Bayer Aktie: Turnaround stabil trotz Gegenwind aus Frankreich?

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Die Bayer Aktie spurtet stark ins neue Jahr – hält der neue Aufwärtstrend stand, trotz eines neuen Gerichtsurteils zu Glyphosat? (Foto: g0d4ather / Shutterstock.com)

Für viele Aktien hat das neue Jahr genauso schlecht begonnen, wie das alte aufgehört hat. Nicht so für Bayer: Die Aktie des Chemiekonzerns aus Leverkusen hat zum Jahresauftakt einen Turnaround geschafft und sich aus der monatelangen Abwärtsspirale befreit.

Probleme ins Haus geholt mit Monsanto und Glyphosat

Seit August war das Papier massiv unter die Räder geraten und zählte mit einem Jahresverlust von mehr als 30 Prozent zu den schwächsten Titeln im Dax 2018. Hintergrund war vor allem die Übernahme des US-Pflanzenschutzmittelherstellers Monsanto. Dessen umstrittenes Produkt Glyphosat ist in der Europäischen Union nur deswegen nicht verboten worden, weil der zuständige Bundesminister der Vorgängerregierung in Brüssel den Alleingang wagte und sich entgegen der Berliner Absprachen nicht enthielt, sondern einer erneuten Zulassung zustimmte.

Es mag eine Überzeugungstat des CSU-Ministers gewesen sein, mit der eigenen Wählerschaft bayerischer Landwirte im Hinterkopf selbstlos die politische Karriere zu opfern, „für die Sache“ gewissermaßen. Doch der Einsatz von Glyphosat bleibt umstritten aufgrund seiner in mehreren Studien untersuchten gesundheitsschädigenden Effekte auf Mensch, Tier und Umwelt. So wurde erst in dieser Woche die Zulassung eines glyphosathaltigen Unkrautvernichtungsmittels aus dem Hause Bayer vom Verwaltungsgericht in Lyon einkassiert.

Schlechte Nachrichten für die Bayer Aktie, sollte man meinen. Doch das Papier verhält sich bislang ruhig. Auch Analysten sind wenig alarmiert und verweisen stattdessen auf charttechnische Kaufsignale – immerhin ist die Aktie nach dem monatelangen Abwärtstrend gerade vergleichsweise günstig zu haben.

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Bayer Aktie: Turnaround mit Hindernissen?

Rund 65 Euro werden für die Bayer Aktie an diesem Mittwoch fällig. Die Kursziele der Analysten liegen größtenteils deutlich höher: Mit großer Mehrheit empfehlen die Experten das Papier zum Kauf, die Kursziele bewegen sich dabei überwiegend im Bereich zwischen etwa 80 Euro (Barclays; Morgan Stanley; Goldman Sachs) und 100 Euro (Merrill Lynch; Commerzbank).

Allerdings ist die Aktie auch weiterhin mit Vorsicht zu genießen. So sind es vor allem charttechnische Signale, die für Bewegung sorgen können – nach oben wie nach unten. Unisono wird daher empfohlen, einen Stoppkurs zu setzen und diesen im Bereich um die 60 Euro anzusiedeln, also jenem Kursniveau, auf dem zuletzt eine Bodenbildung stattgefunden hat.

Ein charttechnischer Widerstand droht in der Zone um 72 Euro, dem höchsten Stand der vergangenen drei Monate. Wird diese Hürde überwunden, wäre der Weg frei in Richtung 80 Euro. Ob der Höhenflug auch darüber hinaus reichen kann, dürfte dann wiederum von anderen Daten als der Charttechnik abhängen – hier lohnt ein Blick auf die Bilanzzahlen und in die Tagespresse.

Insgesamt bescheinigen die meisten Analysten der Bayer Aktie jedoch für das neue Jahr gute Aussichten. Schlechter als 2018 kann es schließlich auch kaum laufen.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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