Hochtief: Baukonzern fast ohne Makel

Zykliker kommen wieder, so liest man zumindest in einschlägigen Börsen-Magazinen.

Der Hintergrund ist der, dass die Rally am Aktienmarkt nun schon viele Jahre anhält und erfahrungsgemäß nun langsam auch wieder die Titel mit einem höheren Risikoprofil gefragt sein müssten.

Inwiefern man – gerade inmitten einer nie dagewesenen Geldflut durch die Notenbanken – aus der Vergangenheit auf die Zukunft schließen kann, überlasse ich Ihnen.

Dennoch lohnt es sich zyklische Werte, wie beispielsweise Baukonzerne, unter die Lupe zu nehmen. Eines der interessantesten Exemplare ist ohne Zweifel Hochtief.

Hochtief gehört zu den 4 größten internationalen Bau-Unternehmen und ist in Deutschland die Nr. 1.

Das Leistungs-Spektrum umfasst die Planung, Finanzierung sowie das Bauen und Betreiben von Projekten jeder Größenordnung.

Mit seinen Töchtern Flatiron, Turner sowie Leighton ist Hochtief in den USA und Australien vertreten.

Hochtief: Alle Sparten arbeiten profitabel

Hochtief blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück:

Der Umsatz ging zwar aufgrund von Beteiligungs-Verkäufen zurück. Auftrags-Eingang und -bestand zogen aber jeweils 2-stellig auf 24,8 Mrd. € respektive 43,1 Mrd. € an.

Der Gewinn sprang sogar um mehr als die Hälfte nach oben. Alle Sparten arbeiteten profitabel. Geholfen hat aber auch eine deutlich geringere Zinslast.

Die Bilanz ist ebenfalls robust:

Trotz der Akquisitionen, Dividenden und Aktienrückkäufe lag das Netto-Finanzvermögen Ende 2016 bei 704 Mio. €.

Im laufenden Jahr sollen der Umsatz um mehr als 10% und das operative Ergebnis auf 410 – 450 Mio €. steigen. 2016 waren es 361 Mio. €.

Infrastruktur: Ja  – Mauer: Nein

Angesichts der starken Auftragslage halten wir die Ziele für realistisch. Für einen weiteren Auftragsschub sollten die USA sorgen:

Auf seinem wichtigsten Markt will sich der Konzern über seine Töchter Flatiron und Turner an Ausschreibungen für Infrastruktur-Projekte im Umfang von 65 Mrd. $ beteiligen.

Der Bau einer Mauer an der mexikanischen Grenze kommt für Hochtief jedoch nicht in Betracht.

Aber auch in Deutschland und Australien, wo der Bau-Riese mit seiner Tochter Cimic vertreten ist, wird kräftig in Erhalt und Ausbau des Straßen- und Schienennetzes investiert.

Hier stimmt (fast) alles

Insgesamt stehen in diesem Jahr in den Regionen Nordamerika, Asien-Pazifik und Europa Infrastruktur-Projekte im Wert von 150 Mrd. € zur Vergabe.

Und in den Jahren ab 2018 sollen weltweit weitere Projekte im Umfang von 350 Mrd. € ausgeschrieben werden.

Die mittelfristigen Aussichten sind zwar ausgezeichnet. Die hohe Bewertung begrenzt aber das Kurs-Potenzial.

Behalten Sie Hochtief unbedingt auf dem Radar, jeder Kurssturz ist hier eine Chance!

2. Mai 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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