Bechtle und RIB sind dick im Geschäft

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Bechtle und RIB Software konnten im 1. Halbjahr nicht nur ihre Umsätze kräftig steigern, auch die weiteren Aussichten sind hervorragend. (Foto: Nicoeinino / shutterstock.com)

Bechtle konnte das hohe Wachstumstempo vom Jahresstart trotz schwierigerer Rahmenbedingungen im 2. Quartal erhöhen. Im 1.Halbjahr ist der Umsatz um 30,2% auf 2,5 Mrd. € gestiegen. Erfreulich ist, dass alle Länder und beide Segmente zu diesem Wachstum beigetragen haben. Regional legten die ausländischen Gesellschaften – auch akquisitionsbedingt – besonders stark zu. Ihr Zuwachs erreichte 56,5%, im Inland lag das Plus bei 18%.

Rein organisch legten die Systemhäuser in Österreich und der Schweiz mit 24,7% am stärksten zu. Im 2.Quartal war der Spitzenreiter beim organischen Wachstum der inländische E-Commerce mit einem Plus von 26,7%. Die Sparte IT-Systemhaus verbesserte den Umsatz um 19,6% auf 1,6 Mrd. € und die Sparte IT-E-Commerce um 54,4% auf 903,7 Mio. €.

Schwerpunkt des Wachstums war das Ausland

Die inländischen Gesellschaften konnten um 14% zulegen. Die Umsatzkosten stiegen etwas stärker als der Umsatz. Grund dafür war die Entwicklung des Materialaufwands, der wachstumsbedingt überdurchschnittlich wuchs. Das konnte durch die Personalkosten mit einem unterproportionalen Anstieg nur zum Teil kompensiert werden. Die Bruttomarge fiel zwar von 15,1 auf 14,3%, doch das Bruttoergebnis lag mit 357,2 Mio. € um 23,2% über dem Vorjahr. Das operative Ergebnis (EBIT) verbesserte sich um 29,8% auf 103,3 Mio. €. Gestützt durch ein starkes 1. Halbjahr geht der Vorstand davon aus, dass Umsatz und Ergebnis deutlich über dem Vorjahr liegen werden.

Unternehmensporträt

Bechtle gehört zu den drei größten IT-Systemhäusern in Deutschland. Die Gruppe ist in die Geschäftsfelder System-Integration und E-Commerce untergliedert. Die Sparte E-Commerce (Bechtle direct) ist auf den Direktvertrieb von IT-Handelsprodukten an gewerbliche Kunden spezialisiert. Die Implementierung und Integration der verkauften Software- und Hardware-Systeme beim Kunden ist im Bereich System-Integration zusammengefasst.

RIB Software hat den Umsatz im 1. Halbjahr um 48,2% auf 92,5 Mio. € gesteigert

Angetrieben wurde das Geschäft, weil RIB seine Lösungen jetzt auch als Cloud-Software anbietet. Die wiederkehrenden Umsätze (ARR) legten um 87% auf 51,8 Mio. € zu. Das internationale Umsatzwachstum erreichte 73,2%, der Bruttogewinn im Bereich Software lag bei 60,7%. Im iMTWO-Bereich (95% des RIB-Geschäfts) lag die EBITDA-Marge bei 25,2%. Über 50% der Umsätze wurden bereits durch Subscription generiert. Die positiven Auswirkungen der Umstellung von Lizenz auf Subscription werden sich zukünftig mit einer stärkeren EBITDA-Marge bemerkbar machen.

In den ersten 6 Monaten wurden 20.726 User (+145,4%) für MTWO und iTWO 4.0 gewonnen. Bis Ende des Jahres sollen es über 30.000 werden und mittelfristig über 2 Mio. Der Konzern erarbeitet eine Strategie für die Jahre 2020 bis 2030, um den langfristigen Erfolg sicherzustellen. Ziel der Strategie ist es, die Position von RIB als weltweiten Marktführer für Cloud-basierte BIM-Unternehmenssoftware zu etablieren und nachhaltig auszubauen.

RIB Software erwartet 2020 über 300 Mio. € Umsatz

Da die Nachfrage nach der MTWO-Cloud und den Top 100 iTWO 4.0 Modulen weltweit wächst, rechnet der Vorstand 2019 mit einem Umsatz von 212 Mio. €. Bereinigt um einmalige Anlaufkosten in neuen Geschäftsfeldern und M&A-Kosten sollte das EBITDA 55 Mio. € erreichen. Bei gleichbleibender Wachstumsrate und weiterhin starker Nachfrage geht S&T davon aus, dass 2020 der Umsatz 300 Mio. € überschreiten könnte.

Unternehmensporträt

Seit ihrer Gründung 1961 ist RIB Software Vorreiter für Innovationen im Bauwesen. Insbesondere geht es dabei um das Building Information Modeling (BIM), wo zusätzlich zum 3D-Design von Bauprojekten die Dimensionen Zeit (4D) und Budget (5D) berücksichtigt werden. Mit über 1.000 Mitarbeitern in mehr als 30 Niederlassungen weltweit betreut RIB mehr als 100.000 Kunden.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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