Bei SMT Scharf ist die Dividende fraglich

Ein global führender Nischenanbieter ist SMT Scharf. Das Unternehmen konzipiert entgleisungssichere Schienensysteme für den Bergbau. (Foto: Monster Ztudio / shutterstock.com)

Made in Germany ist noch immer weltweit ein Qualitätsmerkmal. Das gilt speziell für den deutschen Maschinenbau. Nicht nur in den großen Segmenten, sondern auch in vielen Nischen halten deutsche Unternehmen Spitzenstellungen und bauen sie aus. Darunter lassen sich auch viele Dividendenperlen finden, aber auch gefallene Engel.

Maschinenbau in Lauerstellung

Die aktuellen Zahlen des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) zum Export der deutschen Maschinenbauer bestätigen den hohen Stellenwert deutscher Maschinenbauer. Die Hoffnung auf ein – wenn auch kleines – Wachstum musste die deutsche Maschinenbauindustrie im Sommer 2013 zwar begraben, doch für 2014 rechnet der VDMA mit einem Produktionsplus von 3% und einem Rekord-Produktionswert von 203 Mrd. €.

Weltmarktführer für Transporttechnik im Bergbau

Ein global führender Nischenanbieter ist SMT Scharf. Das Unternehmen konzipiert entgleisungssichere Schienensysteme für den Bergbau. Der Markt ist zwar von überschaubarer Größe, aber SMT Scharf hält einen globalen Marktanteil von 40%. Über 90% des Umsatzes erzielt das Unternehmen im Ausland. Weil schon rund 40% des Umsatzes auf das Ersatzteil- und Reparaturgeschäft entfallen, ist SMT Scharf weniger abhängig vom Verkauf neuer Anlagen. SMT Scharf verfügt über eine starke Position im Nischenmarkt und hat zudem mit den jüngsten Zahlen das vorangegangene Wachstum fortgesetzt.

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Schwacher Markt für Bergbauausrüstung…

Das 3. Quartal 2013 war für SMT Scharf in mehrfacher Hinsicht unerfreulich. Die schwache Entwicklung auf dem Markt für Bergbauausrüstung hat sich noch verstärkt, die Stimmung hat sich weiter eingetrübt. Die Zurückhaltung der Bergwerkskunden liegt zum einen an den weiterhin niedrigen Rohstoffpreisen, insbesondere bei der Kohle, und zum anderen bereiten die nach wie vor nur langsam wieder Fahrt aufnehmende Weltwirtschaft, sowie die schwächere wirtschaftliche Entwicklung in China Probleme. Kurzfristig dämpfen diese Tendenzen die Investitionsneigung der Bergwerkskunden.

… sorgt für sinkende Erlöse

Entsprechend ist der Umsatz in den ersten neun Monaten 2013 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 15% auf 46,6 Mio. € zurückgegangen. Aufgrund des hohen Fixkostenanteils ist damit das Ergebnis überproportional gesunken. Zusätzlich haben besondere Belastungen durch die Bildung von Rückstellungen im Zusammenhang mit einer Bergwerksexplosion in Russland sowie durch den Aufbau von Entwicklungs- und Produktionskapazitäten in China zu einem um insgesamt 52% geringeren operativen Ergebnis von 5,1 Mio. € geführt. Unterm Strich hat sich der Gewinn um 79% auf 2,2 Mio. € verringert.

Attraktive Dividendenperle oder nicht?

Seit dem Börsengang 2007 verfolgt SMT Scharf eine aktionärsfreundliche Ausschüttungspolitik – ohne die Investitionen in das Wachstum des Unternehmens zu vernachlässigen. Von 2007 bis 2012 wurde der Gewinn mehr als verdoppelt und die Dividende um 40% auf 98 Cent erhöht. Die durchschnittliche Dividendenrendite lag bei rund 5%. Jetzt betrachtet SMT Scharf 2013 als ein Übergangsjahr und rechnet mit einem schwachen, aber noch positiven Jahresergebnis. Ob für das laufende Jahr eine Dividende vorgeschlagen wird, ist jetzt fraglich. Für den langfristigen Dividendenanleger stellt sich die Frage, ob das eine günstige Einstiegsgelegenheit ist oder nicht.


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.