Bayer vergoldet einen Teil seiner Covestro-Beteiligung

Eine konsequente Depot- und Portfolio-Optimierung ist nicht nur für Sie als Privat-Investor wichtig.

Auch die großen Konzerne müssen ständig das eigene Portfolio überprüfen und optimieren. Das zeigt auch ein aktueller Fall:

Der DAX-Konzern Bayer hat sich in dieser Woche von einem größeren Aktienpaket an Covestro getrennt und damit brutto rund 1,5 Mrd. € eingenommen.

Zur Erinnerung:

Bayer brachte im Herbst 2015 seine Kunststoff-Tochter Covestro an die Börse. In der Folge schrieb Covestro an der Börse eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte:

Bereits kurze Zeit nach dem Börsengang stieg das Unternehmen in den MDax auf. Nun, da der Streubesitz von Covestro zunimmt, wird sogar ein Aufstieg in den DAX immer wahrscheinlicher.

Kommen wir jetzt aber wieder zu der jüngsten Transaktion von Bayer:

Details zum Verkauf des Aktienpakets durch Bayer

Bayer hat insgesamt 10,9% seiner Covestro-Anteile mit Hilfe der Deutschen Bank und der Schweizer Großbank UBS verkauft.

Platziert wurden die Aktien gestern zu 66,50 € je Stück, was einem Abschlag zum Schlusskurs zum vorherigen Dienstag in Höhe von 6,4% entspricht.

Aufgrund der vorher sehr guten Kurs-Entwicklung der Covestro-Aktie wird Bayer es aber verschmerzen können, dass bei der gestrigen Platzierung der Covestro-Anteile ein kleiner Preisabschlag erforderlich war, um genug Käufer zu finden.

Es war das 1. Mal, dass Bayer aktiv Covestro-Anteile verkauft hat. Denn das Material für den Börsengang stammte aus einer Kapital-Erhöhung.

Dass Bayer sich jedoch im Laufe der Zeit von Covestro-Anteilen trennen würde, war kein Geheimnis.

Und nun haben die Leverkusener die sehr gute Kurs-Entwicklung der Covestro-Aktie genutzt, um einen Teil ihrer Beteiligung zu vergolden.

Bayer will seine Beteiligung an Covestro nach und nach weiter reduzieren.

Zum Zeitpunkt des Börsengangs der Bayer-Tochter hat die Mutter sogar angekündigt, sich langfristig komplett von ihren Covestro-Anteilen zu trennen.

Doch innerhalb der kommenden 3 Monate werden zunächst keine weiteren Anteile abgegeben. Denn Bayer hat sich dazu verpflichtet in den kommenden 90 Tagen keine weiteren Covestro-Anteile zu verkaufen.

Bayer nach wie vor Mehrheits-Eigentümer bei Covestro

Auch nach dem gestrigen Verkauf eines Anteils von insgesamt 10,9% an Covestro bleibt Bayer Mehrheits-Eigentümer des im MDax gelisteten Kunststoff-Spezialisten.

Kam Bayer zuvor noch auf einen Anteil von 64,2%, sind es nun immer noch 53,3%.

Gemessen an der Marktkapitalisierung von gut 13 Mrd. € wäre Covestro schon jetzt ein heißer Kandidat für den DAX.

Denn DAX-Konzerne wie Merck, ThyssenKrupp und E.ON kommen nicht auf höhere Marktkapitalisierungen.

Doch entscheidend im Hinblick auf eine Aufnahme in den DAX ist die sogenannte Freefloat-Marktkapitalisierung (also die Marktkapitalisierung der frei handelbaren Aktien).

Und die ist bei Covestro noch zu klein für eine Aufnahme in den DAX. Wenn sich Bayer zukünftig von weiteren Covestro-Anteilen trennt, wird diese aber immer wahrscheinlicher.

Sinn und Zweck des Verkaufs der Covestro-Anteile

Abschließend ist noch spannend, was der Verkauf der Covestro-Anteile für Bayer bedeutet.

Ganz einfach: Bayer ist durch die eingenommenen 1,5 Mrd. € der Finanzierung der beabsichtigten Monsanto-Übernahme wieder einen Schritt näher gekommen.

Im Portfolio von Bayer schlummern noch einige Schätze, die versilbert werden können und aktuell noch nicht im Aktienkurs enthalten sind.

2. März 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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