Bechtle: IT-Spezialist führt Aktiensplit durch

Lesen Sie in diesem Beitrag unseres Experten Rolf Morrien alles Wissenswerte zum Thema Aktiensplits und über den Aktiensplit von Bechtle: (Foto: Nicoeinino / shutterstock.com)

Der deutsche Aktienmarkt startete heute mit leichten Kurs-Abschlägen in die neue Handelswoche.

Bechtle legt gegen den Trend zu

Gegen den Trend zulegen konnte dagegen die Aktie des IT-Spezialisten Bechtle. Ich beschreibe Ihnen hier, wie Bechtle das Plus mit einem psychologischen Trick geschafft hat.

Einigen Aktionären des im TecDax notierten IT-Spezialisten Bechtle dürfte heute morgen im 1. Augenblick der Schreck in die Glieder gefahren sein.

Die Bechtle-Aktie notierte zu Handelsbeginn bei rund 57 € und damit 50% unter dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag.

Doch die Erklärung dafür ist harmlos: Denn Bechtle hat in der Zwischenzeit nicht etwa eine dicke Gewinn-Warnung veröffentlicht.

Nein, Bechtle hat heute den bereits vor längerer Zeit angekündigten Aktiensplit im Verhältnis von 1:2 durchgeführt.

Was das konkret bedeutet, welche Auswirkungen der Aktiensplit hat und welche Auswirkungen Aktiensplits generell für Sie als Aktionäre haben, erfahren Sie im Folgenden:

So funktioniert ein Aktiensplit

Bei einem Aktiensplit handelt es sich um eine Maßnahme, mit der Aktien optisch attraktiver gemacht werden.

Kostet eine Aktie 100, 500 oder gar 1.000 €, dann erscheint sie optisch sehr teuer. Das schreckt mögliche Investoren ab.

Dieses Problem löst ein Aktiensplit: Die Zahl der Aktien wird vervielfacht (im Fall von Bechtle verdoppelt), das Grundkapital bleibt gleich.

Dadurch reduziert sich der Preis pro Aktie. Die Aktien erscheinen den Anlegern günstiger – und somit attraktiver.

Durch diesen „Trick“ fließt dem Unternehmen jedoch kein „frisches“ Geld zu.

Für Sie als Anleger hat der Aktiensplit keine große Bedeutung.

Wenn ein Konzern z. B. (wie bei Bechtle) einen Aktiensplit von 1:2 vornimmt, erhalten Sie als Anleger zu den bestehenden Aktien je eine Gratisaktie dazu.

Durch diese Vorgehensweise erhöht sich der Aktienbestand und der Aktienkurs verringert sich entsprechend. Der Wert der Aktien-Position ändert sich also nicht in Ihrem Depot.

Bei der Durchführung eines Aktiensplits werden die bisherigen Aktien eingezogen und durch Aktien mit einem niedrigeren Nennwert ersetzt.

Die Wertpapier-Kennnummer (WKN) bzw. International Securities Identificiation Number (ISIN) bleiben gleich.

Aktiensplits können positive Kurs-Entwicklung begünstigen

Generell kann ein Aktiensplit eine positive Kurs-Entwicklung einer Aktie fördern, tut dies aber nicht zwangsläufig.

Daher sollten Sie nicht davon ausgehen, dass die Kurs-Entwicklung durch einen solchen Schritt automatisch begünstigt wird.

Zwar kann man i. d. R. davon ausgehen, dass ein Aktiensplit für steigende Kurs-Erwartungen spricht.

Dennoch sollten Sie die Gesamtlage des Konzerns nicht aus den Augen lassen und dessen Perspektiven in die Betrachtung mit einbeziehen.

Beispiel Bechtle

Bei Bechtle stimmt aus meiner Sicht beides:

sowohl der vom Aktiensplit ausgehende günstige psychologische Effekt der optischen Verbilligung des Aktienkurses als auch die Entwicklung im operativen Geschäft von Bechtle.

Der psychologisch positive Effekt durch einen Aktiensplit hat bei Bechtle, wie oben beschrieben, bereits heute gewirkt.

Während der TecDax mit einem roten Vorzeichen aus dem Handel ging, schaffte Bechtle ein Plus von rund 1,5%.

Mehr über die Bechtle-Aktie erfahren Sie in meinem Börsendienst „Power-Depot“.

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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.