Bei Verbund ist alles im Fluss

Lieber Dividenden-Anleger,

die deutschen Versorger haben in den vergangenen Jahren viel von ihrem ehemals guten Image eingebüßt.

Erinnern Sie sich noch? Aktien von Versorgern galten lange als solide Dividenden-Bringer.

Doch spätestens seit Fukushima und dem deutschen Atom-Ausstieg zeigt sich, dass die Unternehmen v. a. eines sind: unflexible Dickschiffe.

Doch man muss Erkenntnisse, die man über Versorger aus Deutschland gewonnen hat, deswegen noch lange nicht auf die Konkurrenz aus dem Ausland übertragen; beispielsweise auf Verbund.

Die Verbund AG ist Österreichs führendes Stromunternehmen. In Österreich deckt der Konzern rund 40% des gesamten Strombedarfs.

90% des verkauften Stroms wird in den konzerneigenen Wasserkraftwerken erzeugt, womit sich das Unternehmen zu den umweltfreundlichsten Stromerzeugern Europas zählt.

Zu den Geschäftsbereichen gehören: Stromerzeugung, -handel, -übertragung und -vertrieb.

Herausforderungen wegen niedriger Strompreise

Verbund ist Vorreiter in puncto Energiewende; Bis 2020 soll der komplette Strombedarf aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden.

Schon jetzt liegt der Anteil bei rund 93%, wobei Verbund v. a. auf Wasser-Kraftwerke setzt. Daher ist die Geschäfts-Entwicklung von der Wasser-Führung von Österreichs Flüssen abhängig.

Diese lag 2015 rund 9% unter dem Vorjahreswert. Trotzdem konnte Verbund den Umsatz um 5,1% auf 3,0 Mrd. € steigern.

Der Gewinn kletterte sogar um 64,7% auf 208 Mio. €, lag damit aber dennoch unter den Erwartungen.

Grund war eine ungeplante Abschreibung über 116 Mio. € auf das Gaskraftwerk in Mellach. Das Kraftwerk soll 2020 vom Netz gehen.

Niedrige Großhandels-Preise für Strom stellen Verbund auch in diesem Jahr vor große Herausforderungen. Der Gewinn soll sich auf rund 230 Mio. € belaufen.

Als Stabilisator erweist sich das Hochspannungsnetz. Durch die staatliche Regulierung werden die Investitionen mit einer festgelegten Rendite verzinst. Das schafft einen Ausgleich zu den sinkenden Erträgen im Stromgeschäft.

Dividendenwert fast ohne Tücken

Zudem verstärkt Verbund die Vertriebs-Aktivitäten in Österreich und Deutschland. Die Zahl der Endkunden stieg bis Ende 2015 auf 341.000.

Der Konzern-Umbau zum grünen Stromkonzern ist nahezu abgeschlossen. Das 2013 eingeleitete Effizienz-Programm brachte zudem Einsparungen in Höhe von 177 Mio. €.

Damit wurde das ursprüngliche Ziel um rund 47 Mio. € übertroffen. Die Dividende wird auf 0,35 € pro Aktie erhöht. Wir erwarten in den kommenden 6 bis 12 Monaten eine durchschnittliche Kursentwicklung.

Das Unternehmen zahlt mit 3,1% noch immer eine solide Dividende – und ist dank der Wasserkraft gut positioniert. Der Konzern-Umbau ist so gut wie abgeschlossen, die Aktie daher nicht uninteressant.

Ich wünsche Ihnen allzeit gute Investments,     

Ihr Volker Gelfarth

17. Mai 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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