Berentzen prognostiziert 2019 auf Vorjahreshöhe

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Getränkehersteller Berentzen steigert Umsatz und Gewinn, zeigt sich für das laufende Jahr jedoch vorsichtig (Foto: Freedomz / shutterstock.com)

Berentzen hat gestern gute Eckdaten für das abgelaufene Geschäftsjahr 2018 veröffentlicht. Während sich die Erlöse im Vergleich zum Vorjahr um 1,1% auf 162,2 Mo. Euro verbesserten, konnten EBITDA und EBIT sogar um 5,5% bzw. 6,5% auf nunmehr 17,3 Mio. Euro bzw. 9,8 Mio. Euro gesteigert werden. Die Betriebsergebnismarge des Getränkeherstellers aus dem niedersächsischen Haselünne stieg dementsprechend von 5,7% auf 6,0% an.

Höhere Wertschöpfung

Damit konnte die im Vorjahr zurückgenommene Guidance, beim Umsatz ein leichtes Plus hinzulegen, gut erreicht werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Ergebnisverbesserungen trotz höherer Marketingausgaben gelungen sind. Diese waren Angabe gemäß mit einem Mehraufwand von rund 1 Mio. Euro gegenüber 2017 verbunden.

Allerdings scheinen diese bislang nicht in allen Bereichen gefruchtet zu haben. Auch wenn die Management-Guidance übertroffen wurde, zeigte sich der Vorstand bei der Vorlage der Zahlen mit der Umsatzentwicklung eher unzufrieden. Unter den Erwartungen dürfte insbesondere das Segment der sogenannten „Frischsaftsysteme“ gelegen haben, mit dem der Vorstand schon bei der Vorlage der Halbjahreszahlen wenig zufrieden war. Hierunter werden die Aktivitäten der T M P Technic-Marketing-Products aus dem österreichischen Linz zusammengefasst, das Orangenpressen für den Lebensmitteleinzelhandel und die Gastronomie anbietet.

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Dagegen dürfte das Kernmarken-Portfolio aus den Dachmarken Berentzen und Puschkin gegen den Markttrend unverändert zugelegt haben. Positiv äußerte sich der Vorstand überdies über die in den Märkten erzielte Wertschöpfung, die laut Unternehmensangaben signifikant gesteigert werden konnte.

Prognose 2019 auf Vorjahresniveau

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet die Berentzen-Gruppe mit unvermindert steigenden Erlösen und einer Ertragslage „auf einem weitgehend ähnlichen Niveau wie 2018“. Hierfür werden zum einen anhaltend steigende Marketingausgaben verantwortlich gemacht; darüber hinaus will der Vorstand aber auch beim Personal eine Qualitätsoffensive starten und Produktinnovationen in allen Geschäftsbereichen lancieren.

Der Kurs der im General Standard notierten Berentzen-Vorzugsaktie gab nach der Vorlage der vorläufigen, noch nicht testierten Zahlen leicht auf 6,50 Euro nach. Damit notiert die Aktie nicht weit von ihren bisherigen Tiefstständen entfernt. Bei einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis 2019e von etwa 10 und angesichts einer auf Basis einer unveränderten Dividende prognostizierten Dividendenrendite von 3,4% scheint das Kursrisiko überschaubar zu sein.


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Von: Peter Thilo Hasler. Über den Autor

Peter Thilo Hasler ist seit über 25 Jahren als Finanzanalyst tätig, zunächst für einige große Investmentbanken, seit 2010 in seiner eigenen Research-Firma. Als Analyst berät er namhafte Fondsmanagern und Vermögensverwalter weltweit.