Heiß: Bertrandt will vom VW-Skandal profitieren

Der deutsche Leitindex DAX ist mit leichten Kursgewinnen in die neue Handelswoche gestartet.

Die Anleger halten sich noch zurück und warten auf Impulse von der US-Börse.

Im Nebenwerteindex SDAX konnte die Bertrandt-Aktie heute die 100-€-Marke zurückgewinnen.

Der Ingenieur-Dienstleister Bertrandt, der unter anderem Auto-Hersteller bei der Entwicklung von Antriebs-Technologien, Karosserien und Elektronik unterstützt, legte zuletzt solide Zahlen für das 2. Quartal des Geschäftsjahres 2015/2016 vor.

Zwar machen sich die Aus- und Nachwirkungen des VW-Abgas-Skandals kurzfristig negativ im Zahlewerk von Bertrandt bemerkbar, doch auf längere Sicht will der Zulieferer sogar von der Dieselgate-Affäre profitieren.

Warum das so ist und wie die jüngsten Zahlen von Bertrandt ausfielen, erfahren Sie jetzt.

Die aktuellen Quartalszahlen im Überblick

Im 2. Quartal des Geschäftsjahres 2015/2016 steigerte Bertrandt den Umsatz im Vergleich zum Vorjahres-Zeitraum um 4% auf 242 Mio. €.

Zwar verringerte sich der Nachsteuer-Gewinn im vergangenen Quartal, doch dafür gibt es gute Gründe und die Faktoren, die den Gewinnrückgang verursacht haben, sind zeitlich begrenzt und führen größtenteils nur zu einer Verschiebung.

Das bedeutet: In Teilen ist der Gewinn nur etwas in die Zukunft verschoben worden.

Zukünftige Wachstumstreiber

Die Neuaufstellung von VW, einem der größten Kunden von Bertrandt, führt zunächst zu Verschiebungen bei den Aufträgen.

Dennoch bleibt Bertrandt-Chef Dietmar Bichler zuversichtlich und geht weiter von einem jährlichen Umsatz-Wachstum von 7 bis 10% aus.

Schließlich sind die für eine erfolgreiche zukünftige Entwicklung von Bertrandt maßgeblichen Trends wie umweltfreundliche Mobilität, autonomes Fahren oder die zunehmende Modell-Vielfalt der Hersteller nach wie vor völlig intakt.

Zudem sei nach Aussage von Bertrandt-Chef Bichler der Trend zur Fremdvergabe von Entwicklungs-Leistungen ungebrochen, sagt er.

Dem schwäbischen Auto-Zulieferer zufolge wird der Markt für Dienstleistungen dieser Art in Deutschland bis zum Jahr 2020 um eine Mrd. € auf 4,5 Mrd. € zulegen.

Bichler ist überzeugt, dass die Gesetzgebung für den Schadstoff-Ausstoß bei Autos nach dem VW-Skandal verschärft wird. Das mache „zusätzliche Entwicklungsleistungen“ erforderlich, hofft der Ingenieur.

Daneben will Bertrandt stärker in den Bereichen Energie, Medizin und Elektrotechnik sowie Maschinen- und Anlagenbau Fuß fassen.

„Wir sehen in allen Branchen Potenzial für zukünftiges Wachstum“, so Bichler. Er sehe auch in den Bereichen Vernetzung und Industrie 4.0 Chancen in der branchenübergreifenden Entwicklungs-Arbeit.

Bertrandt glänzt mit starker Bilanz und hoher Profitabilität

Die Eigenkapitalquote von Bertrandt lag im vergangenen Geschäftsjahr bei knapp 60%, die operative Gewinnmarge bei knapp 10%.

Damit zählt Bertrandt nicht nur zu den profitabelsten Auto-Zulieferern in Deutschland, sondern gehört auch, was die Qualität der Bilanz angeht, zur Elite der deutschen Zulieferer.

Daher ist die Bertrandt-Aktie aus meiner Sicht auf dem aktuellen Kursniveau attraktiv bewertet. Wenn Sie sich weitere Informationen zu Bertrandt wünschen, sollten Sie einen Blick in meinen Börsendienst „Depot-Optimierer“ werfen.

Dort finden Sie auch Informationen zu weiteren Auto-Zulieferern aus dem deutschsprachigen Raum und zu einigen Auto-Herstellern.

6. Juni 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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