Bei einer Inflation schmilzt Ihr Erspartes wie Butter in der Sonne

Das größte Schreckgespenst einer Wirtschaft ist die Hyperinflation. Hier erfahren Sie alles, was Sie darüber wissen müssen. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Wenn Sie denken, dass das Schreckgespenst einer Hyperinflation der Vergangenheit angehört, muss ich Sie enttäuschen.

Denn gerade jetzt, ganz aktuell, befindet sich eines der erdölreichsten Länder dieser Welt in ihrem Würgegriff: Venezuela.

Die breite Masse verliert – der Staat gewinnt

Wir haben Ihnen in diesem Zusammenhang aufgezeigt, dass die Inflation immer die breite Masse trifft. Politiker und Ökonomen wissen natürlich, dass durch sie der Realwert der Staatsverschuldung drastisch gemindert werden kann.

Eine Inflation kann deshalb ein Ausweg für die zum Teil hochverschuldeten Staatshaushalte in der Euro-Zone sein. Letztlich geht es nicht darum, ob, sondern wann die Inflation kommt.

Medien bereiten die Öffentlichkeit auf Inflation vor

Selbst die Medien reihten sich in dieses Credo ein. Vielleicht erinnern Sie sich an diesen Spiegel-Titel: “Vorsicht, Inflation! Die schleichende Enteignung der Deutschen”.

Die Wirtschaftswoche legte nach: “Inflation – Gespenst oder Gefahr?”

Mit solchen Propaganda-Schlagzeilen wird die Bevölkerung, die Öffentlichkeit – und damit auch Sie – auf eine drohende Inflation vorbereitet. Vergessen Sie nicht: Nichts geschieht zufällig.

Zwar steckt dahinter keine Staats- und Medienverschwörung wohl aber Kalkül.

So könnte eine Inflation im heutigen Deutschland aussehen

Einige Experten rechnen zunächst mit einer schleichenden Inflation von bis zu 6 Prozent.

Andere wiederum erwarten Preissteigerungen im zweistelligen Bereich.

DAX, Inflation & Zinsen: Worauf Sie jetzt achten solltenBraut sich durch die Inflation und den Marktzins etwas Übles für den DAX 30 zusammen? – In diesem Beitrag erfahren Sie Näheres dazu: › mehr lesen

Doch die Wahrheit, dass die Inflation kein Gespenst ist – sie ist schon da. Wenn auch noch verhalten, ist sie dennoch nicht minder tückisch.

Die gefährliche Entwertung des Geldes

Sehen Sie: Die industrialisierte Welt steckt in einer schweren Schulden- und Wachstumskrise. Die Notenbanken versagen mit ihrer Politik, versuchen dieses Problem mit Geldinfusionen nie gekannten Ausmaßes zu bekämpfen.

Doch die Nebenwirkungen sind fatal: die langsame, aber gefährliche Entwertung des Geldes und damit Ihres Vermögens. Das können Sie überall sehen.

Hyperinflation: Das größte Schreckgespenst

Eine Hyperinflation ist gegeben, wenn die monatliche Inflationsrate 50 Prozent (das ist eine jährliche Rate von etwa 13.000 Prozent) oder mehr beträgt.

Kurzum: Bei einer Hyperinflation wächst die Preissteigerungsrate noch schneller als die nominelle Geldmenge, sodass die reale Geldmenge stark zurückgeht. Zusätzlich sinkt der Außenwert des Geldes rascher als der Binnenwert: Der Wechselkurs steigt deutlicher als das inländische Preisniveau.

Daraus resultiert eine Unterbewertung der Währung; das Vertrauen der Finanzmärkte und der betroffenen Menschen in diese ist völlig und endgültig verloren.

Die galoppierende Geldentwertung ist schneller als ein Waldbrand

Nach dem Ersten Weltkrieg lag die Inflationsrate in Deutschland bei bis zu 1.000 Prozent.

Bei der Hyperinflation von 1923 bei 100 Millionen Prozent.

Übrigens: 2008 stieg im südafrikanischen Land Simbabwe die Geldentwertung  auf 231 Millionen Prozent. Es gab jedoch noch weitere.


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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.