Bei der Bank of America und JPMorgan Chase & Co. steht Shareholder-Value im Vordergrund

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Aktienrückkäufe, steigende Dividenden und solide Ergebnisse steigern die Attraktivität der beiden US-Banken. (Foto: unknown)

Die Bank of America profitiert von der hohen Nachfrage nach Krediten, steigenden Einlagen und einem guten Investment-Banking-Geschäft.

So legte der Gewinn vor Sonderfaktoren im 3. Quartal um 4% auf 7,5 Mrd. $ zu. Im Zuge der Aktienrückkäufe betrug das Wachstum beim Gewinn je Aktie attraktive 14%. Der Buchwert pro Aktie stieg um 11% auf 27 $. Unter dem Strich verdiente die Bank aufgrund einer Abschreibung auf ein beendetes Joint Venture 5,8 Mrd. $. Dabei handelt es sich um einen Einmalaufwand. Rechnet man den Gewinn vor Sonderfaktoren auf 1 Jahr hoch, erwirtschaftete die Bank of America eine Rendite auf die Bilanzsumme von 1,2% und schaffte damit Mehrwerte für die Aktionäre.

Aktionäre der Bank of America profitieren von der Shareholder-Value-Politik

Eine Gesamtkapitalrendite von 1% gilt als Schwellenwert für eine gut wirtschaftende Bank und wird nur von wenigen Großbanken erreicht. Zudem profitieren die Aktionäre von der Shareholder-Value-Politik. Allein in den kommenden 12 Monaten sollen 37 Mrd. $ in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen ausgeschüttet werden – das sind über 12% der Marktkapitalisierung.

Bei einer Vollausschüttung des Gewinns wird sich die Aktienanzahl auf Sicht von 3 bis 5 Jahren auf rund 6,3 Mrd. reduzieren und damit nahezu wieder das Vorkrisenniveau aus 2008 erreichen. Selbst bei einem Nullwachstum würde der Gewinn je Aktie auf 4,20 $ steigen. Bei einem prognostizierten Gewinnwachstum von 5% pro Jahr sehe ich das langfristige Potenzial beim Gewinn pro Aktie bei 5,30 $, was bei einem vorsichtig geschätzten KGV von 8,5 bis 10,5 eine attraktive Kursbandbreite von 45 bis 56 $ ergibt.

Unternehmensporträt

Die Bank of America (BoA) entstand aus der Fusion von BankAmerica und NationsBank im September 1998. Die besonders im Privatkundengeschäft und in der Unternehmensfinanzierung tätige Bank ist mit Zweigstellen in den USA und mit Repräsentanzen in 30 Ländern der Welt vertreten. Wachstum auch durch Akquisitionen von FleetBoston in 2004, MBNA in 2006, LaSalle in 2007, Countrywide in 2008 und Merrill Lynch im Januar 2009.

JPMorgan Chase & Co. präsentiert weiterhin starke Quartalszahlen

Im 3. Quartal fuhr die Bank mit 30,1 Mrd. $ Rekordeinnahmen ein. Der Gewinn lag mit 8,6 Mrd. $ um 8% über dem Vorjahreswert. Parallel dazu kaufte JPMorgan Chase & Co. weiter eigene Aktien zurück. So legte der Gewinn pro Aktie um 15% zu. Die annualisierte Eigenkapitalrendite verbesserte sich um 1 Prozentpunkt auf 15% und stellte im Branchenvergleich einen Spitzenwert dar.

Wir gehen davon aus, dass sich das Wachstum in den kommenden Quartalen etwas abschwächen wird. Grund sind die tendenziell sinkenden Zinsen in den USA. Die Kapitalmarktlage und das nachlassende wirtschaftliche Wachstum versprechen ebenfalls keine größeren Zuwächse. Zudem profitiert JPMorgan Chase & Co. im laufenden Jahr von einer geringeren Steuerquote. Dieser Effekt wird sich im kommenden Jahr verflüchtigen. Wenngleich das Gewinnwachstum damit voraussichtlich an Dynamik verlieren wird, sehe ich JPMorgan Chase & Co. weiter auf Kurs.

Aktionäre profitieren von Aktienrückkäufen und steigender Dividende

Die Ausgaben der Verbraucher bewegen sich auf einem anhaltend hohen Niveau. Zudem konnte JPMorgan Chase & Co. im Investment-Banking weiter zulegen und die weltweite Marktführerschaft behaupten. Darüber hinaus können sich die Aktionäre neben weiteren Aktienrückkäufen und einem somit beschleunigten Wachstum des Gewinns pro Aktie auf eine Anhebung der Quartalsdividende von 80 auf 90 Cent pro Aktie freuen.

Bei einem insgesamt weiter wachsenden Geschäft, branchenüberdurchschnittlichen Fundamentaldaten und einem günstigen KGV von 11 sehen ich weiteres Potenzial.

Unternehmensporträt

JPMorgan Chase & Co. (JPM) entstand am 31.12.2000 aus der Fusion von J.P. Morgan und Chase Manhattan. Die kombinierte Gesellschaft J.P. Morgan Chase fusionierte am 1.7.2004 mit Bank One. Übernahme der Großsparkasse Washington Mutual und der Investmentbank Bear Stearns in der Finanzmarktkrise 2008. Wichtige Geschäftssegmente sind Investmentbank, Retail Financial Services und Kreditkarten-Services.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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