Berlin will EU-Mitgliedsländer finanziell erpressen

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Wir verraten Ihnen fast Unglaubliches: Nämlich wie die aufsässigen EU-Mitgliedstaaten doch noch auf Linie gebracht werden sollen. (Foto: Delpixel / Shutterstock.com)

Wollen Sie noch mehr Geld nach Brüssel zahlen, als bisher? Nicht? Na dann – die von Ihnen gewählte Bundesregierung schon.

Statt jährlich rund 35 Milliarden Euro werden es – aufgrund der Brexit-Lücke – zukünftig wohl 47 Milliarden Euro sein. Und damit steuert Deutschland alleine fast 30 Prozent für den EU-Haushalt bei. Alleine.

Schmerzhafte Einschnitte auf europäischer Ebene

Da die Europäische Union ihr Budget jedoch nicht verkleinern, sondern vergrößern will, soll es Kürzungen bei der Agrar- und der Strukturpolitik geben.

Geplant sind Streichungen bei der Strukturförderung um rund 7 Prozent und bei den Agrarhilfen um 5 Prozent (manche sprechen von 15 Prozent).

Das betrifft Sie ganz persönlich: Durch die EU-Pläne werden Sie zukünftig mehr für Lebensmittel bezahlen

Wenn Sie jetzt vielleicht denken, dass Sie das nichts angeht, dann müssen wir Sie leider eines Besseren belehren. Denn durch die Kürzungen bei den Landwirten werden ganz sicher die Lebensmittelpreise steigen.

Damit hat wieder einmal der Verbraucher, also Sie, den Schwarzen Peter aus Brüssel erhalten. Ist das nicht wunderbar?

So gehen „die da oben“ mit Ihnen „da unten“ um

Und wissen Sie, was der letztlich von Ihnen ins Amt gehievte EU-Kommissar Oettinger zu den steigenden Lebensmitteln sagt?

Wortwörtlich: “Genau so ist das Leben. Wir werden eben das, was der Markt verlangt, auch bezahlen müssen.”

So läuft das. Ganz nach dem Motto: Hund friss oder stirb.

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Nicht auf Linie = kein Geld

Wenn es ums Geld geht, gibt es keine Freunde, heißt es im Volksmund. Dass es in der EU nicht nur Freunde gibt, ist seit der anhaltenden Flüchtlingskrise bekannt.

So scherten vor allem die osteuropäischen Mitgliedsstaaten bei der von Brüssel verordneten Migranten-Quotenregel aus. Und das machte einige zum Paria. Beispielsweise Ungarn oder auch Polen.

Das soll nun geändert werden. Die Länder, die nicht auf Linie sind, sollen in Zukunft weniger oder gar keine EU-Finanzhilfen mehr bekommen. Unfassbar.

Berlin will Anti-Flüchtlingsstaaten finanziell bestrafen

Insbesondere Berlin drängte (bereits in einem Positionspapier der Bundesregierung vom 25. Januar 2018) darauf, denjenigen Regionen und Kommunen eine besondere Förderung zuteil werden zu lassen, die die Aufnahme und Integration von Schutzberechtigten oder bleibeberechtigten Zuwanderern übernommen haben. So steht es da.

Eine Klatsche in das Gesicht der EU-Mitgliedsstaaten und ihrer Bürger, die die von Brüssel verordnete Flüchtlingsquoten vehement ablehnen.

Damit macht sich Merkel im Osten ganz bestimmt nicht beliebter.

So will die EU die Mitgliedsländer finanziell erpressen, die nicht auf Linie sind

So will Brüssel zukünftig den Entzug von Hilfsgeldern als Druckmittel einsetzen, um die rebellischen Mitgliedsstaaten auf demokratische Standards zu verpflichten, wie es heißt. Sprich auf Rechtsstaatlichkeit.

Damit gemeint sind wiederum Ungarn und Polen. Und alle anderen Aufsässigen, an denen nun ein Exempel statuiert werden soll.


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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.