Beispiel für einen Crash: Argentinien versinkt im Chaos

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Argentinien kommt nicht zur Ruhe. Jetzt sorgen Kapitalkontrollen für Unruhe bei vielen Sparern und auch bei ausländischen Investoren. (Foto: MR.LIGHTMAN1975 / Shutterstock.com)

Das in der letzten Woche schon beschriebene Desaster in Argentinien geht weiter und verschlimmert sich immer mehr. Nach einem massiven Börsencrash Mitte August und einem Verfall der Landeswährung Peso hat jetzt die Regierung Kapitalkontrollen eingeführt.

Doch solche Beschränkungen beim Kapitalverkehr beruhigten die Lage nicht, sondern führen jetzt dazu, dass die Menschen ihre Guthaben auflösen und sich deshalb lange Schlangen vor den Banken bilden. Sie bewirken auch Angst bei ausländischen Investoren, dass die Anleiheschulden des Landes und die Schulden beim Internationalen Währungsfonds (IWF) im Wert von 100 Milliarden Dollar nicht mehr getilgt werden könnten.

Noch vor zwei Jahren hat Argentinien eine 100-jährige Anleihe aufgelegt, die damals wegen ihrer 7 Prozent Verzinsung auf lebhaftes Interesse bei Anlegern stieß und mehr als doppelt überzeichnet war. Diese Anleihe erlebte im Zuge der jüngsten wirtschaftlichen Probleme einen Crash und steht derzeit nur noch bei 38 Prozent des Ausgabekurses. Sie sehen, wie schnell Anleihen im Kurs sinken, wenn es eine Krise gibt.

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Wirtschaftsdaten immer schwächer – genauso wie 2008 vor der FinanzkriseIn den USA erinnert aktuell die wirtschaftliche Lage stark an das Jahr 2008 – kurz vor dem Ausbruch der globalen Finanzkrise. › mehr lesen

Finanzkrisen dauern oft sehr lange

Die argentinische Problematik zeigt Ihnen aber auch, dass eine ausgewachsene Finanzkrise langfristig laufen kann. Schon seit dem Zusammenbruch des Finanzsystems im Jahr 2001, dem 1998/1999 eine starke Rezession vorausging, kommt das Land nicht mehr wirklich auf die Beine. Ebenfalls wird deutlich, wie unsinnig es ist, von einem Land, das seit seiner Gründung vor fast 200 Jahren ganze acht Staatsbankrotte erlebte, im Schnitt also alle 25 Jahre einen, 100 Jahre laufende Anleihen zu kaufen.

Was für Sie daran deutlich wird, ist, dass, wenn eine Finanzkrise erst einmal heftig genug das Finanzsystem beschädigt hat und der Staat, sowie die Notenbanken keine Mittel mehr haben gegenzusteuern, es praktisch keinen Ausweg mehr gibt. Doch das gilt nicht nur für Pleiteländer wie Argentinien. Auch die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre dauerte über 10 Jahre und wurde erst durch die Rüstungsaufträge im Zweiten Weltkrieg in den USA beendet.

Heute sieht es auch bei uns nicht besser aus, wenn die jetzige Börsenblase platzt. Inzwischen ist das Finanzsystem dermaßen hochspekuliert, dass es nach dem Crash keine schnelle Erholung mehr geben wird. Ich erwarte, dass es jahre- oder gar jahrzehntelang nur noch abwärts gehen wird. Wer sich darauf nicht vorbereitet hat, der wird unweigerlich massive Verluste erleiden. Deshalb ist es für Sie unverzichtbar, sich jetzt schon aktiv absichern.


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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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