Berliner Atotech geht an die New Yorker Börse

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Das Berliner Spezialchemieunternehmen Atotech geht an die Börse. Das Unternehmen soll an der New Yorker Börse gelistet werden. (Foto: katjen / Shutterstock.com)

Erst vor wenigen Wochen habe ich Ihnen versprochen, von den selten gewordenen Börsengängen deutscher Unternehmen zu berichten und schon heute kann ich dieses Versprechen einlösen. Der amerikanische Finanzinvestor Carlyle will das Berliner Spezialchemieunternehmen Atotech Limited an die New Yorker Börse NYSE bringen.

Die hierfür notwendigen Unterlagen hat Atotech in der letzten Woche bei der amerikanischen Aufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission, kurz SEC, eingereicht. Für den Börsengang wurde eine Limited in Großbritannien gegründet. Der operative Firmensitz bleibt aber weiterhin in Berlin. Laut Insider-Informationen soll der Börsengang in den nächsten Wochen stattfinden.

Wechselhafte Firmengeschichte

Seinen Ursprung hatte Atotech im Berliner Schering-Konzern, der 1901 eine Galvanik-Sparte eröffnete. Kurz nach dem zweiten Weltkrieg wurde im Jahre 1951 eine neue Hauptproduktionsstätte im fränkischen Feucht eröffnet. 1989 wurde für die Galvanotechniksparte der Schering AG eine neue Betriebsstätte in Berlin erbaut.

1993 verkaufte Schering seine Galvanotechniksparte an den französischen Chemiekonzern Elf Atochem. Die Franzosen fusionierten die Schering-Galvanotechniksparte mit ihrem Tochterunternehmen M&T Harshaw und gründeten so die Atotech Deutschland GmbH.

Als im Jahre 2000 Elf mit der ebenfalls in Frankreich ansässigen Totalfina zu Total fusionierte, wurde auch die Atotech Deutschland GmbH Tochter des Fusionsunternehmen. Ende 2016 verkaufte Total die Atotech für 3,2 Mrd. US-Dollar (USD) an den US-amerikanischen Finanzinvestor Carlyle Group.

Spezialchemie-Anbieter

Atotech ist ein weltweit führender Anbieter im Bereich der Beschichtungschemikalien, Anlagen und Service für die Herstellung von Leiterplatten, Package Substrate und Halbleiter sowie für die dekorative und funktionelle Oberflächenveredelung. Mehr als ein Drittel des Umsatzes erzielt das Unternehmen als Zulieferer der Smartphone-Industrie.

Weltweit vertreten

Atotech ist in mehr als 40 Ländern aktiv und betreibt 17 Technologie-Center, 14 Chemie- und 2 Anlagenproduktionsstätten. Das Unternehmen hält 2.100 Patente, davon 1.700 für chemische Prozesse und 400 für Anlagen.

Gute Unternehmenszahlen

Die weltweit etwa 4.000 Mitarbeiter des Unternehmens erwirtschafteten 2018 einen Umsatz von 1,2 Mrd. USD. Der Umsatz konnte seit 1994 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 6% gesteigert werden.

In den ersten 9 Monaten des vergangenen Jahres erzielte Atotech einen bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (EBITDA) von 279 Mio. USD. Der Umsatz nach Abschluss des 3. Quartals 2019 belief sich auf 877 Mio. USD.

Atotech verzeichnete Ende September 2018 exakt 247 Mio. USD an Barvermögen und 2,2 Mrd. USD Schulden in seinen Büchern. Zum Zeitpunkt der IPO-Vorbereitungen im Jahr 2018 wurde der Unternehmenswert auf etwa 5 Mrd. USD geschätzt. Die Zahlen sprechen also unter dem Strich für einen erfolgreichen Börsengang.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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