Bayer und Covestro bieten historisch günstige Chancen

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In der Chemie-Branche lassen sich zwei großartige Unternehmen finden, die durch die Kursabschläge eine attraktive Bewertung aufweisen. (Foto: josefkubes / shutterstock.com)

Die Monsanto-Übernahme belastet die operative Geschäftsentwicklung von Bayer stärker als gedacht.

In den USA sind mehrere tausend Klagen gegen die neue Bayer-Tochter Monsanto anhängig

Monsanto wird vorgeworfen, krebserregende Stoffe für den Handel zugelassen zu haben – allen voran der Unkrautvernichter Glyphosat. Nachdem Bayer an den unteren Gerichten zu immensen Summen zu Schadensersatz verurteilt wurde, nehmen sich jetzt die Berufungsgerichte der Sache an und werden ein rechtskräftiges Urteil fällen, sofern Bayer sich nicht vorzeitig vergleicht. An der Börse kommt diese Unsicherheit nicht gut an. Der Aktienkurs von Bayer hat sich fast gedrittelt. Bayer ist jetzt weniger wert als für die Übernahme von Monsanto bezahlt wurde.

Die jüngsten Zahlen vielen nicht so schlecht aus wie erwartet

2018 konnte ein Umsatzplus von 13,1% auf fast 40 Mrd. € erzielt werden. Im Bereich Saatgut legte der Umsatz sogar um fast 50% auf rund 14,3 Mrd. € zu. Unterm Strich brach der Gewinn um 76,9% auf rund 1,7 Mrd. € ein. Allerdings wurde das Ergebnis durch zahlreiche Sondereffekte verfälscht. Rechnet man diese heraus, verbesserte sich das bereinigte EBITDA um 2,7% auf rund 10,3 Mrd. €. Auch der operative Cashflow stieg um fast ein Fünftel auf rund 8 Mrd. €. Im 1. Quartal wurde ein Umsatzplus von 42,4% auf über 13 Mrd. € erzielt. Die Gewinnentwicklung verlief ähnlich wie 2018.

Die Kosten für die Rechtsstreitigkeiten sind vollständig in den Aktienkurs eingepreist. Für Langfristinvestoren ist Bayer dadurch ein echtes Schnäppchen.

Unternehmensporträt

Als weltweit tätiges Unternehmen konzentriert sich Bayer auf die Geschäftsbereiche Gesundheit, Pflanzenschutz und hochwertige Materialien. Die neue Konzernstrategie sieht eine Stärkung der Forschung und den Ausbau des Geschäfts in den Schwellenländern vor.

Covestro hat in 2018 mehr umgesetzt, dafür aber weniger verdient

Der Umsatz stieg um 3,4% auf rund 14,6 Mrd. €. Nach dem Rekordjahr 2017 ist ein weiterer Zuwachs wirklich beeindruckend. Allerdings war das Wachstum nicht ganz preiswert. Unterm Strich ging der Gewinn um 9,3% auf rund 1,8 Mrd. € zurück. Der Vorstand blieb jedoch seiner aktionärsfreundlichen Linie treu und hat die Dividende um 9,1% auf 2,40 € pro Aktie angehoben.

Gleichzeitig wurden eigene Aktien zurückgekauft. Die Zahlen für das 1. Quartal sind erwartungsgemäß schlecht ausgefallen. Aufgrund der gestiegenen Logistik- und Rohstoffkosten standen die operativen Margen unter Druck. Gleichzeitig ist die Nachfrage aus Asien zurückgegangen. Insgesamt sank der Umsatz um 16% auf rund 3,2 Mrd. €. Unterm Strich brach der Gewinn um mehr als zwei Drittel auf 0,98 € pro Aktie ein.

Nach den letzten beiden Rekordjahren sind schwächere Quartalszahlen aber verkraftbar

Langfristig befindet sich Covestro weiterhin auf Erfolgskurs. Die Auftragseingänge für Spezialchemielösungen und moderne Plastikstoffe liegen knapp über den Rekordwerten von 2018. Tendenz weiter steigend. Dennoch hat sich der Aktienkurs von Covestro seit September fast halbiert. Diese Panikreaktion spiegelt nicht die langfristige Erfolgsgeschichte des Konzerns wider. Mit den jüngsten Aktienrückkäufen unterstreicht Covestro, dass auch der Vorstand den aktuellen Aktienkurs für zu günstig hält.

Unternehmensporträt

Covestro ist ein ehemaliger Geschäftsbereich der Bayer AG, der sich auf die Produktion von Werkstoffen spezialisiert hat. Das Produktportfolio umfasst verschiedene Lacke, Kleb- und Dichtstoffsysteme sowie Dämmmaterialen und Polycarbonate. Bayer ist noch zu kleinen Teilen an dem eigenständigen Konzern beteiligt.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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