Bauwirtschaft: Größter Umsatz seit 20 Jahren erwartet

Ich kann es aus eigener Erfahrung sagen – wenn Sie zuletzt einen Handwerker benötigt haben, haben Sie es wahrscheinlich unmittelbar zu spüren bekommen:

Die deutsche Bauwirtschaft erlebt zur Zeit eine Hochkonjunktur – und das Ende der Fahnenstange ist noch längst nicht erreicht…

So sollen die Umsätze in der Bauwirtschaft in diesem Jahr weiter kräftig klettern.

Mit baugewerblichen Umsätzen von gut 112 Mrd. € wird nach aktuellen Prognosen 2017 so viel gebaut wie seit 20 Jahren nicht mehr.

Größter Treiber wird wie schon im Vorjahr der Wohnungsbau mit einem Plus von 7% sein, prognostizieren der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie und der Zentralverband Deutsches Baugewerbe.

Der Wohnungsbau kommt inzwischen auf ein Volumen von knapp 43 Mrd. €. Allein im Jahr 2017 dürften 310.000 – 320.000 neue Wohnungen fertig werden.

Beim öffentlichen Bau hoffen die Verbände, dass auch die Länder und Kommunen dem Beispiel des Bundes folgen und ihre Investitionen hochschrauben.

In diesem Segment hält Bauindustrie-Präsident Peter Hüber ein Umsatz-Plus von 5% für wahrscheinlich.

Ursachen für den Bauboom

Die Ursachen für den Bauboom sind vielfältig. Eine gewichtige Rolle spielen v. a. die niedrigen Zinsen und die gleichzeitig gute Lohn- und Beschäftigungs-Entwicklung.

Die beiden letztgenannten Aspekte spielen insbesondere beim Eigenheimbau eine große Rolle.

Im Zusammenhang mit dem (noch größeren) Boom beim Wohnungsbau spielen besonders die Zuwanderung und die Urbanisierung (also die „Flucht“ in die Städte) eine tragende Rolle.

Zwar hat der Zuzug der Flüchtlinge im vergangenen Jahr bereits wieder stark nachgelassen, doch noch immer kommen zahlreiche Flüchtlingen nach Deutschland, die eine Wohnung benötigen.

Und zudem haben noch viele Flüchtlinge, die in den Jahren 2015 und 2016 nach Deutschland kamen, bislang noch keine Wohnung.

Auftragsflut kann kaum bewältigt werden

Viele Bauunternehmen, Architekten und Handwerker stoßen derzeit an ihre Kapazitäts-Grenzen.

Die Baufirmen sind heute noch stärker ausgelastet als in den Boom-Jahren nach der Wiedervereinigung.

„Offensichtlich haben sie derzeit Schwierigkeiten, eingehende Aufträge abzuarbeiten“, so Claus Michelsen vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW).

Daher müssen Kunden vielerorts länger warten oder mehr Geld bezahlen.

Die Profiteure des Bau- und Immobilien-Booms

Kommen wir abschließend noch zu den Profiteuren des Immobilien-Booms.

Dazu zählen v. a. die Immobilien-Unternehmen, die auf Wohnimmobilien spezialisiert sind und die kleineren Bau-Unternehmen sowie deren Zulieferer.

Zu nennen sind hier Konzerne wie:

  • die Helma Eigenheimbau AG (Haus- und Wohnungsbau),
  • Steico,
  • Westag & Getalit,
  • Geberit

(alles Bauzulieferer) oder die börsennotierten Immobilien-Unternehmen.

13. Januar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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