Bester Immobilienfonds und das Drama um Dachfonds

Der "HausInvest Europa" ist jetzt noch größer geworden und - stabiler. Wie die neuesten Daten zeigen, ist der Fonds der beste Immobilienfond (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Seit dem 30.9. sind die Fonds HausInvest Europa und HausInvest Global verschmolzen.

Der “HausInvest Europa” ist jetzt noch größer geworden und – stabiler. Wie die neuesten Daten zeigen, ist der Fonds die Nummer eins in Deutschland. Für Sie der ganze Überblick.

Bester Immobilienfond: 3,2% Rendite in zwölf Monaten

Alleine dieser Fonds hat 3,2% Rendite in zwölf Monaten geschafft. Dies ist eine Menge, wenn Sie bedenken, dass die Immobilienpreise in Europa in die Krise geraten sind und offene Immobilienfonds dazu geschlossen haben.

Der Verkaufsdruck für die Fondsgesellschaften durch Mittelabflüsse wurde so hoch, dass die gesamte Branche in Schwierigkeiten zu geraten schien. Unter dem Strich aber kommt für Investoren ein Plus von 0,5% heraus.

Der “HausInvest Europa” hat jetzt die Anteile vom “HausInvest Global” übernommen – für Investoren aus unserer Sicht kein (gravierender) Nachteil.

Möglicherweise kommt es zu einer Neubewertung des Bestandes und leichteren Abschlägen – dies ist spekulativ. Der gesamte Fonds aber ist stabil.

Preise ziehen wieder an

Die Immobilienmärkte insgesamt aber ziehen wieder an. Davon werden auch offene Immobilienfonds profitieren – und Sie als Investor. Die Preisdaten sind eindeutig.

Der Fonds bleibt auf unseren Empfehlungslisten. Kürzlich hat ein großer Dachfonds geschlossen. Dieser hat mit diesem Fonds nichts gemein.

Drama um Dachfonds: Selbst Immobilien sind nicht sicher

Die Branche ist überrascht, wir nicht: vor Dachfonds und speziell vor Dachfonds auf offene Immobilienfonds haben wir gewarnt. Hoffentlich haben wir dazu möglichst viele Leser erreicht. Für viele Investoren wird es jetzt teuer.

Commerzbank hat die meisten „Opfer“

Nüchtern betrachtet kann die Bank nichts dafür. Am meisten Anteile an diesem Dachfonds hat „Allianz Global Investors“ über die Commerzbank vertrieben – an deren Privatanleger. Möglicherweise, gestatten Sie mir die Spekulation, waren die Aufschläge für genau diese Bank besonders lukrativ.

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Ich hatte jedoch frühzeitig gewarnt: Dachfonds reduzieren das Risiko nicht allein schon deshalb, weil sie viele Fonds versammeln. Die Kosten sind zu hoch, es liegen auch viele faule Äpfel im Korb. Lesen Sie hier im kostenfreien 30-Tage-Gratis-Test des „Neuen Deutschen Geldanlagebriefs“, welche Alternative bei offenen Immobilienfonds Sie haben.

Bei Lichte betrachtet allerdings müsste ein objektiver Berater auch dahinter kommen, dass gerade bei offenen Immobilienfonds ein Dachfonds regelrechter Unsinn ist.

Dachfonds produzieren notwendig – und gewollt – höhere Kosten als Einzelfonds. Als Dachfondsmanager kaufen und verkaufen Sie mehr Fonds – allein dadurch entstehen Handelskosten, Ausgabeaufschläge und sonstige weiche Kosten wie Informationskosten.

Die wird ein Dachfondsmanager fast schon hoffentlich erzeugen – Reisen zu einzelnen Fondsmanagern, um mit denen die Strategie zu besprechen oder Kontrollbesuche etwa. Da der Dachfondsmanager auch mehr Fonds verwalten muss, erhöhen sich die Verwaltungskosten.

Das alles vor dem Hintergrund von vielleicht 4% Jahresrenditen, die Sie mit offenen Immobilienfonds – den guten Fonds – erwirtschaften können. Mit anderen Worten: schon aus Performancegründen sind Dachfonds – gerade bei offenen Immobilienfonds – ein Flop.

Wenn Sie das Risiko bei offenen Immobilienfonds reduzieren wollen, müssen Sie deren Anlagestruktur kennen oder beobachten lassen.

Dachfonds schließt wegen „Anteilsrückgabe“

Den Run bei der Rückgabe von offenen Immobilienfonds hat auch der Dachfonds erlebt. Lesen Sie selbst, dass „[…] die kurzfristig liquidierbaren Vermögenspositionen im Fonds weitestgehend aufgezehrt“ sind. Nun erlauben Sie mir eine Überlegung: ein Dachfonds hält keine Immobilienanteile wie die offenen Immobilienfonds selbst.

Da ist es noch verständlich, wenn der Fonds schließt, um keine Immobilien verkaufen zu müssen. Hier aber geht es um etwas anderes – sicher um die Fondsanteile, die der Dachfonds selbst nicht zurückgeben kann. Mit anderen Worten: das Dachfondsmanagement hat sich die Pleitekandidaten, die ihre Anteile nicht mehr zurücknehmen können, ins Haus geholt.

Ich meine: dafür brauchen Sie keinen Dachfonds. Der sollte ja nicht den gesamten Markt kaufen, sondern eine Edelauswahl treffen. Sonst lohnen sich die Gebühren nicht, siehe oben.

Meine Empfehlung, gerade bei offenen Immobilienfonds: Bleiben Sie bei Einzelinvestments. Die sind günstiger und deutlich besser zu kalkulieren.


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Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.