Bei Hochtief und STEICO brummt das Geschäft

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Die Bauunternehmen Hochtief und STEICO freuen sich über eine gute Auftragslage und blicken optimistisch in die Zukunft. (Foto: yuttana Contributor Studio/Shutterstock)

Getrieben von der weltweit robusten Baukonjunktur, vor allem aber dank guter Geschäfte der australischen und amerikanischen Töchter sowie der Beteiligung am Mautstraßenbetreiber Abertis hat Hochtief das Jahr 2018 mit neuen Rekorden abgeschlossen.

Der Umsatz stieg um 5,5% und der Gewinn um 28,6%. Die hochprofitable Abertis leistete bereits einen Beitrag von 84 Mio. €. Der viel beachtete operative Konzerngewinn stieg um 15,3% auf 521,4 Mio. € und übertraf damit die konzerneigenen Erwartungen. Überzeugt hat auch der Auftragsbestand, der um 5,9% auf 47,3 Mrd. € gewachsen ist. Der Auftragseingang schrumpfte zwar um 7,7% auf 28,1 Mrd. €, es errechnet sich aber immer noch eine starke Book-to-Bill-Ratio von 1,8.

Hochtief blickt optimistisch in die Zukunft

Angesichts der guten Auftragslage sowie einer Vielzahl potenzieller neuer Großprojekte kann Hochtief optimistisch in die Zukunft blicken. Immerhin werden in den kommenden Jahren in den Kernmärkten Asien, Nordamerika und Europa Projekte im Gesamtwert von 600 Mrd. € ausgeschrieben. Zudem verspricht die Abertis-Übernahme hohe Synergien beim Bau und Betrieb von Verkehrsinfrastrukturprojekten im Rahmen öffentlich-privater Partnerschaften. Für das laufende Jahr hat das Management jedenfalls einen operativen Konzerngewinn von 640 bis 680 Mio. € in Aussicht gestellt. Den tatsächlichen Gewinn schätzen wir auf 660 Mio. €.

Die Aktie hat zuletzt wieder besser abgeschnitten als der MDAX. Risiken bleiben die hohen Rohstoff– und Energiekosten sowie der Fachkräftemangel in vielen Ländern.

Unternehmensporträt

Hochtief gehört zu den vier größten internationalen Baukonzernen und ist in Deutschland die Nummer 1. Das Leistungsspektrum umfasst die Planung, Finanzierung sowie das Bauen und Betreiben von Projekten jeder Größenordnung. Mit seinen Töchtern Flatiron, Turner, UGL und Cimic/Leighton ist Hochtief in den USA und Australien vertreten.

STEICO hat das Jahr 2018 mit neuen Rekorden abgeschlossen

Der Umsatz stieg um 9,4%, im 4. Quartal sogar um 12,8%. Operatives und Vorsteuerergebnis stiegen aber jeweils nur um 9,1% auf 24 Mio. €, respektive 22,8 Mio. €. Hintergrund ist die Entwicklung der Preise für CO2-Zertifikate im EU-Emissionshandel, die sich im vergangenen Jahr mehr als verdreifacht haben. Der Konzern investiert seit Jahren kräftig in die Nutzung von Biomasse, um den steigenden Kosten für fossile Energieträger entgegenzuwirken und um die Abhängigkeit von Emissionszertifikaten zu verringern. Mittelfristig sollen alle Produktionsstandorte auf einen Regelbetrieb mit Biomasse umgestellt werden.

Der Ausblick auf das laufende Jahr fällt positiv aus

Geplant ist ein Umsatzwachstum von mehr als 10%. Sowohl in Deutschland als auch in anderen Kernmärkten rechnet STEICO mit einer stabilen Baukonjunktur auf hohem Niveau. Vor allem der Holzbausektor dürfte sich unverändert dynamisch entwickeln. Dank neuer Kapazitäten und Kapazitätsreserven in den Bereichen Holzfaserdämmstoffe und Furnierschichtholz ist der Konzern hervorragend aufgestellt, um in diesem günstigen Marktumfeld seinen Wachstumskurs fortsetzen zu können. Zudem scheint der Wettbewerbsdruck nachzulassen, zumal sich einige Konkurrenten aus dem Markt verabschiedet haben.

STEICO profitiert von der starken Nachfrage nach ökologischen Baustoffen zur Reduzierung des Energieverbrauchs. Daneben spielen dem Konzern die verschärften Anforderungen des Gesetzgebers an die Energieeffizienz in Neubauten in die Karten.

Unternehmensporträt

Die STEICO SE produziert und vertreibt Bauprodukte aus nachwachsenden Rohstoffen. Im Segment Holzfaser-Dämmstoffe ist STEICO Marktführer in Europa. Die Produkte finden beim Neubau und bei der Sanierung von Dach, Wand, Decke, Boden und Fassade Verwendung. STEICO ist Systemanbieter für den ökologischen Hausbau und bietet als einziger Hersteller ein Holzbausystem an, bei dem sich Dämmstoffe und konstruktive Bauelemente ergänzen.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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