Beim Goldpreis lohnt sich jetzt ein genauerer Blick

Während die Aktienmärkte in der vergangenen Woche eine vorösterliche Ruhepause einlegten, sorgte der Goldpreis für Furore:

Von 1.254 USD je Feinunze ging es bis gestern rauf auf 1.295 USD. Das entspricht einem Zuwachs von +3,3%.

Tatsächlich steckt hinter dieser Aufwärts-Bewegung jedoch noch mehr als das nackte Plus:

Die Charttechnik liefert Ihnen im Zusammenhang mit dem Anstieg nämlich eine Botschaft, die langfristig von wertvoller Bedeutung sein kann:

Goldpreis: Langfristig weiterhin im Abwärtstrend

Um dies besser einordnen zu können, werfen wir zunächst einmal einen Blick auf eben die langfristige Entwicklung des Preises für das gelbe Metall:

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Goldpreis in USD / Feinunze: Langfristig weiterhin im Abwärtstrend

Mit dem Allzeithoch im September 2011 begann der Abstieg des Goldpreises. Seither befindet sich Gold in einem Abwärtstrend, der sich erstaunlich exakt in einen Trend-Kanal einfügte (rote Linien).

Der Trend-Kanal wiederum ist unterteilt in 2 Hälften, an deren Grenzen sich der Goldpreis bis Ende 2015 ebenfalls bemerkenswert genau hielt.

Seither scheinen sich die Trend-Kanal-Linien jedoch verschoben zu haben (schwarze Linien) – möglicherweise ein Hinweis auf einen Statuswechsel?

Mit der Aufwärts-Bewegung der letzten Woche nähert sich der Goldpreis nun dem oberen Ende dieses Trend-Kanal-„Ablegers“, der zugleich dem Abwärtstrend seit dem Zwischenhoch im Juli 2016 entspricht.

Die Charttechnik liefert Ihnen eine wichtige Information

Halten wir also fest, bevor wir nun auf den Tages-Chart schauen:

Gold befindet sich seit September 2011 in einem intakten Abwärtstrend. Und erst Notierungen deutlich oberhalb von 1.400 USD würden einen Ausbruch aus diesem Abwärtstrend anzeigen.

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Goldpreis in USD / Feinunze: Die 200-Tage-Linie hat eine Botschaft für Sie

Die 200-Tage-Linie bildet bekanntlich den Gleitenden Durchschnitt (GD) der letzten 200 Schlusskurse ab. Daher fungiert der GD200 auch prima als langfristiger Trend-Anzeiger.

Da die Tagelinien zudem ausschließlich aus der Kurs-Entwicklung heraus resultieren, haben Sie mit den Durchschnitts-Linien stets einen objektiven Gradmesser für die vorherrschenden Trends eines Marktes zur Hand.

Und nun dürfte Ihnen dämmern, was es mit der eingangs genannten Botschaft auf sich hat:

Nachdem der Goldpreis Ende Februar noch an der 200-Tage-Linie scheiterte, wurde diese nun im 2. Anlauf mit Dynamik nach oben durchstoßen.

Den umgekehrten Fall finden Sie im Chart übrigens ebenfalls:

Von Oktober bis Mitte November 2016 bildete der GD200 eine solide Unterstützung für den Goldpreis. Erst der 2. Anlauf brachte einen dynamischen Durchbruch – nur eben nach unten.

Fazit und Empfehlung

Noch fällt die 200-Tage-Linie börsentäglich um etwa 0,35 USD bis 0,23 USD.

Die gestrichelte rote Horizontale zeigt Ihnen den aktuellen Ausgangspunkt der Berechnung, der mit jedem neuen Handelstag weiter nach rechts rückt.

Das gibt Ihnen eine Orientierung, wann sich die Trend-Richtung des GD200 ändern könnte.

Langfristige Trend-Wechsel vollziehen sich selten in einer kurzen Zeitspanne.

Tatsächlich sind Trend-Wechsel umso substanzieller und damit ergiebiger für Sie als Anleger, je länger eine Kehrtwende zur Ausbildung benötigt.

Kurzfristig rechne ich nun mit einem Rücksetzer in Richtung der 200-Tage-Linie, bevor der Goldpreis wieder nach oben dreht.

Der Abstand dieses Wendepunktes zum GD200 liefert Ihnen dann weitere Informationen über den charttechnischen Zustand der Aufwärts-Bewegung:

Je weiter oberhalb der Dreh nämlich erfolgt, umso stärker ist der Aufwärtstrend einzuschätzen.

19. April 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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