Bayers Monsanto-Übernahme: Das sieht gut aus!

Bayer wird die Monsanto-Übernahme voraussichtlich in den kommenden Wochen abschließen können.Für die Aktie könnte das ein Befreiungsschlag sein. (Foto: ricochet64 / shutterstock.com)

Die Übernahme des US-amerikanischen Saatgutherstellers Monsanto kommt voran. Bieter Bayer hat vorgestern das OK der chinesischen Wettbewerbsbehörden bekommen und damit eine weitere Hürde genommen.

Ganz ohne Auflagen erfolgte die Freigabe jedoch nicht: So soll unter anderem das komplette Gemüsesaatgut-Geschäft und das Glufosinat-Geschäft abgegeben werden. Für Bayer ist die Freigabe dennoch ein Erfolg, denn der Verkauf des Gemüsesaatgut-Geschäfts wurde bereits auf den Weg gebracht.

Letzte Genehmigungen voraussichtlich bis Anfang April

War der Ausgang des langwierigen Genehmigungsverfahrens Anfangs so gut wie unvorhersehbar, stehen jetzt die Chancen für die Leverkusener gut, dass der Deal mit Verzögerung abgeschlossen werden kann.

Voraussichtlich in den kommenden Wochen folgen die Entscheidungen der US- und der EU- Wettbewerbsbehörden. Dabei zeigte sich die EU-Kommission nach neuerlichen Zugeständnissen wohlwollend, den Deal zu genehmigen.

Markt erwartet zeitnahen Übernahme-Abschluss

Bayer erwartet, dass die im September 2016 angekündigte 66 Mrd. Dollar schwere Monsanto-Übernahme im zweiten Quartal dieses Jahres abgeschlossen werden kann. Mit den letzten Genehmigungen vor Augen, dürfte der neue Zeitplan eingehalten werden können.

Dies ist besonders wichtig für die Monsanto-Aktionäre, die dann mit der Überweisung des Kaufpreises rechnen können. Bayer bietet 128 Dollar je Monsanto-Aktie.

An der Börse kosten Monsanto-Anteile derzeit 123 Dollar und liegt damit rund 4% unter dem Angebotspreis. Die geringe Lücke zeigt, dass der Markt keine weitere Verzögerung oder gar ein Scheitern des Deals auf der Zielgeraden erwartet.

Chemiebranche: Megafusionen beherrschen den MarktBayer übernimmt Monsanto. Durch die Fusion von Dow Chemical und DuPont ist mit DowDuPont Inc. ein neuer Megakonzern entstanden. › mehr lesen

Konsolidierung im Agrarchemie-Sektor im Volumen von über 200 Mrd. Dollar

Mit der Übernahme von Monsanto endet eine riesige Konsolidierung im Saatgut- und Pflanzenschutz-Markt. Bereits vor diesem Deal schlossen sich die Branchengrößen Dow Chemical und DuPont sowie Syngenta und ChemChina zusammen.

Lediglich DAX-Schwergewicht BASF hielt sich im Rennen um Marktanteile ein wenig zurück. Doch die Ludwigshafener werden am Ende ebenfalls Milliarden zur Stärkung der Position investiert haben.

Die durch den Bayer-/Monsanto-Zusammenschluss veräußerten Geschäftsbereiche gehen mehrheitlich an die BASF. Ein Kaufvertrag im Volumen von 5,9 Mrd. Euro ist bereits unterzeichnet und weitere 1,5 Mrd. Euro könnten durch den Verkauf des Gemüsesaatgut-Geschäfts hinzukommen.

Bayer-Aktie könnte nach Übernahme-Abschluss durchstarten

In der Nach-Deal-Phase könnte die Bayer-Aktie für die Investoren ein echter Gewinn sein. Auf Jahressicht hat das Papier rund 10% verloren, auch weil die Unsicherheit über den Monsanto-Deal Investoren von einem Einstieg abhielt.

Wenn der Bremsklotz im zweiten Quartal gelöst wird, könnte die Aktie die Underperformance der vergangenen 12 Monate wieder wett machen. Analysten der Baader Bank erwarten einen Stimmungswechsel der Investoren und empfehlen mit Kursziel 140 Euro den Einstieg.

Das US-Analysehaus Bernstein bezeichnete die Bayer-Aktie für die Zeit nach dem Deal als das beste Investment in dem Sektor – aktuell lautet das Bernstein-Kursziel für das Papier 127 Euro.


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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.