Bayer: Monsanto-Übernahme noch nicht sicher

Die Übernahme von Monsanto durch den deutschen Chemie-Riesen Bayer wackelt. Lesen Sie in diesem Artikel von Rolf Morrien, wo es gerade hakt: (Foto: g0d4ather / Shutterstock.com)

Das DAX-Schwergewicht Bayer kann die fundamentale Unterbewertung aktuell nicht abbauen und bremst damit auch den deutschen Leitindex.

Eine umstrittene und langwierige Übernahme bremst zur Zeit die Bayer-Aktie.

Spätestens seit dieser Woche ist klar, dass die von Bayer geplante Übernahme des US-amerikanischen Saatgut- und Pflanzenschutz-Herstellers Monsanto kein einfacher Deal wird:

Monsanto-Übernahme durch Bayer wird Schwere Geburt

Die zuständige EU-Kommission entschied, dass die Fusion einer vertieften Prüfung unterzogen werden soll.

Damit ist auch klar, dass die Zugeständnisse, die Bayer bisher bereit zu machen war, den EU-Wettbewerbs-Hütern nicht reichen.

Zwar überrascht es nicht wirklich, dass die Elefanten-Hochzeit zwischen Bayer und Monsanto einer vertieften Prüfung unterzogen wird.

Schließlich entsteht dadurch der weltweit größte Agrochemie-Konzern. Doch Bayer scheint sich das Ganze definitiv leichter vorgestellt zu haben.

Um die Übernahme über die Bühne bringen zu können, werden deutlich größere Zugeständnisse von Nöten sein als die bisher gemachten.

Denn die Brüsseler Wettbewerbs-Hüter gelten nach ihren US-amerikanischen Kollegen als die strengsten Kontrolleure.

Gleich gehe ich auf weitere Details zu der bevorstehenden vertieften Prüfung durch die europäischen Wettbewerbs-Hüter ein.

Und ich werde Ihnen abschließend auch eine Einschätzung zur geplanten Monsanto-Übernahme durch Bayer mit auf den Weg geben.

Doch nun möchte ich mit Ihnen zunächst einen Blick in den Rückspiegel werfen:

Rückblick: Was bisher geschah

Im Herbst des vergangenen Jahres einigten sich Bayer und Monsanto auf eine Übernahme.

Dies geschah, nachdem sich bereits sowohl die Rivalen Dow Chemical/Dupont als auch Syngenta/ChemChina zusammengeschlossen hatten.

Während die anderen beiden Bündnisse bereits genehmigt sind, muss das Duo Bayer/Monsanto noch an den Wettbewerbs-Behörden vorbei.

Von Anfang an war klar, dass die fortgeschrittene Branchen-Konsolidierung (viele Konkurrenten haben sich bereits zusammengetan) den Deal zwischen Bayer und Monsanto erschweren würde.

Wie schon geschrieben, ist spätestens seit dieser Woche klar, dass der Zusammenschluss zu einer Zitterpartie wird.

Bayer muss abwägen, ob die Übernahme noch Sinn ergibt

Für Bayer geht es demnächst darum abzuwägen, ob die immerhin 66 Mrd. US-Dollar teure Übernahme wirtschaftlich überhaupt noch Sinn ergibt.

Denn es wäre die teuerste Übernahme, die je ein deutsches Unternehmen getätigt hat, und die EU-Kommission, die den Wettbewerb regelt, fordert deutlich größere Zugeständnisse.

Meine Einschätzung dazu ist, dass Bayer die Übernahme nicht mit der Brechstange erzwingen sollte, wenn die Übernahme von Monsanto schlussendlich wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll ist.

Dann wäre das Bayer-Management gut beraten, den Deal platzen zu lassen, um Schaden von dem Leverkusener DAX-Konzern abzuwenden.

An der Börse würde es ohnehin begrüßt werden, wenn die Fusion scheitert.

Schließlich legte die Bayer-Aktie nach Bekanntwerden der vertieften Prüfung der Transaktion durch die europäische Wettbewerbs-Kommission zu.

Die Bayer-Aktie wäre ohne den Rucksack „Monsanto-Übernahme“ auf Sicht von 12 Monaten eher 150 als 100 € wert.

Eine erfolgreiche Übernahme würde sich dagegen erst mittelfristig positiv auswirken.


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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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