Beiersdorf-Aktie: Nivea-Hersteller drückt beim Wachstum auf die Tube

Lange lief die Beiersdorf-Aktie in einem Seitwärts-Korridor, doch seit Dezember erfreuen sich die Papiere wieder zunehmender Beliebtheit; der Kurs sprang seither um mehr als 20% in die Höhe.

Da dürften die gerade vorgelegten Zahlen zum 1. Quartal den optimistischen Anlegern gerade Recht gekommen sein. Offenbar beginnt sich das Wachstum wieder zu beschleunigen.

International führender Markenartikel-Konzern

Beiersdorf ist ein international führendes Markenartikel-Unternehmen, das im Bereich der Kosmetik und in der Herstellung von Klebebändern tätig ist.

Im Hauptbereich konzentriert sich die Firma auf die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung innovativer Haut- und Schönheits-Pflegeprodukte.

Zu den bekanntesten Marken des Konzerns zählen u. a. Nivea, Eucerin, Labello, 8×4 und La Prairie.

Der Unternehmens-Bereich Tesa ist einer der weltweit führenden Hersteller von selbstklebenden Produkt- und Systemlösungen für Industrie, Gewerbe und Endverbraucher.

Diese kommen in vielfältigen Anwendungen der Elektronik-Industrie, im Automobil-Bereich, der Papier- und Pharma-Industrie sowie dem Fälschungs- und Manipulations-Schutz zum Einsatz.

Nivea – größte Hautpflege-Marke weltweit

Im Konsumenten-Geschäft werden rund 85% des Umsatzes erzielt. Die wichtigsten Marken sind im Massenmarkt Nivea, für das Apotheken-Segment Eucerin und im Premium-Segment La Prairie.

Die Marke Nivea ist mit einem Jahres-Umsatz von mehr als 3 Mrd. € sogar die größte Hautpflegemarke der Welt. Die Marke kann weltweit auf über 150 Nr.1-Positionen verweisen.

Die Tochter Tesa generiert rund 15% der Gesamt-Umsätze. Über 70% des Umsatzes werden im Industrie-Geschäft erzielt. In Deutschland liegt Tesas Marktanteil im Konsumenten-Geschäft bei über 70%.

Bei den Margen hinkt Beiersdorf der Konkurrenz hinterher

Im Konsumenten-Bereich liegen die Margen deutlich (mehr als 3%) unterhalb von Wettbewerbern wie Procter & Gamble und L’Oréal. Dies liegt v. a. an der mangelnden kritischen Größe in Nordamerika und Asien.

Da ein Großteil des Umsatzes auf die Hauptmarke Nivea entfällt, erlaubt die Konzentration des Marketing-Budgets in den europäischen Kernmärkten eine niedrigere Marketing-Aufwandsquote als bei Wettbewerbern.

Hamburger legen strammen Jahres-Auftakt hin

Gerade hat der Hamburger Konzern seine Zahlen zum 1. Quartal vorgelegt – und die waren gar nicht mal schlecht:

Immerhin kletterten die Konzern-Erlöse um 7,7% auf 1,8 Mrd. € in die Höhe.

Dabei profitierte Beiersdorf von günstigen Währungs-Effekten, die dem Unternehmen Rückenwind verliehen.

Aus eigener Kraft wuchsen die Hamburger um 4,8%. Mit Pflegeprodukten setzte Beiersdorf 1,5 Mrd. € um (+6% zum Vorjahr).

Stark zeigte sich auch die Konzerntochter Tesa:

Neue Kunden und Projekte in Asien sowie eine deutliche Nachfrage aus dem Automobil-Sektor kurbelten das Umsatz-Wachstum an. Unter dem Strich verbesserten die Erlöse um 14% auf 317 Mio. €.

Jahresziele leicht angehoben

Nach dem verheißungsvollen Jahresstart bekräftigt die Konzernführung ihre Prognose für die Kosmetik-Sparte.

Demnach sollen die Erlöse im laufenden Jahr um 3 – 4% ansteigen. Die operative Gewinnmarge (Ebit-Marge) soll das Vorjahres-Niveau von 14,8% leicht übertreffen.

Für die Tochter Tesa erhöhte der Vorstand sogar die Zielmarke:

Die Klebstoff-Tochter soll ihren Umsatz um 4 – 5%  steigern (alte Prognose: 3 – 4%) und will eine Rendite auf Vorjahres-Höhe (alte Prognose: unter Vorjahres-Niveau) erreichen.

Insgesamt peilt Beiersdorf unverändert ein Umsatz-Plus zwischen 3 und 4% sowie eine bessere Profitabilität an.

Gefüllte Kasse weckt Begehrlichkeiten

Über die knausrige Dividenden-Politik können sich die Anleger hingegen wenig freuen. Denn die Ausschüttung bleibt seit Jahren mit 0,70 € je Aktie „nur“ stabil.

Nach dem starken Kurs-Anstieg der Aktie liegt die Dividendenrendite damit bei gerade einmal 0,7%. Dabei könnte sich der Konzern durchaus mehr leisten.

Immerhin sitzt Beiersdorf mittlerweile auf einem Cash-Berg von 3,7 Mrd. € und gilt mit einer ausgesprochen hohen Eigenkapitalquote von über 60% als überkapitalisiert.

3. Mai 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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