Bewirtungskosten absetzen: auch für 2011 noch Chancen zum Steuersparen

Bewirtungskosten und kein Ende: auch 2011 haben Sie möglicherweise bewirtet. Achtung:

Wenn Sie Steuern sparen wollen, gehen Sie strategisch für die Anerkennung der Kosten vor.

Denn: Der Staat hat die Anerkennung von Bewirtungskosten vor Jahren drastisch zurückgefahren. Noch immer aber bestehen gute Chancen, sich die Kosten zumindest steuerwirksam anerkennen zu lassen – und dadurch den Fiskus mit zu Tisch zu bitten.

Denn: „Essen“ gehören zum unternehmerischen Alltag. Wichtig sind Unterschiede zwischen „betrieblichen Bewirtungen“ sowie „geschäftlichen Bewirtungen“.

Betriebliche und geschäftliche Bewirtungen unterschiedlich

Für die steuerlichen Konsequenzen ist es wichtig, die einzelnen Anlässe eines Essens deutlich voneiander zu unterscheiden. Denn: Bei „betrieblichen Bewirtungen“ können Sie 100% der Bewirtungskosten steuerlich anerkenenn lassen.

Geschäftliche Bewirtungen jedoch führen nur zu einer Anerkennung von 70% der Kosten.

Das kann bedeutend sein: Wenn Sie mit 3,4 Partnern Essen gehen, sind schnell 150 bis 200 Euro Rechnung beisammen. 30% davon können 50 bis 70 Euro Unterschied ausmachen. Wenn Sie auf diesen Betrag Steuern sparen (den Unterschiedsbetrag), haben Sie schnell Nettogewinne in Höhe von 30 Euro erwirtschaftet.

Daher zu den Regelungen im Detail:

  • Betriebliche Bewirtungen liegen vor, wenn Sie Arbeitnehmer ohne „geschäftlichen Anlass“ bewirten.
  • Oder. Wenn Sie im Rahmen von „Produkt- und Warenverkostungen“ „bewirten“.
  • So genannte „Kundschaftstrinken“ gelten auch als betriebliche Bewirtungen.
  • Schließlich sind auch „Aufmerksamkeiten“ betrieblcihe Bewirtungen.
  • Ebenfalls zu einer Anerkennung in Höhe von 100% führen „Bewirtungen gegen Entgelt“. Sofern Sie mit dem Partner in einem bezahlten Geschäftsverhältnis stehen und die Bewirtung Teil der Kalkulation ist.
  • Geschäftliche Bewirtungen jedoch führen nur zu 70% Anerkennung. Diese liegen vor, wenn Sie etwa ein Geschäftsverhältnis „anbahnen“ wollen.
  • Ebenfalls als geschäftliche Bewirtung gelten Geschäftsessen, bei denen es um die „Pflege der Geschäftsbeziehungen“ geht.
  • Schließlich sind auch Bewirtungen „geschäfltich“, die Teil der Öffentlichkeitsarbeit darstellen.

Genauer Unterschied wichtig

Wenn Sie solche Unterscheidungen treffen, reicht es in der Regel nicht, einfach die Quittungen einzureichen. Sie müssten den Anlass sowie die Einordnung als „betriebliche Bewirtung“ per Erklärung fördern. Denn:

Es gibt keine gesetzliche Regelung darüber, was betrieblich veranlasste Bewirtungskosten sind. Im Zweifel lohnt es sich – bei größeren Beträgen – den Steuerberater einzuschalten.

GeVestor meint: Gerade wenn es darum geht, Bewirtungskosten abzusetzen, wird das Finanzamt 2012 schon für das zurück liegende Jahr 2011 teilweise genau hinsehen.

Denn: der Staat braucht im Vorgriff auf die neuen Belastungen durch die Krise im Euroraum Geld.

Auf der anderen Seite gilt, dass es sich lohnt, wie die Vergleichsrechnung gezeigt hat. Bei 30 betrieblich veranlassten Einladungen etwa würden Sie bei Nettoersparnissen in Höhe von 30 Euro nahezu 1.000 Euro netto hinzu“gewinnen“. Je größer die Anzahl der Bewirteten, desto höher der Gewinn.

die Verarbeitung von Bewirtungsbelegen kann mühsam sein – aber: auch 2012 wird es sich lohnen.

30. Dezember 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Jan Aalto
Von: Jan Aalto. Über den Autor

Jan Aalto ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt