Bei diesem MDAX-Wert ist die Übernahme-Phantasie neu entfacht

Die Folgen des britischen EU-Abschieds sind auch fünf Tage nach der Brexit-Entscheidung absolut unklar.

Die massive Unsicherheit lässt die Anleger an den Börsen entsprechend vorsichtig agieren.

Immerhin: Heute konnte der deutsche Leitindex DAX sich leicht erholen: Nach den beiden vorangegangenen Handelstagen, an denen der DAX knapp 10% an Wert verloren hatte, legte er nun bis in den Nachmittag um gut 2% zu.

Analysten bezeichnen dies aber lediglich als natürliche Korrektur auf die zuvor massiven Verluste.

In den kommenden Tagen stehen uns noch weitere Schwankungen an der Börse bevor: Auf der einen Seite werden Anleger Gewinne mitnehmen wollen, da sie befürchten, dass es mit den Kursen weiter bergab gehen könnte.

Auf der anderen Seite werden Schnäppchenjäger die Gunst der günstigen Kurse für sich nutzen wollen. Beide werden sie abwechselnd die Aktienkurse in unterschiedliche Richtungen bewegen.

US-Investor setzt Stada unter Druck

Währenddessen stand heute die Stada-Aktie unter besonderer Beobachtung: Die Aktie des Arzneimittel-Herstellers machte zwischenzeitlich einen Satz um über 4% nach oben.

Der Grund: US-Investor Guy Wyser-Pratte sagte dem „Handelsblatt“, dass er in den vergangenen Monaten einen namhaften Aktienbestand aufgebaut habe – noch liege er aber unter 3%.

Wyser-Pratte machte in dem Interview aber deutlich klar, dass er seinen Einfluss noch stark ausbauen möchte.

So fordert er einen Zusammenschuss mit einem anderen starken internationalen Wettbewerber, da das Stada-Management die eigene Internationalisierung nicht stark genug vorangetrieben habe.

Bereits Ende Mai hatte ein Medienbericht über vermeintliche Gespräche mit CVC Capital Partners den Aktienkurs von Stada auf ein Allzeithoch von 49,20 € ansteigen lassen – spätestens nachdem Anfang Juni dies Stada dementierte, gab der Kurs wieder deutlich nach. Aktuell notiert die Stada-Aktie bei 44 €.

Leichtes Wachstum

Die heutige Nachricht vom Einstieg des aktivistischen Investors Guy Wyser-Pratte wird den Kursverlauf der Stada-Aktie aber weiter unterstützen.

Für 2016 rechnet der Stada-Vorstand um Unternehmens-Chef Matthias Wiedenfels mit einem leichten Wachstum des um Währungs- und Portfolio-Effekte bereinigten Konzern-Umsatzes, des bereinigten EBITDA und des bereinigten Konzern-Gewinns.

Aktuell ist die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 15 fair bewertet. Sie sehen: Kurs-Chancen ergeben sich eher aus den neu entfachten Übernahme-Phantasien.

28. Juni 2016

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Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.

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