Bei Under Armour steckt mehr dahinter

Ob Marken Erfolg haben, hängt von ihrem Image ab. Under Armour ist in den USA ein alter Hase, in Europa ein spannender Newcomer. (Foto: Mr.Raw / Shutterstock.com)

Sportlich sein ist angesagt. Die richtige Mode darf da nicht fehlen.

Während Unternehmen wie Nike oder Adidas den Mainstream vertreten, gibt es immer wieder Neulinge; beispielsweise Sportmode, die mit Fun-Sportarten wie Snow- oder Skateboard assoziiert wird.

Neuerdings gibt es auch eine Marke, die das Image hat, von den ganz harten Jungs getragen zu werden.

Die Rede ist nicht von Box-Ausstattern, sondern von Under Armour, eine Marke, die v. a. bei Kraftsportlern beliebt ist. Under Armour wurde im Jahr 1996 von Kevin Plank gegründet.

Ursprünglich als reine Marke für Kampfsport-Bekleidung und Thermo-Sportunterwäsche unter Trikots, in Sportarten wie Baseball oder Basketball, und für Shoulderpads entwickelt, gibt es von Under Armour mittlerweile auch normale T-Shirts, Hosen, Schuhe oder Kappen.

Starkes Wachstum

Under Armour macht im Hinblick auf Weltmarktführer Nike weiter Boden gut. Im 4. Quartal übersprang das Unternehmen beim Umsatz die Milliarden-Dollar-Hürde klar.

Das Geschäft mit Schuhen lief hervorragend; die Umsätze im Bereich Connected Fitness wurden aufgrund der jüngsten Zukäufe mehr als verdreifacht.

Hier verfügt Under Armour mittlerweile über eine Community von mehr als 150 Mio. registrierten Nutzern.

Nike: Weltmarktführer mit KurspotenzialIn den letzten Jahren war Nike mit einem geschätzten Marktanteil von 12,1% im Vorteil, knapp dahinter der deutsche Konkurrent adidas mit 11,2%. › mehr lesen

Der Umsatz erreichte 1,17 Mrd. $ und bedeutet eine Steigerung um 31%; bereinigt um Wechselkurs-Veränderungen lag die Wachstumsrate sogar bei 33%.

Under Armour ist ein interessantes Unternehmen

Under Armour war weniger vom Höhenflug des US-Dollars betroffen als viele Konkurrenten, weil das Unternehmen nach wie vor 87% seines Umsatzes in Nordamerika erzielt.

Besonders dynamisch entwickelte sich erneut das Schuhgeschäft: Dort hat sich der Umsatz auf 167 Mio. $ nahezu verdoppelt.

Dazu trugen erfolgreiche neue Modelle in den Kategorien Basketball, Running und Training bei. Im traditionellen Kerngeschäft mit Sportbekleidung wuchsen die Umsätze um 22,2% auf 864 Mio. $.

Ein Anstieg der Betriebs-Ausgaben, die aus höheren Investitionen in die Flächen-Expansion und den Ausbau der Connected- Fitness-Sparte resultierten, sorgte dafür, dass der Gewinn nicht mit dem Wachstums-Tempo des Umsatzes mithalten konnte.

Das operative Ergebnis stieg aber dennoch über 20% auf 171 Mio. $. Angesichts des rapiden Wachstums sieht sich das Unternehmen weiterhin auf Kurs und hob seine Umsatz-Prognose an.

Für das Geschäftsjahr 2016 verspricht Under Armour ein Umsatzplus von 1/4 auf 4,95 Mrd. $.

Wir erwarten eine überdurchschnittliche Kursentwicklung. Under Armour ist v. a. deswegen interessant, weil es in Deutschland als Nischen-Marke Bekanntheit erlangt, aber gleichzeitig ein umfassendes Sortiment bietet.


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.