Bei den kleineren Baumaschinen läuft das Geschäft noch

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Im Spezialmaschinenbau herrscht Katerstimmung. Lediglich die höhere Nachfrage bei kleineren Bau- und Forstmaschinen hebt die Stimmung etwas. (Foto: OlegDoroshin / shutterstock.com)

Bei Caterpillar liefen die Geschäfte alles andere als rund. Nach einem schwachen 3. Quartal rechnet der Baumaschinenhersteller auch im Schlussquartal mit keiner Besserung. Der Umsatz sank im 3. Quartal um 5,6%. Er fiel mit Ausnahme von Lateinamerika in allen Regionen, insbesondere in Asien. Grund ist der andauernde Handelsstreit zwischen den USA und China.

Unterm Strich ging der Gewinn um fast 14% zurück. Besserung ist nicht in Sicht. Bei Deere führten die Handelskonflikte und schwierigen Aussaat- und Erntebedingungen bei den Landwirten zu verringerten Investitionen in neue Maschinen. Weil die gesamtwirtschaftliche Lage aber positiv ist, trug dies zu einer höheren Nachfrage bei kleineren Maschinen bei und hat zu soliden Ergebnissen im Bereich der Bau- und Forstmaschinen geführt.

Dank guter Märkte in Zentraleuropa sowie Italien, Spanien und England hatte Wacker Neuson einigen Rückenwind. Im saisontypisch starken 3. Quartal schnitten die Regionen besser ab als im Vorjahr. Neben dem robusten Wachstum der europäischen Bauwirtschaft trug das Geschäft mit landwirtschaftlichen Maschinen überproportional zur positiven Entwicklung bei. In Europa, wo Wacker knapp drei Viertel seines Umsatzes erzielt, wuchs der Umsatz um 10%. Sehr gut verkauften sich Rad- und Teleskoplader für die Landwirtschaft.

Jungheinrich verschreckt Aktionäre mit einer Gewinnwarnung

Das Weltmarktvolumen für Flurförderzeuge wies in den ersten 9 Monaten 2019 einen Rückgang um 4,4% auf. Das entspricht rund 50.000 Fahrzeugen. Der Rückgang ist vor allem auf die geringeren Bestellungen im europäischen und nordamerikanischen Markt zurückzuführen. Die Entwicklung in den Produktsegmenten verlief ähnlich. Die weltweite Nachfrage nach Lagertechnik ging um 2% zurück. Das Volumen von Gegengewichtsstaplern mit elektrischem Antrieb verringerte sich um 7%.

Vor diesem Hintergrund hat Jungheinrich seine Prognose nach unten angepasst. Der schwache Ausblick auf das Jahr 2020 ließ die Aktie um fast ein Drittel einbrechen. Der starke Rückgang der Nachfrage und der schrumpfende Markt in Europa lassen den erwarteten Umsatz für 2020 auf 3,6 bis 3,8 Mrd. € sinken. Auch das operative Ergebnis wird schwächer ausfallen. Um die Profitabilität weiterhin zu sichern, investiert Jungheinrich in Digitalisierung, Automatisierung und Lithium-Ionen-Technologie.

KION ist dagegen in dem schwierigen Marktumfeld auf Kurs geblieben und hat die Erwartungen im 3. Quartal übertroffen. Der Umsatz legte um 13,9% zu. Unterm Strich stieg der Gewinn um rund ein Viertel. Der Trend zur Lagerautomatisierung bleibt weiterhin der Wachstumstreiber und führt zu einer hohen Nachfrage nach Lieferkettenlogistik.

Rosenbauer: Über 4 Jahre im Korrekturmodus

Im April 2015 erreichte Rosenbauer mit 578 Mio. € Börsenwert einen neuen Rekord. Seit dem damaligen Allzeithoch von 85 € befindet sich die Aktie in einer scharfen Konsolidierungsphase, und dass, obwohl die Geschäfte zufriedenstellend laufen. Rosenbauer steigerte in den ersten 9 Monaten den Umsatz um 11%. Dabei fielen die Auslieferungen in Nordamerika, Zentraleuropa und Asien höher aus, während der Mittlere Osten, Nord- und Westeuropa Rückgänge verbuchten. Eine ausgeprägte Saisonalität ist aber charakteristisch für die Feuerwehrindustrie.

Immerhin hat sich der Aktienkurs vom Tiefpunkt im November erholt – liegt aber immer noch mehr als 50% unter dem Allzeithoch. Bewertung und Dividendenrendite sind ansprechend.

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Wacker Neuson mit durchwachsenen ZahlenDer mittelständische Baugerätehersteller Wacker Neuson hat vorläufige Geschäftszahlen für 2019 präsentiert und seine Gewinnprognose reduziert. › mehr lesen


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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