Bei dieser Top-Aktie besser etwas warten

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Geduld zahlt sich aus – auch an der Börse. Wir haben eine Top-Aktie gefunden, die noch ein wenig reifen muss. (Foto: r.classen / shutterstock.com)

Opel galt für viele Jahre als Sorgenkind. Doch wie steht es um die Marke seit der Übernahme durch PSA Peugeot Citroën? Unser erster Eindruck zeigt ein positives Bild. Dies gilt übrigens für den gesamten Konzern. Wir erklären Ihnen, warum die PSA-Aktie zu unseren Favoriten gehört. Peugeot Citroën (PSA) ist nach Volkswagen der zweitgrößte Automobilhersteller Europas.

Weltweit rangiert PSA auf Rang sechs. Neben den Automarken Peugeot, Citroën, Opel/Vauxhall und der Modellreihe DS produziert der Konzern Motorroller und ist in den Geschäftsbereichen Fahrzeugausstattungen (Faurecia) und Finanzdienstleistungen aktiv.

Abgasmanipulation betrifft Vor-Eigner GM

Die Ergebnisse für die ersten 9 Monate waren von der Opel-Übernahme geprägt. PSA steigerte den Umsatz um 29%. Alle Sparten haben zum Wachstum beigetragen. Auf Opel entfiel ein Umsatz von 13,8 Mrd €. Der Absatz stieg um 19% auf 2,88 Mio Fahrzeuge. Lediglich von der Marke Peugeot verkaufte der Konzern weniger Autos. Regional überzeugten der Hauptmarkt Europa sowie Eurasien und Indien mit zweistelligen Absatzzuwächsen. Zur Gewinnentwicklung in den ersten 9 Monaten äußert sich PSA traditionell nicht.

Im 1. Halbjahr war der Gewinn aber um 18% auf 1,48 Mrd € gestiegen. Priorität hat die Wiederherstellung der Rentabilität von Opel. Die Halbjahreszahlen hatten bereits gezeigt, dass das Sparprogramm greift. Opel erwirtschaftete ein operatives Ergebnis von 502 Mio € vor Restrukturierungskosten. Opel hat die Fixkosten um 28% gesenkt, die Produktionsabläufe vereinfacht, das Management verschlankt und höhere Preise am Markt durchgesetzt. Weitere Einschnitte werden folgen.

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Wegen Überkapazitäten ist der Verkauf von Teilen des Entwicklungszentrums geplant. Zuletzt gab es aber auch schlechte Nachrichten. Opel steht unter dem Verdacht der Abgasmanipulation. Das Kraftfahrtbundesamt hat den Rückruf von 96.000 Diesel-Fahrzeugen angeordnet, bei denen unzulässige Abschalteinrichtungen festgestellt wurden. Für die Kosten der Rückrufaktion muss aber nicht PSA, sondern der frühere Opel-Eigner General Motors aufkommen.

Kommt Zeit, kommt Rat

Angesichts der Fortschritte bei der Opel-Sanierung und der günstigen Bewertung halten wir die Aktie auch weiterhin für sehr aussichtsreich. Einige Dinge wiegen aber auch negativ: Da ist zum einen die große Konkurrenz im Massengeschäft, die hohen Kosten für die Restrukturierung und der Verdacht auf Abgasmanipulation.

Was Letzteres für Folgen haben kann, haben deutsche Unternehmen bereits zu spüren bekommen. Angesichts des wechselhaften Marktumfeldes können Anleger bei PSA zunächst abwarten. Kommt Zeit, kommt Rat lautet die Devise – auch bei einer Dividendenrendite von 4,3%.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.