bet-at-home: Sportwetten-Spezialist im Konsolidierungs-Modus

bet-at-home: Beim führenden europäischen Wettanbieter ist ein Trigger für die Rückkehr zum Aufwärtstrend bislang noch nicht in Sicht. (Foto: Jinning Li)

Mit Weitsicht und Geduld konnten sich Anleger des Spezialisten für Online-Wetten bet-at-home.com glücklich schätzen.

Immerhin entwickelten sich nicht nur die Geschäfte in den vergangenen Jahren ausgesprochen erfreulich. Auch der Aktienkurs ging regelrecht durch die Decke:

Von 2013 – Juni 2017 explodierten die Papiere regelrecht von 8 bis auf 150 € in der Spitze.

Seither ist die Aktie nach einer stärkeren Konsolidierung bis auf 100 € in eine Seitwärts-Bewegung übergegangen.

bet-at-home: Führender Wettanbieter in Europa

Bevor ich auf die aktuelle Entwicklung bei bet-at-home eingehe, möchte ich Ihnen das Unternehmen näher vorstellen:

Die Gesellschaft zählt mit über 4 Mio. registrierten Nutzern und einem Spielvolumen von mehr als 2 Mrd. € zu den größten europäischen Sportwetten-Anbietern im Internet.

Neben dem Wettangebot für Sportereignisse bietet man auf dem Portal bet-at-home.com diverse Games, Casino- und Poker-Spiele an.

Der regionale Fokus des Konzerns liegt in Mittel- und Osteuropa.

Glücksspielmarkt ist stark zersplittert

Der europäische Online-Glücksspielmarkt hat ein Markvolumen von rund 15 Mrd. € und ist stark fragmentiert.

Vergleichsweise geringe Markteintrittsbarrieren sorgen dafür, dass es ausgesprochen viele Anbieter gibt.

Die Barrieren für ein langfristig profitables Bestehen am Markt sind jedoch deutlich höher.

Die wichtigsten Treiber für ein profitables Geschäft sind eine große Zahl aktiver Nutzer mit attraktiver Kosten-/Erlös-Relation.

Um dies zu erreichen, sind aktives Marketing (Boni, Sportsponsoring, Branding), gute Quoten und professionelles CRM unerlässlich.

Beeindruckende Wachstums-Geschichte

Als einer der führenden Wettanbieter im Internet zeigte die Firma mit Sitz in Malta in den vergangenen Jahren satte Zuwachsraten.

Immerhin kletterten die Umsätze (also die Wetteinsätze abzüglich der ausbezahlten Gewinne) von 23,4 Mio. € in 2007 bis auf 138,7 Mio. im vergangenen Geschäftsjahr.

Fiel in 2007 noch ein kleiner Verlust an, so erwirtschaftete der Konzern in 2016 einen Gewinn in Höhe von 31 Mio. €.

Damit lag die Gewinnmarge mit 22,36% zum 3. Mal über der 22%-Marke (2014: 23,96%; 2015: 25,22%).

Die hohen Margen im Vergleich zur Vergangenheit sind v. a. auf rückläufige Marketing-Kosten zurückzuführen.

Für Sie zum Vergleich:

Zwar gab der Firmenchef im letzten Jahr immer noch 44 Mio. € für Werbung aus. Im Verhältnis zum Umsatz waren dies aber „nur“ noch 32%. In 2012 lag das Verhältnis noch bei 58%.

Regulatorische Probleme in Sichtweite

Zugleich ist aber auch nicht alles Gold, was glänzt. Denn zuletzt erhielt bet-at-home von regulatorischer Seite ordentlich Gegenwind:

Unsicherheiten und ein seit Juli bestehendes IP-Blocking im wichtigen polnischen Geschäft hatten die Ergebnisse belastet.

Auch in Deutschland könnte sich die für 2018 geplante Umsetzung des geänderten Staatsvertrags für Glückspielwesen verzögern.

Unterdessen verzögert sich die Marktöffnung in den Niederlanden, da die nationalen Casinos im Moment privatisiert werden.

Jahres-Planung wird beibehalten

Trotz der zahlreichen Unklarheiten hält die Konzernführung im Moment an der Jahres-Planung fest:

Die Gesellschaft peilt einen Brutto-Spiel-Umsatz von 144 Mio. € an (Wetteinsätze abzüglich Gewinn-Auszahlungen).

Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen soll zwischen 34 und 38 Mio. € liegen. Zum Halbjahr hatte bet-at-home 17,4 Mio. € in trockenen Tüchern.

Analysten stufen Aktie als fair bewertet ein

Die Analysten zeigen sich im Moment eher zurückhaltend: Für 2017 rechnen die Experten mit einem Gewinn je Aktie von 4,74 €, für das kommende Jahr von 5,51 €.

Damit ergibt sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von knapp 20.

Das durchschnittliche Kursziel sehen die Analysten aktuell bei 110 € – und damit leicht unter dem momentanen Kursniveau.

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.