Beiersdorf-Aktie: Nivea-Hersteller trotz Cyberattacke mit Rekordgewinn

Der Hacker-Angriff aus dem Monat Juni hinterlässt Spuren in der Bilanz des Hamburger Kosmetik-Herstellers Beiersdorf. Hier mehr dazu: (Foto: youyuenyong budsawongkod / Shutterstock.com)

Wie massiv die Bedrohung und Folgen von Cyber-Angriffen sein können, zeigt Ihnen das aktuelle Zahlenwerk der Beiersdorf-Gruppe.

Denn auch der deutsche Kosmetik-Hersteller zählte zu den prominenten Opfern eines Hacker-Angriffs im Juni.

Bei den Hamburgern fielen weltweit die IT- und Telefon-Systeme aus, auch die Produktion war betroffen.

Trotz der spürbaren Belastungen legte der Nivea-Hersteller ein solides Zahlenwerk vor, das von den Anlegern allerdings mit leichten Abschlägen quittiert wurde.

Trotz der Kurs-Abgabe im Nachgang der Zahlen notieren die Beiersdorf-Papiere noch gut 12% seit Jahresbeginn im Plus.

Größte Hautpflegemarke weltweit

Bevor ich näher auf die Zahlen eingehe, möchte ich Ihnen den Kosmetik-Konzern im Detail vorstellen.

Im Konsumenten-Geschäft erzielt das Hamburger Unternehmen rund 83% seiner Umsätze.

Die wichtigsten Marken sind im Massenmarkt Nivea, für das Apotheken-Segment Eucerin und im Premium-Segment La Prairie.

Besonders bekannt und stark ist die Marke Niveau, die mit einem Jahresumsatz von mehr als 3 Milliarden Euro die größte Hautpflegemarke der Welt ist. Sie müssen wissen: In 150 Ländern ist die Marke die Nummer 1.

Tesa mit starkem Industrie-Geschäft

Der 2. Geschäftsbereich ist die Tochter tesa, die rund 17% der Gesamt-Umsätze liefert und auf Klebebänder spezialisiert ist.

Über 70% des Umsatzes werden im Industrie-Geschäft erzielt. In Deutschland liegt tesas Marktanteil im Konsumenten-Geschäft über 70%.

Mit einer Vorsteuer-Gewinnmarge von zuletzt 18,1% ist die Klebstoff-Sparte ein gutes Stück rentabler als das Kosmetik-Segment (15,5%).

Schwächere Margen als die Konkurrenz, aber kerngesunde Bilanz

Auf Grund der mangelnden kritischen Größe in Nordamerika und Asien liegen die Gewinnspannen im Konsumenten-Bereich deutlich (>3 Prozentpunkte) unterhalb von Wettbewerbern wie Procter & Gamble und L’Oreal.

Bärenstark ist allerdings die Bilanz, die von vielen Experten als „überkapitalisiert“ bezeichnet wird:

Die Netto-Liquidität beträgt rund 3,8 Mrd. € und liegt damit bei fast 16 € je Aktie. Die Eigenkapitalquote ist mit knapp 62% ebenso grundsolide.

Gewinn klettert trotz Cyber-Angriff

Im 1. Halbjahr erwirtschaftet Beiersdorf einen Umsatz von 3,5 Mrd. €. Das sind 3,3% mehr als im vergleichbaren Vorjahres-Zeitraum und etwas weniger als von den Analysten erwartet wurde.

Dabei zeigt auch der Hacker-Angriff seine Wirkung: Laut Angaben des Konzernchefs Stefan Heidenreich kostete die Cyber-Attacke 35 Mio. € an Umsatz-Ausfall.

Ohne den Zwischenfall wäre die Wachstumsrate beim Umsatz gut 1% höher ausgefallen.

Tesa mit starkem Zuwachs

Die Beiersdorf-Sparte Consumer mit Marken wie Nivea, Eucerin, Hansaplast und La Prairie steigerte ihre Erlöse im 1. Halbjahr ohne Wechselkurs-Effekte um 2,3%.

Tesa hingegen legte organisch sogar um ganze 8,5% zu.

Die Prognose für das Gesamtjahr hat der Kosmetik-Konzern unterdessen bekräftigt.

Demnach peilt der Nivea-Hersteller unverändert ein Umsatz-Plus zwischen 3 und 4% sowie eine etwas höhere Marge als im Vorjahr an (2016: 15,0%).

Für Sie zum Vergleich: Im 1. Halbjahr lag die operative Marge bei 16%.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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