Bertrandt-Aktie: So geht es jetzt weiter

Die beherrschenden Zukunfts-Themen der Automobil-Industrie sind bekanntermaßen Elektro-Antriebe und autonomes Fahren. Gerade für Letzteres braucht es eine Menge Hightech im […] (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Die beherrschenden Zukunfts-Themen der Automobil-Industrie sind bekanntermaßen Elektro-Antriebe und autonomes Fahren.

Gerade für Letzteres braucht es eine Menge Hightech im Hardware- und Software-Bereich, v. a. das reibungslose Zusammenspiel diverser Sensoren muss gewährleistet werden.

Das notwendige Know-how, um die benötigten Komponenten zu entwickeln und die Funktionen sicherzustellen, kaufen die großen Autobauer längst von externen Dienstleistern zu.

Hierzulande profitiert v. a. ein Unternehmen davon: Bertrandt.

Branchen-Primus mit solventer Stammkundschaft

Der Entwicklungs-Dienstleister zählt das Who-is-who der Automobil-Branche zu seinen Kunden.

Und er verfügt über einen Mitarbeiterstamm aus erfahrenen Ingenieuren, die für jedes technische Problem die passende Lösung versprechen.

Konkurrenz muss Bertrandt dabei kaum fürchten; der Konzern ist als einziger deutscher Ingenieur-Dienstleister börsennotiert und erzielt einen wesentlich höheren Umsatz als kleinere Wettbewerber.

Die Anforderungen der Kunden werden aber immer komplexer und die Auftrags-Volumina einzelner Projekte klettern nicht selten in den 2-stelligen Millionen-Bereich.

Daher sind kleinere Firmen oftmals kaum noch imstande diese Aufträge zu erfüllen. Ihnen fehlt schlichtweg die notwendige Manpower – die Bertrandt wiederum zu bieten hat.

Konsolidierungs-Phase im Sektor erwartet

Kein Wunder also, dass immer mehr Experten mit einer anstehenden Konsolidierungs-Phase rechnen.

Zusammenschlüsse kleinerer Firmen erscheinen ebenso wahrscheinlich wie die Option, dass Bertrandt den einen oder anderen Wettbewerber zukaufen könnte.

Bertrandt-Chef Dietmar Bichler schließt das jedenfalls grundsätzlich nicht aus. Dennoch liegt der Fokus erklärtermaßen zunächst darauf, aus eigener Kraft zu wachsen.

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Gerade hier lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Denn während sich die Umsatz-Zahlen zuletzt prächtig entwickelten, hinkte der Gewinn-Zuwachs hinterher.

Anleger reagierten enttäuscht; die Bertrandt Aktie verbuchte Verluste.

Bei näherer Betrachtung lässt sich diese Haltung jedoch kaum nachvollziehen. Denn die magere Gewinn-Entwicklung im Vergleich zum Gesamt-Umsatz hat einen guten Grund:

In den vergangenen beiden Geschäftsjahren investierte das Unternehmen jeweils mehr als 80 Mio. € in den Ausbau von Sparten, die von Experten als wesentliche Zukunftsfelder identifiziert werden.

Dabei handelt es sich beispielsweise um Testsysteme für den Fußgängerschutz.

Bertrandt-Aktie: Gut aufgestellt für Anforderungen der Zukunft

Gerade die Bereiche, in die Bertrandt zuletzt massiv investiert hat, werden in den kommenden Jahren stärker nachgefragt werden – und dem im SDax notierten Konzern einen weiteren klaren Wettbewerbs-Vorteil verschaffen.

Denn mit Know-how und Ausstattung in diesen Spezial-Themen können die meisten Konkurrenten nicht aufwarten.

Anstatt sich nun also über die schwache Gewinn-Entwicklung enttäuscht zu zeigen, sollten langfristig orientierte Anleger die Bertrandt-Aktie näher betrachten.

Sicherlich, v. a. die Kurs-Entwicklung der letzten 2 Jahre sieht nicht besonders einladend aus, und mit Blick auf die letzten 12 Monate notierte das Papier zuletzt rund 8%t im Minus.

Analysten sehen die Bertrandt-Aktie mit ihren zuletzt rund 93 € jedoch unterbewertet.

Gerade wenn man die prognostizierte Entwicklung der nächsten Jahre mit einbezieht, könnte das niedrige Kursniveau sich als gute Einstiegs-Gelegenheit erweisen.

2017-02-17 Bertrandt


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.