Bechtle und Wirecard gewinnen Marktanteile

Die IT-Serviceanbieter Bechtle und Wirecard können ihre Marktstellung nicht nur verteidigen, sondern auch ausbauen. (Foto: obs/Wirecard AG/Paul Blind)

Bechtle hat 2017 seinen Wachstumskurs fortgesetzt.

Der Umsatz stieg um 15,4% auf 3,57 Mrd. €. Der Anstieg war weitgehend organisch und getragen von allen Regionen und Segmenten. Das operative Ergebnis (EBIT) erhöhte sich um über 14% auf 164,2 Mio. €. In allen Quartalen waren die Wachstumsraten durchweg zweistellig, mit zunehmender Dynamik im Jahresverlauf.

Das Segment IT-Systemhaus & Managed Services steigerte den Umsatz um 15,7%. Das breite Angebot an Services rund um Cloud-Konzepte, Workplace- und Datacenter-Architekturen, Security und Anwendungslösungen haben für eine spürbare Nachfrage gesorgt. Daher wuchs auch das EBIT überproportional um 18,5% auf 114,5 Mio. €. Die EBIT-Marge erhöhte sich leicht auf 4,5%. Das Segment IT-E-Commerce wuchs rein organisch um 14,6%.

Bechtle wachst stark In- und Ausland

Besonders stark war das Wachstum im Inland mit einem Plus von 19,2%. Aber auch die ausländischen Gesellschaften legten mit 12,9% zweistellig zu. Die Nachfrage war am höchsten bei mobilen Endgeräten sowie Monitoren und Servern. Das EBIT stieg um 4,8% auf 49,8 Mio. €. Auch 2017 hat Bechtle in Zukunftsprojekte investiert. Darunter der Umzug des Datacenters nach Frankfurt, die Gründung der Bechtle Clouds und die Einführung der zentralen digitalen Plattform bechtle.com.

Der Vorstand blickt optimistisch auf 2018. Der Geschäftserfolg gründet auf der Investitionsbereitschaft der Kunden in moderne IT-Architekturen, die eine entscheidende Voraussetzung zur Nutzung der Chancen sind, die sich aus der Digitalisierung ergeben.

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Unternehmensportrait

Bechtle gehört zu den drei größten IT-Systemhäusern in Deutschland. Die Gruppe ist in die Geschäftsfelder System-Integration und E-Commerce untergliedert. Die Sparte E-Commerce (Bechtle direct) ist auf den Direktvertrieb von IT-Handelsprodukten an gewerbliche Kunden spezialisiert. Die Implementierung und Integration der verkauften Software- und Hardware-Systeme beim Kunden ist im Bereich System-Integration zusammengefasst.

Wirecard hat sich in den ersten 9 Monaten stark entwickelt

Das über die eigene Plattform abgewickelte Transaktionsvolumen stieg um 43,5% auf 62,5 Mrd. €. Der Umsatz erhöhte sich um 42% auf 1,02 Mrd. € und das operative Ergebnis (EBITDA) um 34% auf 286,6 Mio. €. Unterm Strich hat Wirecard den Gewinn um 33,4% auf 168,5 Mio. € gesteigert. Der bereinigte Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit belief sich auf 234,0 Mio. €.

Das Unternehmen hat seine Vorreiterrolle im Bereich innovativer Lösungen für die Digitalisierung von Zahlungsprozessen deutlich ausgebaut. Dabei profitiert Wirecard von einem sich beschleunigenden Trend zur Digitalisierung in allen Branchen und Vertriebskanälen. Durch die Bereitstellung eines kompletten digitalen Systems im Bereich Zahlungsabwicklung unterstützt Wirecard weltweit Unternehmen aus allen Branchen bei der digitalen Transformation.

Mobile-Payment-Lösung auf dem Vormarsch

Allianz Partners, VISA und Wirecard haben beispielsweise die neue Mobile-Payment-Lösung – Allianz Prime – zunächst mit Schwerpunkt auf europäische Märkte eingeführt. Nutzer von Allianz Prime können überall in der Welt sichere, mobile Transaktionen an kontaktlosen Terminals tätigen. Wirecard übernimmt die Abwicklung aller Transaktionen und kombiniert den Service mit einem einzigartigen Kundenbindungsprogramm. Der Vorstand erwartet ein erfolgreiches 2017. Denn nach vorläufigen Zahlen erhöhte sich der Umsatz um rund 45% und das EBITDA um 34%. Der Jahresabschluss wird erst nach Redaktionsschluss veröffentlicht.

Unternehmensportrait

Die Wirecard AG ist 2005 aus der InfoGenie AG hervorgegangen und zählt seitdem zu den erfolgreichsten IT-Dienstleistern in Europa. Der Konzern verbindet Technik mit Finanzen und besitzt sogar eine Banklizenz. Wirecard ist Principal Member bei VISA und MasterCard und ist damit berechtigt, Kreditkarten herauszugeben. Zentrale Einnahmequellen sind der elektronische Zahlungsverkehr und das Lizenzgeschäft.


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.