Bei Qiagen sind die Übernahmespekulationen zurück

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Im Dezember sackte die Qiagen-Aktie nach zerschlagenen Übernahme-Spekulationen deutlich ab. Jetzt gibt es neue Spekulationen. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Die Anteilseigner von Qiagen erlebten im vergangenen Jahr ein Wechselbad der Gefühle: Bis Sommer gab es eine Seitwärtsbewegung, dann sackte der Kurs im Herbst deutlich ab und erreichte nur noch Kurse von knapp 23 Euro. Dann setzten Übernahmespekulationen ein – und es ging nach oben bis auf 39 Euro. Nachdem im Dezember der mögliche Verkauf seitens Qiagen abgesagt wurde, fiel der Kurs um rund 20% ab. Inzwischen kehren aber wieder die Übernahmefantasien zurück.

Spekulationen über Übernahme

Ende der vergangenen Woche war es soweit – die Anteilsscheine von Qiagen erlebten einen Schub und präsentierten sich wieder fester. Hintergrund war ein Bericht des auf Fusionen und Übernahmen spezialisierten Internetportals CTFN.

Dieses, in der Regel gut unterrichtete Portal berichtete, dass eine “interessierte Partei” immer noch einen möglichen Kauf von Qiagen überprüft. Im vergangenen Jahr war einer der Interessenten der US-Technologiekonzern Thermo Fisher Scientific. Nach Ende der Verkaufsabsichten seitens Qiagen wurde darüber spekuliert, dass mit oder ohne Zustimmung des Qiagen-Vorstandes und des Aufsichtsrats möglicherweise ein Angebot für die Aktionäre abgegeben werden könnte – und genau dies erscheint jetzt wieder möglich.

Unternehmensportrait

Qiagen – ein niederländisches Unternehmen, das Mitglied im MDAX ist – zählt zu einem der weltweit führenden Anbieter für Konzipierung, Herstellung und Vertrieb von Chemikalien zur Isolierung, Reinigung und Bearbeitung von DNA (Desoxyribonukleinsäure) und RNA (Ribonukleinsäure) – zu einem Bereich also, der zunehmend ins Blickfeld der Medizinentwicklung rückt.

Gemischte Prognosen für das Gesamtjahr

Im Oktober sorgten noch Meldungen über ein schwaches China-Geschäft, der Rücktritt des Konzernchefs Peer Schatz und ein möglicher Stellenabbau für Gesprächsstoff, Ernüchterung und sinkende Kurse. Doch bereits die Präsentation der Zahlen wurde wenig überrascht aufgenommen: Im Zeitraum von Juli bis September gab es ein währungsbereinigtes Umsatzplus von 3% auf 382,7 Mio. US-Dollar. Das um Sonder- und Währungseffekte bereinigte Ergebnis je Aktie belief sich auf 0,36 US-Dollar und lag damit im Rahmen der Prognosen.

Auch die Umsatzprognose für das laufende Jahr wurde auf einen Zuwachs von 4% etwas nach unten geschraubt – allerdings soll der Gewinn bei 1,43 bis 1,44 US-Dollar liegen. Wie gut diese Aussagen sind, werden wir am 4. Februar erfahren – dann stehen die Jahreszahlen zur Veröffentlichung an

Aktie kein Schnäppchen mehr

Mit einem prognostizierten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 35 in diesem Jahr und rund 30 im kommenden Jahr ist die Aktie von Qiagen in Anbetracht einstelliger Wachstumsraten beim Umsatz kein Schnäppchen mehr. Allerdings wurde dem Wert von Anlegerseite schon immer ein Bewertungsaufschlag zugestanden – dem konjunkturabhängigen Geschäft sei Dank.

Auf Grund der Ausrichtung des Unternehmens, verbunden mit der aufkeimenden Übernahmefantasie, ist die Qiagen-Aktie somit einen näheren Blick wert. Für den Fall, dass sich auch dieses Mal die Übernahmegerüchte zerschlagen, dürfte der Rücksetzer jedenfalls glimpflich ausgehen.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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