Bei einer Dividendenausschüttung hält der Fiskus die Hand auf

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Lesen Sie hier alles, was Sie über die Dividendenausschüttung und deren Versteuerung wissen müssen. (Foto: Monster Ztudio / shutterstock.com)

Zwischen April und Juni erreicht die Hauptversammlungssaison bei den Unternehmen ihren Höhepunkt und damit bricht die heiße Phase für die Anleger an.

Die Aktionäre stimmen dabei auch über die Dividendenausschüttung ab. Dividenden unterliegen voll der Abgeltungsteuer. Es sei denn, der Sparerpauschbetrag in Höhe von 801 € wird dadurch nicht ausgeschöpft.

Lesen Sie hier alles, was Sie über die Dividendenausschüttung und deren Versteuerung wissen müssen.

Basiswissen: Was ist eine Dividendenausschüttung

Aber erst mal klären wir Grundlegendes. Die Dividendenausschüttung ist der Teil des Gewinns, der an die Anleger gezahlt wird. Die Höhe der Dividendenausschüttung orientiert sich häufig am Gewinn des Unternehmens.

In der Regel bekommen die Anleger nicht der gesamte Gewinn. Ein Teil des Gewinns wird einbehalten, um beispielsweise Investitionen zu finanzieren oder Schulden zu tilgen.

Im Einzelfall kann auch eine Sonderdividende unabhängig vom Jahresüberschuss gezahlt werden, zum Beispiel wenn Unternehmensteile überaus erfolgreich verkauft worden sind.

Dividenden gelten als Zeichen für die wirtschaftliche Stärke eines Unternehmens.

Die Höhe der Dividende wird vom Vorstand vorgeschlagen und von der Hauptversammlung mit einfacher Mehrheit beschlossen. Die Dividendenzahlung erfolgt meist am Tag nach der Hauptversammlung.

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Meistens müssen Anleger Dividenden mit der Abgeltungsteuer versteuern. Kapitalgesellschaften können Dividenden steuerfrei vereinnahmen, seit 2004 sind jedoch 5 % der erhaltenen Dividende fiktiv als Betriebseinnahmen zu buchen, de facto also 5 % der Dividenden der Körperschaftsteuer zu unterwerfen.

Aktienverkauf direkt vor Dividendenausschüttung sinnvoll?

Am Tag der Dividendenausschüttung sinkt der Kurs einer Aktie etwa um die Höhe der Dividende. Dazu bekam der Experte Dr. Erhard Liemen folgende Leserfrage: „Bietet es sich deshalb nicht geradezu an, Aktien unmittelbar vor der Dividendenausschüttung zu verkaufen?“

Tun Sie das spätestens am Tag der Hauptversammlung, fällt zwar nur auf den Kursgewinn Abgeltungsteuer an.

Der Pferdefuß jedoch: Haben Sie die Aktien bereits vor Ende 2008 gekauft, geht der Bestandsschutz verloren. Dieses Vorgehen ist somit nur bei Papieren zu empfehlen, denen Sie kein Kurspotential mehr zutrauen.

Steuerfreie Einnahmen bei Verkauf vor Dividendenausschüttung möglich!

Anders sieht die Sache aus, wenn Sie noch alte Spekulationsverluste zur Verrechnung offen haben.

Notieren gleichzeitig nach 2008 erworbene Aktien im Plus, wird die steuerliche Seite für Sie interessant. Verkaufen Sie dann vor der Hauptversammlung, wird der Gewinn mit dem alten Minus verrechnet.

Das Ergebnis sind steuerfreie Einnahmen. Nutzen können Sie diese Strategie auch, wenn Sie Anteile an Aktienfonds haben. Vorausgesetzt, diese werden direkt vor dem Ausschüttungs- oder Thesaurierungstermin veräußert.

Im „Deutschen Wirtschaftsbrief“, dem Informations- und Frühwarndienst von Dr. Erhard Liemen, finden Sie weitere kurze, präzise und direkt umsetzbare Tipps zu den Themen: Aktien, Geldanlage und Finanzen.


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Dr. Erhard Liemen
Von: Dr. Erhard Liemen. Über den Autor

Dr. Erhard Liemen ist Chefredakteur verschiedener, international renommierter Informationsdienste. Seit 1996 betreut er den angesehenen und erfolgreichen Dienst "Der Deutsche Wirtschaftsbrief".