Bertrandt-Aktie: So geht es jetzt weiter

Die beherrschenden Zukunfts-Themen der Automobil-Industrie sind bekanntermaßen Elektro-Antriebe und autonomes Fahren.

Gerade für Letzteres braucht es eine Menge Hightech im Hardware- und Software-Bereich, v. a. das reibungslose Zusammenspiel diverser Sensoren muss gewährleistet werden.

Das notwendige Know-how, um die benötigten Komponenten zu entwickeln und die Funktionen sicherzustellen, kaufen die großen Autobauer längst von externen Dienstleistern zu.

Hierzulande profitiert v. a. ein Unternehmen davon: Bertrandt.

Branchen-Primus mit solventer Stammkundschaft

Der Entwicklungs-Dienstleister zählt das Who-is-who der Automobil-Branche zu seinen Kunden.

Und er verfügt über einen Mitarbeiterstamm aus erfahrenen Ingenieuren, die für jedes technische Problem die passende Lösung versprechen.

Konkurrenz muss Bertrandt dabei kaum fürchten; der Konzern ist als einziger deutscher Ingenieur-Dienstleister börsennotiert und erzielt einen wesentlich höheren Umsatz als kleinere Wettbewerber.

Die Anforderungen der Kunden werden aber immer komplexer und die Auftrags-Volumina einzelner Projekte klettern nicht selten in den 2-stelligen Millionen-Bereich.

Daher sind kleinere Firmen oftmals kaum noch imstande diese Aufträge zu erfüllen. Ihnen fehlt schlichtweg die notwendige Manpower – die Bertrandt wiederum zu bieten hat.

Konsolidierungs-Phase im Sektor erwartet

Kein Wunder also, dass immer mehr Experten mit einer anstehenden Konsolidierungs-Phase rechnen.

Zusammenschlüsse kleinerer Firmen erscheinen ebenso wahrscheinlich wie die Option, dass Bertrandt den einen oder anderen Wettbewerber zukaufen könnte.

Bertrandt-Chef Dietmar Bichler schließt das jedenfalls grundsätzlich nicht aus. Dennoch liegt der Fokus erklärtermaßen zunächst darauf, aus eigener Kraft zu wachsen.

Gerade hier lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Denn während sich die Umsatz-Zahlen zuletzt prächtig entwickelten, hinkte der Gewinn-Zuwachs hinterher.

Anleger reagierten enttäuscht; die Bertrandt Aktie verbuchte Verluste.

Bei näherer Betrachtung lässt sich diese Haltung jedoch kaum nachvollziehen. Denn die magere Gewinn-Entwicklung im Vergleich zum Gesamt-Umsatz hat einen guten Grund:

In den vergangenen beiden Geschäftsjahren investierte das Unternehmen jeweils mehr als 80 Mio. € in den Ausbau von Sparten, die von Experten als wesentliche Zukunftsfelder identifiziert werden.

Dabei handelt es sich beispielsweise um Testsysteme für den Fußgängerschutz.

Bertrandt-Aktie: Gut aufgestellt für Anforderungen der Zukunft

Gerade die Bereiche, in die Bertrandt zuletzt massiv investiert hat, werden in den kommenden Jahren stärker nachgefragt werden – und dem im SDax notierten Konzern einen weiteren klaren Wettbewerbs-Vorteil verschaffen.

Denn mit Know-how und Ausstattung in diesen Spezial-Themen können die meisten Konkurrenten nicht aufwarten.

Anstatt sich nun also über die schwache Gewinn-Entwicklung enttäuscht zu zeigen, sollten langfristig orientierte Anleger die Bertrandt-Aktie näher betrachten.

Sicherlich, v. a. die Kurs-Entwicklung der letzten 2 Jahre sieht nicht besonders einladend aus, und mit Blick auf die letzten 12 Monate notierte das Papier zuletzt rund 8%t im Minus.

Analysten sehen die Bertrandt-Aktie mit ihren zuletzt rund 93 € jedoch unterbewertet.

Gerade wenn man die prognostizierte Entwicklung der nächsten Jahre mit einbezieht, könnte das niedrige Kursniveau sich als gute Einstiegs-Gelegenheit erweisen.

2017-02-17 Bertrandt

17. Februar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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