Bertrandt: Weiter im Krisenmodus unterwegs

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Der deutsche Ingenieursdienstleister Bertrandt leidet nach wie vor unter Problemen in der Autoindustrie und unter den Corona-Folgen. (Foto: urfin / shutterstock.com)

Der deutsche Ingenieursdienstleister Bertrandt leidet weiterhin unter der kriselnden Automobilindustrie und unter den Corona-Folgen. Die jetzt vorgelegten Zahlen für das Geschäftsjahr 2019/2020 (bis Ende September) sind wenig erbaulich ausgefallen.

Der Kurs der Bertrandt-Aktie gab heute deutlich nach und notiert weit unter seinen im Jahr 2017 erreichten Höchstständen. Bevor wir uns die Betrandt-Aktie und die aktuellen Zahlen noch einmal genauer ansehen, möchte ich Ihnen das Unternehmen kurz vorstellen.

Bertrandt im Portrait

Als einer der führenden Engineering-Partner in Europa erarbeitet das im Jahr 1974 gegründete und im baden-württembergischen Ehningen ansässige Unternehmen Bertrandt an weltweit 52 Standorten maßgeschneiderte Lösungen.

Das Leistungsspektrum in der Automobilindustrie reicht dabei von der Entwicklung einzelner Komponenten über komplexe Module und Systeme bis hin zu Derivaten mit umfassenden, an die Entwicklung angrenzenden Dienstleistungen.

Zu den Kunden zählen nahezu alle europäischen Hersteller sowie bedeutende Systemlieferanten. In der Luftfahrtentwicklung ist Bertrandt schwerpunktmäßig im Bereich Struktur-, Kabinen- und Systementwicklung in transnationalen Projekten tätig.

Darüber hinaus bietet Bertrandt Services deutschlandweit für Branchen wie beispielsweise Energie, Elektro-/Medizintechnik und Maschinen-/Anlagenbau, technische und kaufmännische Dienstleistungen sowie Projektlösungen an.

Geschäftsjahr 2019/2020: Weniger Umsatz und Gewinn

Zu den aktuellen Zahlen: Wie eingangs schon erwähnt, haben die Corona-Krise und die kriselnde Automobilbranche das Zahlenwerk belastet. Verschobene oder gestrichene Projekte seitens der Kunden haben das Unternehmen viel Umsatz und Gewinn gekostet.

Zwar sei der Start ins Geschäftsjahr 2019/2020, das am 30. September endete, noch erwartungsgemäß verlaufen. Im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres hatten die Auswirkungen der Corona-Pandemie aber maßgeblichen (negativen) Einfluss auf die Geschäfte von Bertrandt.

„Da auch viele Kunden von Bertrandt die wirtschaftliche Aktivität zeitweise gedrosselt oder unterbrochen haben, war auch Bertrandt im abgelaufenen Geschäftsjahr mit Projektverschiebungen oder -aussetzungen konfrontiert”, so das Unternehmen.

Der Umsatz ging im Vergleich zum Vorjahr um 13,5% auf 917 Mio. Euro zurück. Der Nettogewinn brach sogar um 90% auf nur noch 3,7 Mio. Euro ein. Auch die Zahl der Beschäftigten ging in Folge der Krise zurück.

Bertrandt-Aktie weit unter ihrem Allzeithoch

Blicken wir abschließend noch auf die Bertrandt-Aktie. Der nachfolgende Chart zeigt die Entwicklung: Die Bertrandt-Aktie notiert derzeit rund 70% unter ihrem im Jahr 2017 erreichten Allzeithoch bei 138,70 Euro.

Quelle: www.aktienscreener.com/rolf-morrien

Zwar hat sich die Aktie von ihrem Corona-bedingten Tief in diesem Jahr schon wieder recht deutlich erholt, doch zuletzt ging es wieder etwas in Richtung Süden. Ein großes Comeback der deutschen Autobranche könnte aber auch für ein großes Comeback bei Bertrandt sorgen. Insofern sollten Sie die Aktie auf die Beobachtungsliste setzen.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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