Beyond Meat: Wie angekündigt weiter im Sinkflug

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Beyond Meat: Nach -60% in 3 Monaten ging es gestern um weitere -22% nach unten. Ich habe in der vergangenen Woche vor weiteren Kurseinbrüchen gewarnt. (Foto: Steve Heap / shutterstock.com)

Am vergangenen Donnerstag schrieb ich hier im Schlussgong zum ersten Mal über den Fleischersatz-Hersteller Beyond Meat, dessen Aktie zu diesem Zeitpunkt ausgehend vom Jahreshoch bereits rund 60% an Wert verloren hatte. Gestern kamen weitere -22% hinzu. Wie angekündigt.

Zwar hat das Unternehmen in dieser Woche überraschend gute Zahlen vorgelegt, auf die ich gleich noch im Detail eingehen werde, doch das Ende der sogenannten Lock-up-Periode setzte der Aktie dennoch deutlich zu. Zur Erläuterung: Bei der Lock-up-Periode handelt es sich um den Zeitraum, in dem die Altaktionäre nach einem Börsengang ihre Aktien nicht verkaufen dürfen.

Heute gehört die Beyond-Meat-Aktie in den ersten Handelsstunden an der Wall Street zu den Tagessiegern, aber ob damit der jüngste Ausverkauf nachhaltig beendet wurde, ist noch offen.

Beyond Meat mit erstem Quartalsgewinn

Blicken wir auf die frischen Zahlen: Im abgelaufenen 3. Quartal wuchs der Umsatz im Jahresvergleich auf 92 Mio. US-Dollar (umgerechnet etwa 83 Mio. Euro) und damit auf das Dreieinhalbfache. Unter dem Strich machte Beyond Meat einen Gewinn von 4,1 Mio. US-Dollar. Vor einem Jahr meldete das Unternehmen noch einen Verlust von 9,3 Mio. US-Dollar.

Die Umsatzaussichten für das Gesamtjahr hob Beyond Meat aufgrund des guten Absatzes an: Zwischen 265 und 275 Mio. US-Dollar sollen es werden statt wie bisher erwartet mehr als 240 Mio. Dollar. Wie eingangs schon geschrieben, halfen die guten Zahlen am Tag der Veröffentlichung jedoch nicht. Die Beyond-Meat-Aktie ging weiter auf Tauchstation und verlor zweistellig.

Das große Missverständnis

Schon in der vergangenen Woche schrieb ich Ihnen: Nach dem Börsengang im Frühjahr gab es einen regelrechten Hype um Beyond Meat. Fleischalternativen auf pflanzlicher Basis treffen den Zeitgeist. Dann ging es nach dem Motto die Hausse nährt die Hausse (die Kurse steigen weiter, weil sie zuvor gestiegen sind) immer weiter und immer steiler mit der Aktie nach oben.

Danach folgte der Absturz! Doch wie kam es zu der blinden Euphorie? Aus meiner Sicht ist dafür ein großes Missverständnis zumindest mitverantwortlich. Viele Experten sind der Meinung, dass es einen großen Markt für Fleischersatzprodukte gibt. Das würde ich ohne zu zögern so unterschreiben.

Jetzt kommt allerdings das große Aber: Beyond Meat ist bei weitem nicht das einzige Unternehmen, das diesen Markt bearbeitet. Es ist zudem nicht das günstigste und auch nicht das qualitativ beste Unternehmen, wie das Ergebnis von Öko Test zeigt, über das ich in der vergangenen Woche bereits berichtet habe.

Viele Anleger sehen das große Potenzial des Marktes für Fleischersatzprodukte und schreiben dieses in hohem Maße Beyond Meat zu. Dabei werden beispielsweise in deutschen Discountern bereits sehr erfolgreich Me-Too-Produkte (also Produkte, die an die Beyond-Meat-Produkte angelehnt sind) verkauft.

Wie es weitergeht

Die Führung von Beyond Meat hat in einer Telefonkonferenz mit Analysten davor gewarnt, dass zukünftig Rabatte angeboten werden müssen, wenn sich der Wettbewerb verschärft. Das drückt auf die Margen und könnte damit auch den Aktienkurs weiter nach unten drücken.

Meine Empfehlung: Setzen Sie nicht auf spekulative Zukunftswetten, sondern investieren Sie möglichst langfristig in solide Unternehmen. Damit schlafen Sie ruhiger und werden auf längere Sicht auch erfolgreicher sein.


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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