Befreiungsschlag bei diesem Rohstoff-Händler?

Abschreibung Symbolbild Münzstapel_shutterstock_549124294_Jinning Li

Der Rohstoffmarkt strauchelt angesichts der Krise. Glencore ist rund um Rohstoffe tätig, der Aktienkurs dümpelt. Was passieren muss, damit es rasant nach oben geht. (Foto: Jinning Li)

Gold nimmt aktuell Fahrt auf. Und auch bei anderen Rohstoffen sieht die Situation zumindest nicht so düster aus, wie noch im April gedacht. Doch reicht das für ein Investment in Glencore? Wir haben die Aktie seit vielen Jahren auf dem Schirm und haben Höhen und Tiefen begleitet. Warum es aktuell nicht so gut aussieht und was passieren muss, damit die Aktie anspringt, erfahren Sie in unserer Analyse.

Zunächst aber ein paar Eckdaten: Das Unternehmen geht aus dem Zusammenschluss des Rohstoffhändlers Glencore und dem Bergbauunternehmen Xstrata im Mai 2013 hervor und gehört zu den weltgrößten Rohstoffkonzernen. Die operative Tätigkeit ist in 3 Bereiche geteilt: Metals and Minerals beinhaltet Ausbeutung, Raffinerie und Lagerung von Kupfer, Nickel, Zink, Alu und Eisenerz; Energy Products beinhaltet Kohleminen und die Ölproduktion; im dritten Segment bündeln sich Agrarprodukte.

Keine guten Nachrichten für Aktionäre

2019 rutschte Glencore in die roten Zahlen. Das geplante Umsatzwachstum konnte nicht erreicht werden. Das EBIT war mit 4,1 Mrd $ um die Hälfte geschrumpft. Durch die hohen Abschreibungen fiel ein Verlust in Höhe von 404 Mio $ an. Dieser resultiert auch aus den niedrigen Gaspreisen, worunter die europäischen Kohlemärkte gelitten haben. Der Cashflow war positiv, aber mit 8,7 Mrd $ unter Vorjahresniveau.

Glencore war von temporären Minenschließungen betroffen, konnte aber an diversen Standorten die Produktion auf Vorjahresniveau halten bzw. erhöhen. Im 1. Quartal war sichtbar, dass die Kobalt- und die Kupferproduktion in Afrika am meisten gelitten haben. Hingegen hat die Öl-Fördermenge um mehr als die Hälfte zugelegt. Mittlerweile kann mit erhöhten Hygienemaßnahmen fast überall wieder normal abgebaut werden.

Um die Liquidität hochzuhalten, wurden die geplanten Investitionen in Höhe von 5,5 Mrd $ vorsichtshalber um 1,5 Mrd $ zurückgeschraubt. Außerdem wurde die Dividendenzahlung aufgeschoben und kurz- sowie langfristige Kreditlinien erhöht. Das Aktienrückkaufprogramm wurde vorerst nicht verlängert.

Erfolge in Teilbereichen machen Hoffnung

Positiv ist das erreichte Klimaziel. Vor drei Jahren wurde das Ziel gesetzt, die Treibhausgase um 5% zu reduzieren, bis dato konnten diese sogar um 10% verringert werden. Ebenfalls positiv ist ein langfristiger Vertrag für Kobaltlieferungen an das südkoreanische Unternehmen SK Innovation.

In den nächsten Jahren sollen tausende Tonnen Kobalt geliefert werden, hauptsächlich zur Herstellung von E-Autobatterien. Trotz der hoffnungsvollen Entwicklung in einigen Teilbereichen, leidet das Unternehmen unter den niedrigen Gaspreisen. Erst wenn die Preise für fossile Energieträger wieder anspringen, klettert auch die Aktie von Glencore wieder. Meiden Sie die Aktie bis dahin!

Abschreibung Symbolbild Münzstapel_shutterstock_549124294_Jinning Li

Kapsch: Talfahrt des Mautspezialisten setzt sich ungebremst fortKapsch-Aktie: Kurs des Telematikspezialisten nähert sich 12-Jahres-Tief. Umsatzeinbruch, Verluste und gestrichene Dividende. Anlegenerven werden spürbar strapaziert › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Volker Gelfarth. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz