Bei niedrigem Steuersatz lohnt sich die Steuererklärung

Schlussgong-Serie: Die besten Steuertipps für Kapitalanleger. Teil 5: Bei niedrigem Steuersatz lohnt sich die Steuererklärung. (Foto: IhorL / Shutterstock.com)

Im vorherigen Teil der Steuer-Serie haben Sie erfahren, wie Sie mit vor 2009 entstandenen Altverlusten aus Spekulationsgeschäften letztmalig in diesem Jahr Steuern sparen können.

In diesem Teil der Serie erfahren Sie, warum die Abgabe einer Steuererklärung besonders lukrativ ist, wenn Ihr persönlicher Steuersatz unterhalb des Abgeltungssteuersatzes liegt.

Häufig denken vor allem Menschen im Ruhestand, dass sie gar nicht zur Abgabe der Einkommensteuererklärung verpflichtet sind, da die Renteneinnahmen und die Börsengewinne bei weitem nicht mehr dem ehemaligen Arbeitseinkommen entsprechen.

Aber hier ist Vorsicht geboten. Denn: Die für Sie zuständige Finanzverwaltung erhält durch Meldungen der Rentenversicherungsträger genaue Informationen über die Höhe der Renteneinnahmen.

Bei der Steuerberechnung nicht die Börsengewinne vergessen

Darüber hinaus können Kapitalerträge, die Sie eventuell erfolgreich durch einen meiner Börsendienste erzielen konnten, Ihr Einkommen zusätzlich erhöhen, so dass Sie schnell über die steuerlichen Freibeträge kommen und Steuern zahlen müssen.

Die Renteneinnahmen werden seit dem Jahr 2005 mit einem immer höheren Anteil der Steuer unterworfen. Beginnt z.B. im Jahr 2012 die Rente, so werden von den Renteneinnahmen 64% besteuert. Die restlichen 36% bleiben steuerfrei.

Dieser Prozentsatz wird dann für den Rest des Lebens festgeschrieben. Unter Umständen können noch betriebliche Renten das Einkommen zusätzlich erhöhen.

So tragen Sie das Krankengeld in der Steuererklärung einDas Krankengeld ist zwar steuerfrei, muss aber in der Steuererklärung vermerkt werden und beeinflusst dadurch den persönlichen Steuersatz.  › mehr lesen

Ist Ihr Steuersatz niedrig, können Sie sich Geld zurückholen

Die Kapitalerträge werden in Deutschland seit 2009 pauschal mit 25% (+ Soli und Kirchensteuer) besteuert. Die Depot-Banken ziehen den Steueranteil (Abgeltungsteuer) direkt ab und leiten das Geld an das Finanzamt weiter.

Daher müssen diese Erträge in der Steuererklärung nicht unbedingt angegeben werden.

Allerdings kann es sich für Sie unter Umständen lohnen, freiwillig eine Steuererklärung abzugeben und eine „Günstigerprüfung“ zu beantragen.

Sollten Sie einen persönlichen Steuersatz von unter 25% besitzen, so wird dieser niedrigere Steuersatz auch auf Ihre Kapitalerträge angewendet. Zu viel gezahlte Steuer (Einbehalt durch die Banken) wird in diesen Fällen zurückerstattet.

Aus diesen Gründen ist es ratsam, Ihre persönliche Einkunftssituation genau zu prüfen. Haben Sie daher keine Angst vor der Aufforderung des Finanzamtes, eine Steuererklärung abzugeben. Vielleicht winkt sogar eine Steuererstattung von zu viel gezahlter Kapitalertragsteuer. Dann glänzen die realisierten Börsengewinne noch mehr.

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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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