Berkshire-Aktie bleibt interessant

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Am Samstag fand die Hauptversammlung von Berkshire Hathaway statt. Buffetts Holdinggesellschaft bleibt eine interessante Langfristanlage. (Foto: Jonathan Weiss / shutterstock.com)

Immer am ersten Samstag im Mai pilgern Tausende von Anlegern in das verschlafene Omaha im US-Bundesstaat Nebrasaka. Ihr Ziel: die Hauptversammlung von Berkshire Hathaway, der Holdinggesellschaft Warren Buffett.

Die Investorenlegende genießt bei Anlegern Kultstatus. Kein Wunder, denn Buffett hat viele Amerikaner zu Millionären gemacht. Aktionäre der ersten Stunde, die vor 50 Jahren für 1.000 Dollar bei Berkshire eingestiegen sind, verfügen heute über Anteile im Wert von über 7 Mio. Dollar.

Am vergangenen Samstag war es wieder soweit. Ich fasse die wichtigsten Punkte des Aktionärstreffens zusammen und werfe für Sie einen Blick auf die Berkshire-Aktie.

Berkshire setzt auch auf Aktienrückkäufe

Es ist kein Geheimnis, dass sich Buffett mit neuen Investments schwertut. Aufgrund ihrer Größe wird es für die Beteiligungsgesellschaft immer schwieriger, geeignete Investitionsgelegenheiten zu finden. Bei den “Dickschiffen” sind günstige Einstiegschancen eben selten. Die Folge: Berkshire sitzt auf einem Cashberg von über 100 Mrd. Dollar.

Deshalb setzt das Unternehmen auch auf Aktienrückkäufe, wenn auch bislang eher gemächlich. Immerhin kaufte Berkshire im ersten Quartal eigene Papiere im Wert von 1,7 Mrd. Dollar zurück – mehr als im gesamten Jahr 2018, als eigene Aktien im Volumen von 1,3 Mrd. Dollar zurückgekauft worden waren.

Er sei bereit, in den kommenden Jahren bis zu 100 Mrd. Dollar für Rückkäufe auszugeben, so Buffett bei der Hauptversammlung. Dafür müsse der Preis aber deutlich unter dem inneren Wert notieren. Aktuell sei der Preis okay, aber nicht besonders gut.

Berkshire bleibt auf Wachstumskurs

Buffett betonte auf der Hauptversammlung auch, dass der Nettogewinn für Berkshire so gut wie jede Aussagekraft verloren habe. Entscheidender sei der Gewinn im operativen Geschäft. Der Hintergrund dieser Aussage: Seit 2018 müssen auch nicht realisierte Kursgewinne und -verluste im Nettogewinn berücksichtigt werden.

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Im Auftaktquartal belief sich der Nettogewinn auf 21,66 Mrd. Dollar, nachdem im Vorjahresquartal noch ein Minus von 1,14 Mrd. Dollar angefallen war. Seinerzeit war der Wert der Portfolio-Positionen um 6,26 Mrd. Dollar zurückgegangen. Im ersten Quartal 2019 nahm ihr Wert um 15,50 Mrd. Dollar zu.

Die Aussage von Buffett kann ich daher nur unterschreiben. Die Zahlen zum Nettogewinn sagen rein gar nichts aus. Viel wichtiger ist das operative Ergebnis: Das stieg im Vergleich zum Vorjahr um 5% auf 5,56 Mrd. Dollar.

Berkshire beteiligt sich an Amazon

Wenige Tage vor der Hauptversammlung wurde bekannt, dass Berkshire erstmals Anteile an dem Online-Handelsriesen Amazon gekauft hat. Zur Größe der Beteiligung äußerte sich das Unternehmen nicht.

Allerdings sagte Buffett dazu, dass seine beiden eingestellten Investmentmanager Tod Combs und Ted Weschler für die Kaufentscheidung verantwortlich gewesen seien. Diese verwalten jeweils gut 13 Mrd. Dollar und damit nur einen Bruchteil des Berkshire-Portfolios. Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass die Beteiligung von Amazon eher beschaulich sein dürfte.

Berkshire-Aktie bleibt ein interessantes Langfristinvestment

Warren Buffett ist eine Legende. Der Buchwert seiner Beteiligungen ist im Schnitt um annähernd 20% pro Jahr gestiegen. Und das über einen Zeitraum von über 50 Jahren. Das spricht für sich. Allerdings wird es angesichts immer höherer Summen, die investiert werden müssen, zunehmend schwieriger, lukrative Investments zu finden. Das Tempo der Vergangenheit wird somit nicht aufrechtzuerhalten sein.

Dennoch stehen die Chancen gut, dass die Berkshire-Aktie ihren langfristigen Weg nach oben fortsetzt. Seit Anfang 2018 befindet sich die Notierung auf Konsolidierungskurs. Die Widerstandszone zwischen 220 und 224 Dollar verhindert bislang jeweils einen weiteren Anstieg. Wird diese Hürde genommen, geht der langfristige Aufwärtstrend in die nächste Runde. Das nächste mittelfristige Ziel liegt dann bei rund 260 Dollar.


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Michael Kelnberger
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.