Bayer Aktie: Monsanto Deal fast perfekt

Die US-Wettbewerbshüter haben grünes Licht gegeben in Sachen Monsanto, die Bayer Aktie legt zu. Aber bleibt langfristig Grund zu jubeln? (Foto: Alfred Sonsalla / Shutterstock.com)

Der Leverkusener Konzern steht kurz vorm Durchbruch und dürfte in Kürze sein Ziel erreichen, den umstrittenen Saatguthersteller Monsanto zu übernehmen.

Nachdem bereits im März die zuständigen Wettbewerbshüter der Europäischen Union dem Deal unter strengen Auflagen zugestimmt hatten, folgte nun auch aus den USA grünes Licht. Damit hat Bayer eine wesentliche Hürde in dem Übernahmeprozess genommen, denn die Aufseher der Vereinigten Staaten hatten den geplanten Deal zwischenzeitlich als illegal, weil zu wettbewerbsverzerrend, eingestuft.

US-Behörden stimmen Monsanto-Deal zu

Nun aber gab es doch noch das Okay, das sich Bayer jedoch einiges kosten lassen muss. Denn die Zustimmung der Amerikaner erfolgte ebenfalls nur unter strikten Bedingungen. Dazu zählt auch, dass sich der Dax-Konzern von milliardenschweren Geschäftsteilen wird trennen müssen, darunter das nahezu vollständige eigene Saatgutgeschäft. Das muss man schon wollen. Und Bayer will. Das machte Vorstandschef Werner Baumann noch einmal unmissverständlich deutlich.

Mit der Übernahme von Monsanto will Bayer zum führenden Agrarchemiekonzern aufsteigen. Bislang haben sich die Leverkusener in diesem Bereich vor allem auf Pflanzenschutzmittel konzentriert, Monsanto gilt als Spezialist für Saatgut. Beide Bereiche zusammen sollen nun fundamental neue Impulse setzen.

Genehmigungen der zuständigen Behörden aus Kanada und Mexiko stehen noch aus, werden aber in Kürze erwartet. Der im Herbst 2016 angekündigte Deal könnte dann schon in wenigen Wochen über die Bühne gehen.

Bayer Aktie legt zu

Am Parkett war nach der Freigabe durch die US-Behörden Aufatmen angesagt: Die Bayer Aktie konnte ihren zwischenzeitlichen Abwärtstrend durchbrechen und drehte wieder ins Plus. Dabei erreichte sie wieder dreistellige Werte und kostete zum Wochenende hin gut 103 Euro. Im Bereich knapp über 105 Euro wartet charttechnisch betrachtet der nächste Widerstand. Sollte es der Bayer Aktie gelingen, diesen zu durchbrechen, wäre der Weg nach oben frei.

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Nicht nur Anleger, auch Analysten zeigten sich angetan von der positiven Entwicklung hinsichtlich des Monsanto-Vorhabens. Viele bekräftigten daraufhin noch einmal ihre Kaufempfehlungen und Kursziele, die sich im Bereich zwischen 111 Euro (Commerzbank) und 140 Euro (Baader Bank) bewegen.

Vereinzelt gab es jedoch auch zurückhaltendere Stimmen, beispielsweise von Barclays oder Independent Research, die die Aktie auf ihrem aktuellen Niveau bereits als fair bewertet einstufen und lediglich zum Halten des Papiers raten.

Zu harte Auflagen?

Kritiker bemängeln zudem die immensen Auflagen, die für Bayer mit der Übernahme verbunden sind. Dadurch würden die erhofften Synergieeffekte maßgeblich geschmälert und die erhoffte potenzielle Markt- und Preissetzungsmacht erheblich reduziert.

Zudem genießt Monsanto gerade in der deutschen Öffentlichkeit einen eher zweifelhaften Ruf, man denke nur an die Schlagworte Monokulturen, genetisch verändertes Saatgut oder Bienensterben. Unterm Strich ein recht teurer Imageschaden, den sich Bayer da zugekauft hat – und die langfristigen Folgen der Übernahme sind noch nicht absehbar.

Ob Bayer am Ende profitiert oder doch zu viele Kröten geschluckt hat, nur um am Ende nicht das Platzen des Deals verkünden zu müssen, bleibt abzuwarten.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.