Baumaschinenbranche von Pandemie schwer getroffen

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Als Stimmungsbarometer für die Baumaschinen-Hersteller gilt Caterpillar, der mit seinen Quartalszahlen enttäuschte. (Foto: Best Backgrounds / shutterstock.com)

Die Baumaschinenbranche hat die schwache Nachfrage nach Maschinen für den Schienen-, Straßen- und Bergbau sowie der Ölwirtschaft schwer getroffen. Als Barometer für die Stimmung im Sektor gilt Caterpillar, der mit seinen Quartalszahlen enttäuschte. Neben den Auswirkungen der Corona-Pandemie verringerte sich auch das Verkaufsvolumen wegen der verhaltenen Endkundennachfrage und veränderter Lagerbestände. Bereits im März hatte Caterpillar den Ausblick aufgrund der Corona-Krise zurückgenommen und wegen der Unsicherheiten auf eine Jahresprognose verzichtet.

Auch Deere hat die Corona-Pandemie zu spüren bekommen. Der Umsatz ging um 18,4% zurück, und der Gewinn brach um 41,3% ein. Vom Rückgang waren alle Sparten und Regionen betroffen. Die wirtschaftlichen Auswirkungen von COVID-19 haben die Kundennachfrage nach vielen Produkten und Dienstleistungen verringert, insbesondere nach kleineren Geräten für die Landwirtschaft, nach Bau- und Forstfahrzeugen. Auch bei Wacker Neuson spiegeln sich die Auswirkungen der Pandemie wider. Zeiten wie diese sind für Zykliker wie Wacker bei einem solchen Konjunktureinbruch sehr hart. Für die Aktionäre auch.

Die Dividende für 2019 wurde gestrichen. SMT Scharf hat unterm Strich sogar einen hohen Verlust eingefahren. Das Unternehmen rechnet jedoch angesichts voller Auftragsbücher damit, dass sich ab der zweiten Jahreshälfte Aufholeffekte im chinesischen Markt einstellen könnten. Bei Deutz ging der Absatz um 16,1% auf 40.069 verkaufte Motoren zurück. Um die Ergebnisentwicklung abzusichern, wurde das Effizienzprogramm Transform for Growth aufgelegt, mit dem die Wettbewerbsfähigkeit gesteigert werden soll.

Nachfragerückgang bei Flurförderzeugen durch COVID-19

Das Weltmarktvolumen für Flurförderzeuge ging im 1. Quartal 2020 um 9,4% auf 346.000 Stück zurück. Der spürbare Rückgang ist weitgehend auf die stark gesunkene Nachfrage in China zurückzuführen. Dort hatte die Corona-Pandemie bereits im 1. Quartal ihren Höhepunkt erreicht. Die weltweit am stärksten vom Nachfragerückgang betroffenen Produkte sind die Gegengewichtsstapler mit Verbrennungsmotor. Rund 70% des um 36.000 Fahrzeuge geringeren Bestellvolumens entfallen auf dieses Produktsegment.

Auch auf dem Markt für Supply Chain Solutions wirkte sich COVID-19 aus. Dies führte dazu, dass auch Anbieter von Lagerautomatisierungslösungen Projektverschiebungen insbesondere in den Branchen Bekleidung und Gebrauchsgüter verzeichneten. Dagegen entwickelten sich die Branchen ECommerce, die Lebensmittel-, Getränke- sowie die Pharmaindustrie weiterhin positiv.

Jungheinrich hat sich im 1. Quartal in einem schwierigen Marktumfeld noch gut behauptet. Doch seit Anfang April ging die Nachfrage in allen Regionen und Produktsparten zurück, die zu einem deutlichen Rückgang des Umsatzes führen werden. Auch KION ist trotz Corona-Pandemie dank eines im Januar und Februar noch guten Geschäftsverlaufs solide ins neue Geschäftsjahr gestartet. Im weiteren Geschäftsverlauf machten sich jedoch die Auswirkungen der Pandemie bemerkbar. Die auf Automatisierungslösungen spezialisierte Sparte Supply Chain Solutions knüpfte allerdings an die positive Entwicklung der Vorquartale an.

Mit dem Erwerb des britischen Softwareunternehmens Digital Applications im März hat KION sein Softwareangebot im Segment Supply Chain Solutions signifikant erweitert.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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