Bei diesem Ölgiganten sprudeln nicht nur die Gewinne

Royal Dutch Shell RED – shutterstock_518747953 Bjoern Wylezich

Royal Dutch Shell erwirtschaftet weiter hohe Gewinne und schüttet daher auch attraktive Dividenden an die Aktionäre aus. (Foto: Bjoern Wylezich / Shutterstock.com)

Bei den Bilanzdaten lohnt sich auch einmal auf die Energiewerte zu schauen. Die haben in den vergangenen Jahren immer mal wieder unter niedrigen Preisen zu leiden gehabt. Wie Sie sich noch erinnern, kostete beispielsweise das Barrel Öl Ende 2018 kurzzeitig sogar weniger als 45 Dollar. Auf dem Niveau schmolzen die Gewinne der Ölkonzerne massiv zusammen.

Die großen Ölkonzerne haben aber ihre Hausaufgaben gemacht und kräftig auf die Kostenbremse getreten. Die positiven Auswirkungen sehen wir jetzt bei den aktuellen Bilanzen. So hat beispielsweise der große Konzern Royal Dutch Shell nun die aktuelle Bilanz vorgelegt. Und eins ist jetzt schon deutlich: So langsam nähert sich der Ölkonzern beim freien Cashflow und den Gewinnen den alten Rekordzeiten an.

So stieg der operative Cashflow im Geschäftsjahr 2018 auf 11,3 Mrd. Dollar. Gleichzeitig schaffte Royal Dutch Shell ein operatives Ergebnis von über 20 Mrd. Dollar. Das entspricht einer Steigerung von rund 30% gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Starker Gewinnsprung bei gleichbleibender Produktion

Diese Ertragssteigerung gelang dem Unternehmen bei einer nahezu gleich gebliebenen Produktion von 3,5 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag. Öläquivalent heißt an dieser Stelle auch, dass die Gasproduktion hier mit eingerechnet worden ist. Gleichzeitig gelang es Royal Dutch Shell auch noch die eigene Schuldenbelastung zu senken. Auf diese Art und Weise war das Unternehmen in der Lage, die eigene Bilanz zu stärken.

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Für die Einschätzung der aktuellen operativen Zahlen ist es auch wichtig, wo der Ölkonzern die großen Gewinne erzielt. Derzeit ist es so, dass es hauptsächlich im krisenresistenten Downstream-Geschäft passiert. In dieser Sparte fallen die Verarbeitung und der Ölvertrieb. Im Gegensatz dazu wird die Ölproduktion als Upstream bezeichnet.

Die Umstrukturierung bei dem Unternehmen trägt zusätzlich Früchte. So ist die Übernahme der britischen BG-Group mit einem Gesamtvolumen von 64 Mrd. Euro ein klarer Hinweis darauf, dass Royal Dutch Shell auch im Gasbereich weiter eine starke Rolle spielen wird.

Knapp 7% Dividendenrendite

Nun sind viele Investoren mit Werten aus dem Öl-und Gasgeschäft zögerlich, denn die Gewinne schwanken doch sehr stark durch die deutliche Abhängigkeit von den Preisen. Aber diese zögerlichen Investoren kann Royal Dutch Shell auf jeden Fall mit einer hohen Dividende überzeugen. Auf Jahressicht ergibt sich aktuell immer noch eine Dividendenrendite von knapp 6 %. Da müssen Sie bei substanzstarken Unternehmen schon lange suchen.


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Heiko Böhmer
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.