Bertrandt und Sixt fahren weiter auf der Überholspur

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Beide Unternehmen konnten nicht nur gute Ergebnisse präsentieren, sie sind auch für die Zukunft gut gerüstet. (Foto: Ekaterina Lin / Shutterstock.com)

Bertrandt erzielte 2018 erstmals in der Unternehmensgeschichte einen Umsatz von über 1Mrd €.

Bei zwei Arbeitstagen weniger und den anspruchsvollen Rahmenbedingungen in der Automobilbranche konnte Bertrandt ein operatives Ergebnis (EBIT) von 72 Mio. € und eine Marge von 7,1% erwirtschaften.

Technologiesprünge zu neuen Antriebsformen und Digitalisierung sind die neuen Herausforderungen

Durch Investitionen in Infrastruktur und Know-how, aber auch mit innovativen Lösungen trägt Bertrandt diesen Rahmenbedingungen Rechnung und stellt die Weichen für die Zukunft. 2018 wurden neu errichtete Versuchseinrichtungen in Betrieb genommen, die Leistungsumfänge speziell für elektrifizierte Antriebe ermöglichen. Am Hauptsitz in Ehningen entsteht ein Hochvoltprüfzentrum für Batterietests. Zudem plant Bertrandt zwei Prüfzentren für neue Antriebstechnologien. Außerdem investiert Bertrandt in eigene Kompetenzinitiativen im Bereich elektrifiziertes, vernetztes und automatisiertes Fahren sowie in zukunftsweisende Lösungen im Themengebiet Leichtbau.

Hinzu kommt die ständig wachsende Überlagerung von Mobilität und Daten, aus der sich für Bertrandt neben den Kernkompetenzen auch neue Themen und Leistungen ergeben. So sind beispielsweise Projekte im Bereich Cloud Computing mit Microsoft entstanden. Bertrandt ist auch im 1. Quartal 2019 weiter gewachsen. Umsatz und EBIT haben zugelegt. Die Eigenkapitalquote stieg von 49,6 auf 51,2%. 2019 geht Bertrandt von einer positiven Entwicklung aus.

Unternehmensporträt

Bertrandt bietet als Ingenieurdienstleister für Fahrzeug- und Verkehrssysteme der internationalen Autoindustrie umfassende und innovative Entwicklungslösungen in den Bereichen Karosserie, Innenraum, Fahrwerk, Motor und Aggregate bis hin zur Serienanlaufbetreuung an. Hierdurch werden die Entwicklungszeiten der Autoproduzenten erheblich verkürzt. Porsche ist mit einer Sperrminorität (25% + 1 Aktie) an Bertrandt beteiligt.

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Das 1. Quartal 2019 war für Sixt nicht nur wirtschaftlich erfolgreich, sondern auch zukunftsweisend

Der Mobilitätsdienstleister hat sein Geschäftsmodell weiterentwickelt und wandelt sich zunehmend in ein Tech-Unternehmen. Start dafür war die Sixt-App samt der einzigartigen Mobilitätsplattform SIXT ONE. Damit bietet Sixt seinen Kunden seit Ende Februar Zugriff auf 270.000 Fahrzeuge, mit 1.500 Partnern und über 1 Mio. Fahrern in mehr als 250 Städten weltweit. Auch im 1. Quartal ist Sixt auf Wachstumskurs geblieben und konnte den Umsatz erneut deutlich steigern. Entgegen einer sich abzeichnenden konjunkturellen Abkühlung in Europa und den USA legte der Umsatz um 17,3% auf 734 Mio. € zu.

Die Expansion im Ausland ist unverändert der Motor für die erfreulichen Umsatzzuwächse

Zu diesem Wachstum hat vor allem die weiterhin steigende Nachfrage in den ausländischen Vermietgesellschaften beigetragen. Die Ertragslage wurde allerdings von Mehraufwendungen für die Expansion, die Anlaufphase der Mobilitätsplattform SIXT ONE und die weitere Digitalisierung der Vermietungsprozesse belastet. Dennoch erreichte das Vorsteuerergebnis (EBT) mit 47,1 Mio. € nahezu den um den Verkauf der Beteiligung an DriveNow bereinigten Vorjahreswert von 48,2 Mio. €.

In den USA hat Sixt jüngst Ausschreibungen für Stationen direkt in den Flughäfen in Orlando und San Francisco gewonnen. Allein diese beiden Flughäfen haben ein jährliches Umsatzvolumen von fast 1,3 Mrd. $. Strategisch will Sixt seine Flotte digital vernetzen und das Leistungsangebot schrittweise in die Sixt-App integrieren.

Unternehmensporträt

Sixt ist ein Dienstleistungsanbieter in der Wertschöpfungskette Mobilität und Deutschlands führender Autovermieter. Die Kernaktivitäten des Unternehmens umfassen die Bereiche Autovermietung/Gebrauchtwagenverkauf, Leasing und Internet/Travel. In der Sparte Vermietung ist Sixt in über 30 Ländern vertreten und nimmt auch weltweit eine führende Stellung ein.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.