Beate Uhse meldet Insolvenz an

Der deutsche Erotik-Konzern Beate Uhse stellte wegen drohender Zahlungsunfähigkeit einen Insolvenz-Antrag. Hier die Details und Hintergründe: (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Und wieder eine Warnung, die sich leider bestätigt hat:

Vor wenigen Tagen hat der im schleswig-holsteinischen Flensburg ansässige Erotik-Konzern Beate Uhse einen Insolvenz-Antrag gestellt.

Sie als meine Leser waren zuvor bereits gewarnt

Denn am 2. Juli 2014 habe ich Sie unter der Überschrift: „Beate Uhse: Die Anleihe ist zu heiß“ vor der Beate-Uhse-Anleihe gewarnt, die das Unternehmen zu dieser Zeit begeben hat.

Meine Einschätzung lautete:

„Ein Zinskupon von 7,75% sieht in der aktuellen Niedrigzins-Phase auf den 1. Blick sehr verlockend aus. Doch unter genauerer Betrachtung passt für mich das Verhältnis von Chance und Risiko hier nicht zusammen. Denn die Verzinsung spiegelt nach meiner Ansicht nicht das tatsächliche Risiko der Investition wider.“

Und weiter:

„Diejenigen Investoren, welche die Anleihe gezeichnet haben, müssen sich dessen bewusst sein, dass sie in ein Unternehmen investiert haben, das in den vergangenen 5 Jahren nur ein einziges Mal einen Gewinn erwirtschaften konnte und sich zudem in einem schwierigen Markt mit einer bislang nicht von Erfolg gekrönten Strategie befindet. Angesichts dessen halte ich selbst den auf den 1. Blick üppig wirkenden Zinskupon von 7,75% pro Jahr für zu niedrig.“

Die Anleger rissen sich 2014 förmlich um die Beate-Uhse-Anleihe.

Offensichtlich hatte der hohe Zinskupon eine derart hohe Anziehungskraft, dass das Orderbuch schon vor Ablauf der Zeichnungsfrist wegen Überzeichnung wieder geschlossen werden musste.

Bis Mitte Oktober 2016 notierte die Anleihe noch bei 100% oder sogar darüber.

Dann folgte der Absturz: Bereits im Februar dieses Jahres war die Anleihe um 80% auf eine Notiz von rund 20% abgestürzt.

Umschuldung geplatzt – Zahlungsunfähigkeit drohte

„Der Vorstand der Beate Uhse AG, Michael Specht, hat sich zu diesem Schritt entschlossen, um die Sanierung der gesamten Gruppe in Eigenverwaltung nachhaltig umzusetzen.“

Dies teilte die Beate Uhse AG im Zusammenhang mit dem Insolvenz-Antrag mit.

Deutschland knickt vor Frankreich einMerkel handelt wieder einmal gegen den Willen der Wähler. Und Ihr Steuergeld wird in der Türkei verschwendet. › mehr lesen

Die Insolvenz-Anmeldung betreffe ausschließlich die Beate Uhse AG in ihrer Funktion als Holding, für die Tochtergesellschaften der Beate Uhse AG werde keine Insolvenz beantragt.

„Damit halten die operativen Gesellschaften in Deutschland und den Niederlanden ihren Geschäftsbetrieb uneingeschränkt aufrecht und die Handlungsfähigkeit wird gesichert.“

So hieß es seitens des Unternehmens.

Zur Stellung des Insolvenz-Antrags kam es, weil eine Umschuldung im Zusammenhang mit einer Anleihe im Volumen von 30 Mio. € gescheitert war.

Es habe diesbzgl. keine Einigung mit den Gläubigern gegeben. Daher habe der Beate Uhse AG die Zahlungsunfähigkeit gedroht.

Mit Blick auf das angestrebte Insolvenz-Verfahren sagte Specht:

„Wir haben damit einen Weg eingeschlagen, bei dem wir sehr zuversichtlich sind, die Unternehmens-Gruppe als Ganzes sanieren zu können.“

Seit heute ist klar, dass  das zuständige Amtsgericht Flensburg dem Antrag der Beate Uhse AG stattgegeben und durch Beschluss vom 15. Dezember 2017 die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet hat.

Im Zuge dessen wurde der White-&-Case-Partner Dr. Sven-Holger Undritz zum vorläufigen Sachwalter bestellt.

Wie geht’s mit Beate Uhse weiter?

Was nun aus dem Geld der Beate-Uhse-Aktionäre und -Anleihegläubiger wird, muss die Zukunft zeigen.

Ich rechne mit einem hohen Verlust; vielleicht sogar Totalverlust, und bekräftige daher meine Warnung vor den Wertpapieren dieser AG.

Ich werde Sie in jedem Fall darüber auf dem Laufenden halten.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Rolf Morrien. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz