Bayer setzt Einkaufstour fort

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Der Bayer-Konzern hat die Mehrheit des US-Gesundheits-Startups Care/of übernommen. Besonders interessant ist für den Leverkusener Pharmariesen das innovative Geschäftsmodell des US-Startups. (Foto: josefkubes / shutterstock.com)

Erst vor einigen Wochen habe ich Ihnen berichtet, dass die in Leverkusen ansässige Bayer AG den britischen Spezialisten für Frauengesundheit Kandy Therapeutics für 425 Mio. US-Dollar (USD) und möglichen Folgezahlungen übernommen hat. Jetzt wurde ein weiterer Übernahmedeal der Leverkusener im Gesundheitssektor bekannt.

Laut Bloomberg hat der Sprecher der Bayer AG in den USA, Dan Childs, bestätigt, dass die Leverkusener das New Yorker Online-Unternehmen Care/of übernehmen wollen. Care/of vertreibt über seine Online-Plattform takecareof.com individuell zusammengestellte Vitamin- und Ernährungspräparate.

Kunden können dort im Rahmen eines Online-Quiz bzw. Frage-Antwort-Prozesses die für ihre Probleme optimalen Mittelchen zusammenstellen und erwerben. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die individuell zusammengestellten Präparate in einem Abonnement über einen längeren Zeitraum zu bestellen. Auch Trinkbecher- und Flaschen können über das Portal bestellt werden.

Übernahme in zwei Schritten

Laut gut informierten Kreisen erwirbt Bayer zunächst einen Anteil von 70% an dem New Yorker Startup, das erst vor vier Jahren gegründet wurde. Zusätzlich sicherte sich Bayer eine Kaufoption für die restlichen Anteile von Care/of für das Jahr 2022.

Im Rahmen der Transaktion wurde das Online-Portal laut gut informierten Quellen mit 225 Mio. USD bewertet. In einer Investmentrunde vor zwei Jahren war Care/of noch auf einen Wert von 156 Mio. USD geschätzt worden. Bayer dürfte jetzt knapp 160 Mio. USD für den Erwerb der Mehrheitsanteile von 70% auf den Tisch geblättert haben.

Neues Geschäftsmodell mit Zukunftsperspektive

Bayer-Sprecher Dan Childs bezeichnet das Übernahmegeschäft als wichtigen Meilenstein für Bayer: „Wir glauben, dass dieses Geschäftsmodell und dieser Produkttyp die Fähigkeit hat, in die traditionellen Einzelhandelskanäle zu expandieren, da wir darauf abzielen, neue Verbraucher zu erreichen”, so Childs in einer Erklärung.

„Gemeinsam planen wir, das Care/of-Geschäft über neue Kanäle, neue Kategorien und neue Märkte auszuweiten, um noch mehr personalisierte Nahrungsergänzungsmittel anbieten zu können“, so der Bayer-Sprecher weiter. Zu den genauen Konditionen der Transaktionen wollte er jedoch keine Angaben machen.

Sie müssen wissen: Der Clou an diesem Deal ist in erster Linie die Art und Weise bzw. das Geschäftsmodell, wie die Ergänzungsmittel im Rahmen eines Online-Quiz individuell zusammengestellt werden und nicht die Mittel selbst.

Hinzu kommt, dass das Geschäftsmodell leicht auf andere Bereiche übertragen werden kann. Und Bayer hat als weltweit tätiger Pharmakonzern eine Vielzahl von verschreibungsfreien Produkten (OTC-Produkte), die mit diesem neuen Online-Vertriebsmodell individuell zusammengestellt und gleich online bestellt werden können.

Wenn diese Bestellung dann noch in einem Abonnementsystem integriert werden kann, verspricht ein solches Modell ein sehr lukratives und vor allem regelmäßiges Einkommen für den Pharmariesen aus Leverkusen.

Allerdings konnte der Übernahmedeal den Kurs der Bayer-Aktie am heutigen Tag kaum beeinflussen. Das mag einerseits an dem vergleichsweise geringen Volumen der Transaktion liegen. Andererseits haben die deutschen Medien das Übernahmegeschäft auch noch nicht wirklich wahrgenommen.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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