Beteiligungsgesellschaften: 2019 könnte zum nächsten Rekordjahr werden

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Starinvestor Warren Buffett ist optimistisch Seine Beteiligungsgesellschaft konnte im 1. Quartal 2019 bereits wieder Rekordergebnisse erzielen. (Foto: Krista Kennell / Shutterstock.com)

Starinvestor Warren Buffett ist für das laufende Jahr optimistisch. Seine Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway hat für 2018 zwar schwache Zahlen vorgelegt, im Auftaktquartal 2019 konnten aber bereits wieder Rekordergebnisse erzielt werden. Der Umsatz stieg um 3,8% auf rund 60,7 Mrd. $. Unterm Strich konnte ein Gewinn von rund 21,7 Mrd. $ erzielt werden. Im Vorjahr wurde noch ein Fehlbetrag von 1,1 Mrd. $ ausgewiesen.

Quartalsabschlüsse entscheiden nicht über ein langfristiges Investment

Dennoch, die derzeitigen anspruchsvollen Rahmenbedingungen stellen die Beteiligungskonzerne vor große Herausforderungen. Die starken Schwankungen an den Finanzmärkten machen ein perfektes Timing kaum möglich. Langfristig kommt es darauf aber auch nicht an. Genauso wenig sind die einzelnen Quartals- und Jahresabschlüsse entscheidend. Bei zyklischen Geschäftsmodellen ist deren Aussagekraft sehr gering. Viel wichtiger ist es, dass die Konglomerate ihre Unternehmensportfolios im Griff haben und deren Wert langfristig steigern. Ein Zeitraum von 10 Jahren und mehr ist hier ein guter Maßstab.

So sehen es auch die Deutsche Beteiligungs AG oder INDUS. Beide Konglomerate beteiligen sich an mittelständischen Top-Unternehmen, haben aber zuletzt vergleichsweise schwache Zahlen vorgelegt. Auf den ersten Blick vermitteln die jüngsten Quartals- und Jahresabschlüsse ein katastrophales Bild. So ging der Umsatz bei der Deutsche Beteiligungs AG im 1. Halbjahr um 32,3% auf 23,33 Mio. € zurück. Auch beim Gewinn mussten Rückschläge verkraftet werden. Unterm Strich verschlechterte sich das Ergebnis um 58,5% auf 0,51 € pro Aktie.

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Bei INDUS sah es nicht ganz so schlimm aus. Das Mittelstandskonglomerat steigerte seinen Umsatz um 13,4% auf 1,7 Mrd. €, verdiente unterm Strich aber deutlich weniger. Langfristig sind die Beteiligungskonzerne aber vielversprechend aufgestellt. Über die einzelnen Rückschläge muss man hinwegsehen können.

2019 könnte zum nächsten Rekordjahr werden

Ein ähnliches Bild zeigte Aurelius. Aurelius hat für 2018 erwartungsgemäß schwächere Zahlen vorgelegt als in dem vorherigen Rekordjahr. Der Wachstumskurs konnte dennoch bestätigt werden. Der Umsatz stieg um 13% auf rund 3,4 Mrd. €. Unterm Strich musste dafür ein Verlust von 42 Mio. € ausgewiesen werden. Die derzeitige Investitionsphase ist teuer, doch die Fortschritte sind klar erkennbar. Neben den zahlreichen Unternehmenszukäufen konnten einige Beteiligungen bis zur Exit-Reife weiterentwickelt werden. Der Vorstand ging somit sehr optimistisch in das neue Geschäftsjahr und rechnet jetzt mit weiteren Rekordverkäufen.

Attraktive Einstiegschancen in Europa

Die besten Einstiegschancen sieht Warren Buffett derzeit in Europa und vor allem in Großbritannien. Durch das Brexit- Chaos seien viele Unternehmen deutlich unterbewertet. Für die Konglomerate, die sich auf europäische Beteiligungen konzentriert haben, wird die Einkaufstour also noch lange nicht vorbei sein. Ich freue mich auf neue Rekordbeteiligungen.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.