Band der Kinderbuch-Reihe „Gregs Tagebuch“ von Jeff Kinney und das Abenteuerspiel „Die Säulen der Erde“ sollten für Rückenwind sorgen.

Sie müssen wissen: In der Vergangenheit wurden mit neuen Veröffentlichungen von Dan Brown und Ken Follet jeweils Umsätze von 15 Mio. € erzielt.

Analysten sind sich uneins

Unterdessen zeigt sich bei den Analysten ein gemischtes Bild: 4 Experten beschäftigen sich mit der Aktie. Die eine Hälfte rät zum Kauf, die andere zum Halten der Aktie.

Im Schnitt rechnen die Analysten aber mit einer annähernden Gewinn-Verdopplung im nächsten Geschäftsjahr auf 0,61 € pro Aktie.

Damit ergäbe sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von knapp unter 10. Das durchschnittliche Kursziel liegt mit 7,50 € gut 30% über dem aktuellen Kursniveau.


Der Gold-Report 2018
So machen Sie die besten Gold-Geschäfte

Sichern Sie sich jetzt gratis den Sonder-Report: “Der Gold-Report 2018” und erfahren Sie exklusiv, welche Aktien in Ihrem Depot nicht fehlen sollten!

Massive Gewinne voraus: So machen Sie 2018 zu Ihrem Goldjahr ➜ hier klicken!


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Rene König. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt