BHP Billiton Aktie: Deutlicher Kurszuwachs trotz Rekordverlust

Heute zeigt sich einmal mehr, wie irrational die Börse doch immer wieder ist: Da legt BHP Billiton einen Rekordverlust vor und gleichzeitig klettert die Aktie auf ein 10-Moinats-Hoch.

Eine solche Entwicklung ist es ohne Frage wert, einmal genauer dargestellt zu werden. Genau das mache ich heute mit der Bilanz des britisch-australischen Rohstoff-Giganten.

Eigentlich wirken die aktuellen Bilanzdaten von BHP Billiton verheerend. Immerhin musste das Unternehmen massive Abschreibungen vornehmen.

Hiervon betroffen war v. a. das Fracking-Geschäft in den USA. Zusätzlich musste BHP Billiton im abgelaufenen Geschäftsjahr noch einen massiven Umwelt-Skandal überstehen.

Abschreibungen und Rückstellungen belasten die Bilanz bei BHP Billiton

Sie erinnern sich vielleicht an die Bilder aus Brasilien, wo es bei einer Erzmine von BHP Billiton zu einem Dammbruch gekommen ist.

Dabei wurde ein Fluss über die Länge von einigen 100 km mit giftigen Schlämmen verseucht. Für die weitere Aufarbeitung der Schäden hat BHP Billiton milliardenhohe Rückstellungen in der Bilanz gebildet.

Aber sowohl die Abschreibungen als auch die Rückstellungen sind eben Sonderposten in der Bilanz. Der Blick auf das operative Ergebnis fällt deutlich positiver aus: Daher ist es eben auch zu erklären, warum die Aktie heute klar zulegt an den Börsen.

Gerade in diesem Jahr haben viele Rohstoff-Preise wieder zugelegt – und das hat eben auch das operative Geschäft bei BHP Billiton angetrieben.

Allerdings dämpft BHP-Chef Andrew Mckenzie aber zu hohe Erwartungen:

Seiner Einschätzung nach werden die Rohstoff-Preise wohl in absehbarer Zeit eher niedrig bleiben und auch die hohe Schwankungs-Anfälligkeit wird wohl weitergehen.

Langfristig sieht Mckenzie aber großes Potenzial beim Öl und auch beim Kupfer. Wegen der kurzfristig weiter angespannten Lage wird aber BHP Billiton das laufende Sparprogramm weiter fortsetzen.

Dazu gehört es eben auch, Investitionen in neue Projekte erst einmal zu verschieben.

Krise der Rohstoff-Konzerne ist schon massiv – aber die Vorzeichen verbessern sich

Wie groß die Krise der Rohstoff-Giganten aber wirklich ist, zeigt Ihnen der Blick auf die Gewinn-Entwicklung der vergangenen Jahre:

In diesem Jahr bleibt unterm Strich (auch wegen der Abschreibungen und Rückstellungen) ein Rekordverlust von 6,4 Mrd. Dollar. Im vergangenen Jahr erreichte das Unternehmen noch einen Gewinn von 1,9 Mrd. Dollar.

Doch diese Summe entsprach nur 14% des Gewinns den BHP Billiton noch im Geschäftsjahr 2013/14 erzielt hatte und der sich auf 13,8 Mrd. Dollar belief.

16. August 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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