Beiersdorf: Sichere Bank oder Langeweiler?

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In schwierigen Zeiten mögen es Anleger gerne sicher. Doch lohnt sich die Aktie von Beiersdorf? (Foto: Lukassek /shutterstock.com)

Ich wette, auch Sie haben eine Dose davon in ihrem Badezimmer stehen. Für viele Menschen ist Nivea-Creme das einzige Pflegeprodukt. Doch egal, ob Sie keine Pflege nötig haben oder einfach ein wenig zu faul sind – ein paar Tupfer Nivea gehen eigentlich immer. Nivea-Mutter-Konzern Beiersdorf hat darüber hinaus noch eine Menge mehr zu bieten.

Vor allem Produkte des täglichen Bedarfs sind in Zeiten schwankender Kurse an den Börsen wieder mehr gefragt. Stichwort: Sichere Renditen. Was es mit der Aktie auf sich hat und ob uns 0,8% Dividende wirklich hinterm Ofen hervorlocken können. Der Beiersdorf-Konzern besteht aus der Kernsparte Consumer (NIVEA, 8×4, Eucerin, Labello, La Prairie, Florena und Hansaplast) sowie der Sparte tesa (Klebstofftechnik).

NIVEA ist die bedeutendste und gleichzeitig auch älteste Körperpflegemarke der Welt. Unter der Marke tesa werden Klebeanwendungen für industrielle Kunden und Endverbraucher entwickelt und vermarktet. Beiersdorf ist mit rund 150 Tochtergesellschaften auf der ganzen Welt präsent.

tesa sorgt für Gewinne

Beiersdorf hat für die ersten 9 Monate solide Zahlen vorgelegt, blieb aber hinter unseren Erwartungen zurück. Der Umsatz stieg nur leicht um 2,2% auf rund 5,4 Mrd €. Dabei haben sich die regionalen Absatzmärkte sehr unterschiedlich entwickelt. In Europa konnte ein Umsatzplus von 3,2% auf rund 2,8 Mrd € erzielt werden.

Der größte Zuwachs konnte erwartungsgemäß in den Regionen Afrika, Asien und Australien erzielt werden. Hier stieg der Umsatz um 4,8% auf rund 1,7 Mrd €. In Amerika sah es dagegen ganz anders aus. Hier musste Beiersdorf sogar einen Umsatzrückgang von 4,5% auf 912 Mio € verbuchen. Dabei ist aber zu beachten, dass sich die Wechselkurseffekte negativ auf das Wachstum ausgewirkt haben. Der Abschlag ist mit 4,1% zu veranschlagen.

Deutlich höhere Wachstumsraten wies die Klebstofftochter tesa auf. Insgesamt konnte die Tochter ein Umsatzplus von 6,6% erzielen. Damit lag der tesa-Umsatz nach den ersten drei Quartalen erstmals über der Marke von 1 Mrd €. Für 2018 rechnet Beiersdorf mit einem Gesamtumsatzwachstum von rund 5%. Die operative Marge wird im klassischen Consumergeschäft, zu dem auch die Markenwelt von Nivea zählt, leicht über dem Vorjahreswert erwartet. Bei der Tochter tesa soll der Wert dagegen etwas unter dem Vorjahreswert liegen.

Warum Sie die Aktie vormerken sollten

Insgesamt kann Beiersdorf mit seinem starken Markenportfolio überzeugen, wird aber in den nächsten Jahren keine großen Sprünge mehr machen können. Das Umsatz- und Gewinnwachstum scheint ausgereizt zu sein. Auch die Dividende überzeugt nicht. Die Aktie ist ein Fall für die Watchlist. Wenn die Kurse günstiger werden, können langfristig denkende Anleger hier ohne Probleme einsteigen.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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