Bertrandt Aktie auf Allzeithoch: Das sind die Aussichten

Bei Bertrandt haben die Mitarbeiter alle Hände voll zu tun – und die Aktionäre allen Grund, sich zu freuen. Das abgelaufene Quartal von Oktober bis Dezember – zugleich das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres – verlief überaus zufriedenstellend.

Umsatz und Gewinn konnten jeweils zweistellig gesteigert werden. Der Umsatz stieg um 11 Prozent auf 220 Millionen Euro, der Gewinn kletterte sogar um 13 Prozent auf 14,6 Millionen Euro.

Auto-Boom sorgt für volle Auftragsbücher

Grund für die vollen Auftragsbücher ist vor allem der neuerliche Boom in der Automobilindustrie. Der rührt gleich von mehreren Seiten: Da wäre in erster Linie die steigende Nachfrage der Endkunden zu nennen. Die Lust auf Neuwagen hat, gerade in Europa, zuletzt wieder stärker angezogen. Davon profitieren nicht nur die hiesigen Autobauer, sondern eben auch Zulieferer wie Continental oder Bertrandt als Ingenieurdienstleister.

Dabei geht der Trend nicht nur zu immer mehr neuen Modellen, sondern diese müssen auch immer höheren Anforderungen gerecht werden. Hersteller, Kunden und nicht zuletzt politische Vorgaben fordern etwa eine bessere Umweltverträglichkeit.

Diese soll sichergestellt werden durch geringeren Treibstoffverbrauch, reduzierten Abgasausstoß, höhere Reichweite und dergleichen mehr. Zugleich sollen die Fahrzeuge immer schlauer werden, die Bordelektronik umfassender und die Zusatzfunktionen raffinierter.

Das stellt die Automobilindustrie vor immer neue Herausforderungen – und bedeutet für Dienstleister wie Bertrandt zusätzliche Forschungs- und Entwicklungsaufträge. Doch nicht nur das Automobilsegment stimmt, auch in anderen Bereichen wie etwa Luftfahrt, Medizintechnik oder Energieversorgung reißt der Innovationsschub nicht ab.

Bertrandt-Aktie markiert neues Allzeithoch

Gute Aussichten also für Bertrandt und seine Aktionäre, die sich bereits seit Mitte Oktober über einen steilen Kursanstieg freuen dürfen. In den vergangenen sechs Monaten hat das Papier um mehr als 35 Prozent zugelegt, insbesondere seit Jahresbeginn ging es noch einmal kräftig aufwärts.

2015-02-19 Bertrandt

Zu Beginn der Woche markierte die im SDax gelistete Aktie ein neues Allzeithoch bei 133 Euro. Doch geht es von dort aus noch weiter bergauf? Analysten sind sich uneins.

Zwar empfehlen zwei von vier aktuellen Analysen die Aktie zum Kauf, lediglich die Deutsche Bank rät dazu, sich von dem Papier zu trennen. Doch die Kursziele gehen weit auseinander: Von einem Absturz auf 105 Euro bis zu einem Anstieg auf 150 Euro scheint aus Sicht der Experten alles denkbar.

Wem Anleger in dieser Frage ihr Vertrauen schenken und wessen Rat sie folgen, bleibt jedem selbst überlassen. Gute Argumente gibt es für beide Seiten.

Bertrandt investiert in Zukunftsprojekte

Fest steht jedoch: Bertrandt hat seine Investitionen kräftig nach oben geschraubt. Im abgelaufenen ersten Geschäftsquartal wurden rund 19 Millionen Euro in neue Projekte investiert – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum.

Mittelfristig muss sich das Unternehmen keine fundamentalen Sorgen machen. Die Innovationskraft seiner Kernkunden dürfte auch in den kommenden Jahren Bestand haben, insofern sind die Aussichten durchaus rosig.

Lediglich der schnelle Anstieg der Aktie ist aus Sicht mancher Beobachter mit Vorsicht zu genießen und lädt zu Gewinnmitnahmen ein. Immerhin zeigt sich die Lage am Gesamtmarkt derzeit eher nervös.

21. Februar 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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